Empört euch! Wie das Label die Globalisierung zähmen kann

Der Kampf gegen Ungerechtigkeit und globale Ungleichgewichte fängt am Ladentisch an. Moralisch vergammelte Ware ist zurückzuweisen. Man erkennt sie am falschen oder fehlenden Label.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Der Kampf gegen Ungerechtigkeit und globale Ungleichgewichte fängt am Ladentisch an. Moralisch vergammelte Ware ist zurückzuweisen. Man erkennt sie am falschen oder fehlenden Label.

Die Nachricht stand auf Seite 21 in der «Repubblica» vom 5. Oktober. «Zehn junge Frauen in Barletta verschüttet, fünf Tote.» Weiter erfuhr man, dass es sich um Textilarbeiterinnen handelt, die in einem baufälligen Wohnhaus für 3.95 Euro die Stunde schwarzarbeiteten. Eine der Toten war die erst 14-jährige Maria Cinquepalmi, Tochter des Besitzers Salvio Cinquepalmi. Auf den Seiten 1 bis 8 desselben Blattes hatte die «Repubblica» über die Eurokrise und über den Austritt von Fiat aus dem Unternehmerverband Confindustria berichtet. Einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen stellte das Blatt nicht her.

Erpressung statt Arbeitsmarkt

Dabei liegt der Zusammenhang auf der Hand. Von Barletta zur Finanzkrise führt eine schnurgerade Kausalkette. Maria Cinquepalmi steht für die Millionen von Arbeitnehmern, die froh sein müssen, irgendeinen Job zu haben, der knapp ihr Überleben sichert, aber nichts übrig lässt, um sich an den Kosten des Staates zu beteiligen. «E un ricatto», meint Luigi Antonucci, Generalsekretär der Gewerkschaft CGIL in Barletta, «wir haben hier keinen geregelten Arbeitsmarkt, bloss Erpressung.»

Und diese drückt auch die Ein­­kommen des Mittelstands: Wer ständig den sozialen Abstieg vor Augen hat, stellt keine frechen Lohnforde­rungen. Das wiederum führt dazu, dass immer grössere Teiles des Wohlstands einer dünnen, aber fetten Oberschicht zufliessen. In den USA kassiert das reichste Prozent inzwischen fast einen Viertel aller Einkommen. In Italien und in Deutschland sind die Einkommen des reichsten Zehntels in den vergangenen zwanzig  Jahren 11- bis 16-mal schneller gestiegen als die des ärmsten Zehntels.

Auch bei uns sind Einkommen und Vermögen sehr ungleich verteilt. Im Kanton Basel-Stadt etwa kassiert das reichste Zehntel der Steuerzahler ein Drittel aller steuerbaren Einkommen – etwa gleich viel wie die ärmsten sechs  Zehntel zusammen. Wie eine ­Statistik aus dem Kanton Zürich zeigt, geht die Einkommensschere immer weiter auf. In den vergangenen zehn Jahren entfiel fast ein Drittel aller Ein­kommens­zuwächse im Kanton Zürich auf das reichste Prozent der Steuer­zahler – etwa gleich viel wie auf die «ärmsten» 90 Prozent.

Moderater Konsum der Reichen

Doch während sich die Einkommen immer weiter nach oben verschieben, hat sich beim Konsum wenig verändert. Einschlägige Statistiken aus der Schweiz und den USA zeigen, dass sich das Verhältnis zwischen dem Konsum des reichsten und des ärmsten Fünftels der Bevölkerung unverändert bei erstaunlich tiefen rund 2,5:1 bewegt. Die Einkommensschere klafft also viel weiter auseinander als die Schere des Verbrauchs.

Das heisst, dass die Reichen inzwischen weit unter ihren finanziellen Verhältnissen leben, während die ­ärmere Hälfte den eigenen Lebens­unterhalt kaum noch bestreiten kann. In den USA geben inzwischen rund 60 Prozent aller Haushalte mehr aus, als sie verdienen. Damit die Wirtschaft mangels Nachfrage nicht laufend schrumpft, muss deshalb zwingend Kaufkraft von den Reichen zu den ­Armen zurücktransferiert werden.

Dieselbe Geschichte kann man auch Anhand der Erfolgsrechnungen und Bilanzen der Unternehmen erzählen: Fast alle Grossunternehmen weisen heute einen Netto-Cashflow aus: Ihr Gewinn nach Steuern und Dividenden ist grösser als ihre Investitionen. Im Verlaufe der letzten rund 20 Jahre sind die Ausgaben der Unternehmen für Löhne um etwa 5, für Investitionen um 3 und für Steuern um rund 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) gesunken. Sie haben also dank Lohndruck, Rationalisierungen und Steuerwettbewerb ihre Kosten massiv senken können.

Doch anders als im Lehrbuch der Ökonomie eigentlich vorgesehen, haben die Unternehmen diesen Kostenvorteil nicht an die Kunden weitergegeben. Dank Produkte­differenzierung und massiver Werbung, aber auch durch Fusionen, Kartelle und Absprachen haben sie den Wettbewerb ausgeschaltet und die Preise hochgehalten.

Insgesamt hat eine Umverteilung von den Privathaushalten zu den Unternehmen von rund 10 BIP-Prozent stattgefunden. Damit die Wirtschaft überhaupt noch läuft, müssen die Unternehmen das, was sie den Arbeitnehmern und dem Staat an Kaufkraft weggenommen haben, in Form von Krediten wieder zurückgeben.

Und hier kommen nun die Banken und die Finanzmärkte ins Spiel. Sie haben dafür gesorgt, dass dieser Kreditfluss umgekehrt wurde – von den Unternehmen zurück an die Haushalte. Das ist nicht trivial, denn normalerweise fliessen die Kreditströme um­gekehrt: Die Haushalte sparen Geld und leihen es den Unternehmen, die dafür Maschinen und Fabriken kaufen. Die wiederum dienen den Banken als Sicherheit.

Es braucht einen neuen Boom

Um die Kreditflüsse umzukehren, mussten die Finanzmärkte erst einen Immo­bilienboom entfachen oder zumindest zulassen. Die Haushalte konnten locker Hypothekarkredite auf­nehmen und damit den laufenden Konsum finanzieren. Dies geschah vor allem in den USA, England, Spanien, Irland und Griechenland. Die Folgen sind bekannt.

Ab 2008 laufen deshalb die Kredite fast nur noch über Staatsanleihen. Inzwischen ist klar geworden, dass auch diesen Forderungen keine reale Deckung gegenübersteht. Kein Wun­der: Das Transfersystem dient schliesslich dazu, den für die Beschäftigung nötigen Konsum zu finanzieren. Die Investitionen haben die Unternehmen ja schon aus der Portokasse bezahlt.

Das Problem wird dadurch erschwert, dass die Konsumkredite auch zwischen den Ländern fliessen, und zwar seit etwa 15 Jahren immer in dieselbe Richtung. Laut den Berechnungen von Stephen G. Cecchetti, dem Chefökonomen des Bank für internationalen Zahlungsausgleich, haben sich die Aussenstände der Defizitländer USA, Grossbritanniens und der europäischen Südstaaten gegenüber den «Exportweltmeistern» China, Deutschland, Japan und einigen andern innerhalb von 15 Jahren von 15 000 auf 100 000 Milliarden Dollar erhöht.

An den Pranger

Unnötig zu sagen, dass kein privates Finanzsystem der Welt solchen realwirtschaftlichen Ungleichgewichten standhält, zumal mit diesen Krediten eben nicht Investitionen, sondern der laufende Konsum finanziert wird. Faktisch sind denn auch die westlichen Banken schon fast genau so verstaatlicht wie die chinesischen. Dank den Massenprotesten von «Occupy Wallstreet» oder «Occupy Paradeplatz» wird die Verstaatlichung des Bankensektors auch bei uns zum Thema.

Doch das ist blosse Symptombekämpfung. Die fatalen Ungleichgewichte müssen primär dort bekämpft werden, wo sie entstehen – in Barletta oder auch auf schweizerischen Baustellen, wo bosnische Schweisser 30 Prozent unter Tarif arbeiten. Die Waffe, mit der die globale Welt wieder ins Lot gebracht werden kann, ist schon erfunden. Sie heisst «Label». Beispiele dafür sind etwa Havelaar (Südfrüchte) Fairtrade und Living Wage (Textilien) oder Step (Teppiche).

Die Kriterien, nach denen diese Gütesiegel vergeben werden, sind allerdings noch sehr unterschiedlich, doch die allgemeine Stossrichtung ist klar: Die Konsumenten müssen wissen, wer in Barletta für 3.95 Euro pro Stunde arbeiten lässt, und sie müssen sich schämen, Kleider dieser Marke zu tragen. «Name and shame», Namen nennen und an den Pranger stellen. Was einst im Dorf üblich war, muss im Global Village wieder möglich werden.

Ähnlich wie Strom aus Sonne und Wind spielen auch die Produkte-­Labels noch eine bescheidene Rolle. Aber wir sind dringend auf sie angewiesen, und dank der modernen Informationstechnologie haben sie ein enormes Potenzial. Und sie sind die einzige Chance, der globalen Wirtschaft wieder ein Gewissen einzupflanzen, bevor sie unsere Lebensgrundlage vollends kaputt macht.

Ökologisch und sozial

Die ersten Labels brachten Drittweltorganisa­tionen in Umlauf, um den Bauern in Entwicklungsländern höhere und gerechtere Preise für ihre Produkte zahlen zu können. Bananen, ­Kaffee, Honig, Kakao, Nüsse gehörten zu den ersten Waren, die mit entsprechenden Güte­siegeln zuerst an Strassenständen angeboten wurden, bald aber auch Einzug in die Verkaufsregale von Grossverteilern hielten. Früh ­bekannt etwa war Havelaar-Kaffee. Mit sogenannten Fairtrade-Gütesiegeln wurden aber bald auch Textilien und Blumen aus naturgerechtem Anbau versehen. Neben ökologischen Aspekten sind zunehmend auch sozial­verträgliche Produktionsbedingungen ein Kriterium für die ­Auszeichnung mit einem Label. In noch geringem Ausmass zwar, aber stetig weitet sich der faire Handel auch auf indus­trielle Produkte wie Bekleidung und Fussbälle sowie auf Diamanten aus.

Artikelgeschichte

Erschienen in der gedruckten TagesWoche vom 11/11/11

Konversation

  1. „Sie sägten Äste ab, auf denen sie sassen, und schrien sich zu ihre Erfahrungen, wie man schneller sägen konnte, und fuhren mit Krachen in die Tiefe, die ihnen zusahen, schüttelten die Köpfe beim Sägen und sägten weiter!“ Bertold Brecht

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  2. Auch ich bin froh über Artikel wie diesen. Und ich bin der Meinung, dass grundsätzlich jeder gleichermassen in der Verantwortung für die Auswirkungen seines Handelns steht, egal ob nun Konsument oder Produzent.. Solange wir aber in einem System leben, in dem das Kapital bestimmt, ist es doch absurd, einen eindeutig Schuldigen für die unzähligen ethisch verwerflichen Zustände zu suchen. Das Geld hat kein Gewissen. Wäre es nicht konsequenter, nach Systemfehlern zu suchen und über dessen Behebung nachzudenken? Und ist nicht der offensichtlichste Fehler unser Zinssystem, in dem – als arbeitsfreihes Einkommen – ein unaufhörlicher Geldstrom von Arm nach Reich fliesst?

    Dazu Hansjörg Weder, Nationalrat: „Der Zins ist ein Tribut, den der Schaffende – vom Industriearbeiter bis zum Bauern und Unternehmer – dem Geldleiher entrichten muss, damit überhaupt gearbeitet werden kann. Der Zins wird in den Preis aller Waren eingerechnet und dadurch auf die Konsumenten abgewälzt. Er ist eine erdrückende Last für die grosse Mehrheit und eine mühelose Einnahmequelle für eine kleine Minderheit der Bevölkerung. Der Zins ist arbeitsfreies Einkommen und daher ethisch nicht zu verantworten.“

    http://www.edimuster.ch/politik/freiwirtschaft.htm

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  3. Wenn Reiche mehr einnehmen als sie ausgeben können und Arme weniger einnehmen als sie ausgeben müssen, dann muss das Geld von R nach A. Und wenn es nicht geschenkt ist, wird es noch geschuldet. Erst über die Kreditkarten, dann über die Hypothek und wenn das zusammenbricht halt über die Abwrakprämie etc. womit der Staat zum überschuldeten wird. Und dann?

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  4. Es ist natürlich eine unangefochtene Tatsache, dass sich viele Familien keine Fair Trade- oder Ökoprodukte leisten können. Aber genau da liegt das Problem, und deshalb ist dieser Artikel so wichtig.

    Siehe z.B. die USA: wenn Mom & Dad nach einem harten, langen Arbeitstag von einem Job, der wenig bezahlt, nach Hause kommen, dann ist es viel bequemer — und vor allem billger — ein paar fettige Burger am Drive-Thru zu holen, als teures, lokales Gemüse und Fleisch vom Farmer’s Market zu kaufen, das dann noch zubereitet werden muss. Ich selbst greife auch eher zum Prix Garantie Pouletschnitzel, das aus brasilianischen Hühnern zusammengepresst wurde, als zum Schweizer oeco-/naturaplan-Äquivalent.

    Wie im Artikel beschrieben, geht es hierbei nicht nur um Nahrungsmittel, sondern um so ziemlich alle Verbrauchsartikel unserer heutigen Zeit. Wenn die Kaufkraft der in den letzten zwei Monaten so viel genannten „99%“ nicht gestärkt wird, wird sich auf diesem Gebiet nie etwas ändern (vgl. „Einkommensschere“ und „Verbrauchsschere“ aus dem Artikel). Denn genau die Leute, die gerade genug Geld zum überleben haben und kaum etwas auf die Seite legen können, haben das Potential, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, so lange sie etwas mehr Geld zur Verfügung haben.

    Heiner Flassbeck hat das im Interview in der gleichen Printausgabe der TaWo (@agfme) wunderbar gesagt:

    „Eine grandiose Illusion ist es auch zu glauben, dass der Arbeitsmarkt nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage funktioniert. In den USA ist die Arbeitslosigkeit hoch und deswegen steigen die Löhne nicht. Weil aber die Löhne nicht steigen, steigt die Konsumnachfrage nicht. Wenn der Konsum aber stagniert, kann die Arbeitslosigkeit nicht sinken. Beginnen die Löhne zu sinken, wird alles nur noch schlimmer.“

    Wenn die Reichen (die „1%“) ihr ganzes Geld nur horten wollen, anstatt es auszugeben und damit die Wirtschaft stimulieren würden, dann müssen sie halt bei den Steuern deutlich tiefer in die Tasche greifen, was dazu führen würde, dass die steuerliche Belastung für Privathaushalte gesenkt werden könnte. Das gleiche gilt für Grossunternehmen. Ob der jährliche Reingewinn nun bei 8 oder 9 Milliarden Dollar bzw. der CEO-Gehalt „nur“ bei 100 statt 150 Millionen liegt, sollte nun wirklich keine Rolle spielen (leider tut es das aber). Allerdings spielt es für die „Kleinen“ eine grosse Rolle, wenn der jährliche Familienhaushalt nicht nur 40’000 sondern 60’000 Dollar beträgt.

    Denn dann müssen Mom & Dad auch nicht jeweils 15 Stunden am Tag bei zwei Jobs gleichzeitig arbeiten. Sondern sie haben nach 8 Stunden Arbeit noch Zeit, um daheim Essen zu kochen, für das sie die Zutaten auf dem Farmer’s Market gekauft haben und dafür auch Geld übrig hatten. Und schlussendlich ernähren sie sich auch noch gesünder, was langfristig ihre Krankheitskosten nicht in die Höhe treiben wird, weil sie ein geringeres Risiko für Diabetes und die ganzen anderen Junk Food-abhängigen Krankheiten haben.

    Es könnte eigentlich alles so einfach sein. Könnte…

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  5. Was Brecht so treffend auf den Punkt gebracht hat, verstehe ich im vorliegenden Kontext so, dass es all zu einfach ist zu fordern, wer verwerfliche Produkte kauft (oder Dienstleistungen in Anspruch nimmt), der habe sich gefälligst dafür zu schämen.

    Vielleicht kann man sich das reine Gewissen finanziell nicht leisten!

    Das Schweinsschnitzel aus Polen, wo die armen Schweine z.T. unter erbärmlichsten Umständen (auch für Mensch und Umwelt!) gehalten werden [siehe: http://www.pigbusiness.co.uk/the_film/%5D kostet halt nun mal einiges weniger als das (vermeintlich) gleiche Schnitzel aus der deutschen Viehwirtschaft, und dieses nochmals viel weniger als das Schnitzel vom glücklichen Schweizer Bio-Schwein.

    Doch was interessiert’s den Durchschnittskonsumenten, woher das Fleisch kommt? Will man es überhaupt wissen und möglicherweise sein Gewissen belasten? Denn wer sich nur das Billigste leisten kann, der will lieber nicht so genau wissen, was da im Einkaufswagen liegt. So lange es gleich aussieht, wird das billigere gekauft.

    Label? Ja gerne! Aber wer „belabelt“ die sündigen Produkte? Sicher nicht die Produzenten, und ebenso wenig der Zwischenhandel oder die Grossverteiler. Vielleicht engagierte Organisationen? Und wann/wo/wie geht die Ware durch deren Hände? Eben. Müsste man sich also aktiv um die Informationen bemühen, und das bei der schier unerträglichen Infotainment-Flut und vollem Tagesprogramm von früh bis spät.

    Die Missstände gehören auf die Titelseiten und Frontpages.! Aber der ganz alltäglich Wahnsinn ist den meisten Medien ja keine Erwähnung mehr wert, ausser vielleicht der TagesWoche? — Danke!

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  6. Ich verwehre mich gegen die im Artikel betriebene Verantwortungs-Umkehr: die primäre Verantwortung für unsere Gesellschaft (wirtschaftlich, sozial und kulturell) trägt nicht die breite Masse, sonder sie obliegt der Elite. Meine Aussage mag polarisieren, doch die Geschichte zeigt, dass Initiativen zu Strukturwandel immer einer Elite entstammen, und die breite Masse zur Zielerreichung lediglich instrumentalisiert wird. Das war bei der Französischen und Russischen Revolution genauso der Fall, wie bei der Unabhängigkeitserklärung der USA und dem Untergang der Weimarer Republik. Wer also den wirtschaftlichen Wandel als Aufgabe einer verantwortungsbewussten Konsumenten-Masse darstellt, betreibt Ablasshandel für die bestehenden Macht- und Vermögenseliten. Sonderbar, gerade die TaWo ist ja Beleg dafür, dass Elite-Engagement mehr bewirkt, als der gute Wille von Tausenden…

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  7. Ich sehe das auch so mit den Labels. Aber auch da ist die Situation verworren: Ich habe mich einmal näher mit dem Thema „Land Grabbing“ beschäftigt und dabei festgestellt, dass gerade auch Max Havelaar z.B für den Anbau von Rosen das Land von einheimischen Bauern beschlagnahmt. Das fruchtbare Land wird zunehmend knapper und ausländische Firmen – so auch M.Havelaar – reissen sich um die letzten Flecken bebaubarer Erde. Die Labels wie Max Havelaar oder Fairtrade haben einfach bestimmte Kriterien zu erfüllen, aber andere fallen dabei weg. Vielleicht braucht es neue, strengere Kriterien, auf jeden Fall braucht es mehr solche Labels und sicher braucht es auch mehr Aufklärung, warum solche Labels wichtig sind. Deswegen danke für diesen Beitrag!

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