Gut Kunsthandwerk will Weile haben: «Tresor» wird erst 2019 wieder geöffnet

Die Verantwortlichen der Kunsthandwerk-Messe Tresor sprechen von einer sehr erfolgreichen ersten Ausgabe. Gerade deshalb wollen sie ein Jahr pausieren, bevor sie dann im Jahresrhythmus weitermachen werden.

An der ersten «Tresor»-Ausgabe funkelte und glänzte es kunstvoll an allen Ecken und Enden.

Es war ein prachtvoller Auftakt, den die Initianten der Contemporary Craft-Messe Tresor im September des vergangenen Jahres hingelegt haben. Von aus Holz gearbeiteten Vasen, aus Münzen getriebenen Schälchen, textil anmutenden Geflechten aus Silber oder Gold bis zu einem Wahnsinns-Custom-Bike gabe es allerlei Kunsthandwerk zu bestaunen – und zu erstehen. 

https://tageswoche.ch/form/portraet/eben-noch-in-der-scheune-rumgeschraubt-ploetzlich-an-der-kunstmesse-tresor/

Ausgesprochen erfolgreich soll diese erste «Tresor» gewesen sein, wie die Macher verkündeten. 38 Aussteller aus 12 Ländern, Werke von 287 Künstlern, 5400 Besucher und ein Umsatz von 1,2 Millionen Franken – eine Bilanz, «welche die Erwartungen übertraf», wie es hiess.

Und nun folgt die Ankündigung, dass es im September 2018 nicht zur zweiten Ausgabe kommen wird. Die Geschäftsleitung und Inhaber verschieben die zweite Ausgabe um ein Jahr, heisst es in einer Medienmitteilung. Das sei nötig, um die Messe inhaltlich und strategisch weiterzuentwickeln: «Seit der Lancierung im Jahr 2017 geht immer deutlicher hervor, dass die Zweitdurchführung eine ähnlich lange Vorlaufzeit braucht, um an den Erfolg der ersten Messe anzuknüpfen und diesen zu festigen.»

«Auf Kompromisse wollen wir uns nicht einlassen»

Auf Anfrage präzisiert Messe-Mitgründerin und Chairwoman Nadine Vischer: Die Messe Tresor habe mit ihrem Konzept in der Schweiz Neuland betreten. Auch die Kunsthandwerk-Szene brauche etwas Zeit, um die neue Verkaufsplattform mit dem nötigen Qualitätsanspruch nutzen zu können. «Die Erstausgabe hat hohe Erwartungen geschürt, die wir in Zukunft unbedingt erfüllen müssen», sagt Vischer. «Auf Kompromisse können und wollen wir uns bei der so wichtigen zweiten Ausgabe nicht einlassen.»

Ab 2019 soll es dann aber im Jahresrhythmus weitergehen. Das bedinge, dass man parallel zur zweiten auch die weiteren Ausgaben planen müsse, sagt Vischer.  Bei der riesigen Aufbauarbeit für die Neulancierung sei die längerfristige Planung zu kurz gekommen.

Nächster Artikel