7 Basler Bands marschieren zur Plattentaufe auf

Konzertfans, zückt die Agenda! Das Basler Bandfestival BScene rückt näher – aber die lokale Bandszene rückt schon jetzt mit einigen Neuheiten raus. Wir präsentieren: 7 Plattentaufen, die in den nächsten Wochen Beachtung verdienen. Das Basler Bandfestival BScene rückt näher – aber die lokale Bandszene rückt schon jetzt mit einigen Neuheiten raus. Deshalb präsentieren wir: 7 […]

Konzertfans, zückt die Agenda! Das Basler Bandfestival BScene rückt näher – aber die lokale Bandszene rückt schon jetzt mit einigen Neuheiten raus. Wir präsentieren: 7 Plattentaufen, die in den nächsten Wochen Beachtung verdienen.

Das Basler Bandfestival BScene rückt näher – aber die lokale Bandszene rückt schon jetzt mit einigen Neuheiten raus. Deshalb präsentieren wir: 7 Plattentaufen, die in den nächsten Wochen Beachtung verdienen.

1. Last Leaf Down – «Fake Lights»

Das Laufental hat schon manch innovative Band aus seinen Hügeln hervorgebracht – mit Last Leaf Down meldet sich nun der nächste Newcomer mit einem Debut an, das aufhorchen lässt. Das Quartett existiert seit gut zehn Jahren, hat nach einigen Besetzungswechseln jedoch erst jetzt zu seiner Form gefunden – und zu was für einer: «Fake Lights» beeindruckt mit einem verwaschenen, butterweichen Sound, der trotz eindeutiger Affinität für Shoegaze und Etheric Wave höchst transparent in Zeitlupe heranschwappt. Das überzeugte auch das Leipziger Plattenlabel «Lifeforce Records», das sonst im Metal und Hardcore zuhause ist, welches den Laufentalern einen internationalen Vertrag anbot. Versinken und in der Frühlingssonne wieder herauskriechen – und dazwischen zur Plattentaufe in der Biomill Laufen auftauen.

_
Biomill, Laufen. Sa, 24. Januar, 21 Uhr.

2. Mistral – «Chaise en plastique»

Diese Stimme hat man zuletzt mit einer ganz anderen Schlagzahl gehört: Markus Gisin rockte einst mit Lunazone und vor allem Zamarro hart und heftig durch die Garage. Ein paar Jahre später hört man ihn auf dem Debut «Chaise en plastique» von Mistral wieder – in Französisch. Zu Mistral gehören neben Gisin die Musiker Yves Neuhaus und Boris Witmer, die man aus anderen Basler Formationen kennt, sowie Jana Landolt (Ex-Rosebud) am Schlagzeug und der zweiten Stimme. Der Bandname ist dabei musikalisches Programm: Wie der Fallwind, der durchs Rhonetal an die Mittelmeerküste weht, tänzelt das Quartett durch den swingenden französischen Chanson à la Jacques Dutronc und Joe Dassin und rührt ihn zu einem Potpourri mit all den stilistischen Zutaten, die die erfahrenen Musiker sonstwo aufgeschnappt haben.

_
Parterre, Basel. Fr, 30. Januar, 21 Uhr.

3. Dew – «Calm The Noise»

Es war ein langer Weg vom letzten Album bis in die Gegenwart: 2006 erschien «Moments To Dwell» von Dew, produziert in den USA als ausdrucksstarkes Folkalbum und in der Schweiz auf beiden Seiten des Röstigrabens mit grossem Wohlwollen aufgenommen. Und dann, als hätte die Formation um Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Nicole Schelker den eigenen Albumtitel selbst etwas wörtlich geworden: Stille. Wegen Babypause lag das Trio eine Weile brach. Anfang 2014 begannen schliesslich die Aufnahmen zum neuen, zweiten Album – diesmal in den Basler «Heliumrecords» Studios. Geblieben sind die fragilen Lieder, die zarten Arrangements, das Knistern in der Stimme. «Calm The Noise», verlangt der Albumtitel – richtig so. Das hier braucht Ruhe beim Hinhören.

_
Parterre, Basel. Sa, 31. Januar, 21 Uhr.

4. Navel – «Songs Of Woe»

Muss man sie noch vorstellen? Ist bereits getan: Das vierte Album von Navel haben wir hier bereits ausführlich gewürdigt. Auf «Songs Of Woe», erschienen im vergangenen Spätherbst, hat das Quartett um Jari Antti den Schritt weg vom Noise-Rock früherer Tage endgültig vollzogen. Bereits ihr drittes Album «Loverboy», noch keine zwei Jahre alt, experimentierte schon reif mit Blues, Surf und swingenden Sixties. «Songs Of Woe» schweisst diese Nähte nun noch enger zusammen. Dass sie live die grosse Geste zum hemmungslosen Ausbruch nicht verlernt haben, bewiesen sie auf einer bereits abgefertigten Deutschlandtournee. Nun soll sich, endlich, das Heimpublikum daran laben.

_
Kaserne, Basel. Sa, 31. Januar, 21 Uhr.

5. Sareena Overwater – «Moments In Time»

Neuen Folk gibts auch von Sareena Overwater bald zu hören. Ihre Wurzeln liegen mehr im britischen denn nordamerikanischen Folk, und dort, in Dublin, spielte sie auch ihr Debut ein, das vor zwei Jahren erschien und dem Dutzende Konzerte auf der grünen Insel, in Resteuropa und in den USA folgten. Nun liegt mit «Moments In Time» ihr zweites Album vor, diesmal produziert in Kalifornien. Grossen Raum nehmen hier die zarten, luftdurchwehten Balladen wie das Titelstück ein: ein Klavier, eine ergreifende Stimme, viel Gänsehaut.

_
Tabourettli Basel. So, 1. Februar, 19 Uhr.

6. Zitral – «Rapmusig»

«Rapmusig» steht drauf, Rapmusic ist drin. Seit Jahren ist das Debut des Birsfeldners Zitral angekündigt, nun erscheint es im Wohnzimmer des Basler Rap, bei «TripleNine Recordings». Grossgeworden als Freestyle-Rapper in den regionalen Jugendhäusern und, später, an Open-Mic-Sessions, bildete der mehrschultrige Track «Ai Daag in Basel» 2005 sein erstes dickes Ausrufezeichen, das auf Konserve zu haben war. Das vollständige Debut sollte indes noch einige Jahre dauern, dafür steckt auch eines drin: 22 Tracks, für deren Boden DJ Freak und Johny Holiday (Brandhärd) sorgen, sowie ein paar wohldosierte, aber pointiert gesetzte Gäste wie der nach Basel abgewanderte Berner Greis. Dass Zitral den Rest im Alleingang hinkriegt, hat er schon länger verhiessen: 2005 räumte der Freestyler im «Battle der Kantone» für Basel ab, den er im Folgejahr verteidigte. Nichts verlernt, auch zehn Jahre danach.

_
Kaserne, Basel. Sa, 14. Februar, 22.30 Uhr.

7. Blush – «Lifelines»

Sehnsuchtsmärsche durch Montmartre: Blush haben als Quartett auf bisher zwei Alben sich jeweils bis zum Himmel gestreckt, um die grossen Melodien à la Coldplay oder Keane zu greifen. Mittlerweile zum Duett geronnen, veröffentlichen Sänger Dominik Sutter und Gitarrist Marcel Huber mit «Lifelines» nun ihr bisher ambitioniertestes, mächtigstes Werk. Produziert von Stefan Wagner (Lovebugs) schickt Videofilmer Simon Ramseier (ebenfalls Lovebugs) im Clip zur Single «I Wonder» das Duo durch Paris, entlang alten Mauern flanierend, den Blick über die Dächer der Stadt in den Himmel gerichtet. Ein Clip mit Ansage: «Lifelines» präsentiert sich als Platte der strahlenden und vor Bombast überwältigenden Fluchtpunktsongs raus aus dem Alltag. Gross der Anspruch, gross die Geste.

_
Kuppel, Basel. Do, 12. März, 21 Uhr.

Konversation

Nächster Artikel