Baselbieter Landrat lässt das Theater Basel fallen

Der Baselbieter Landrat hat beim 700’000-Franken-Zustupf ans Theater Basel eine Kehrtwende vollzogen. Er lehnte den Zusatzbeitrag mit Stichentscheid der Landratspräsidentin Myrta Stohler (SVP) ab. Im Dezember 2014 hatte er einem entsprechenden Budgetantrag noch knapp zugestimmt.

Der Landrat verweigert dem Theater Basel den Zustupf, den er vor drei Monaten noch bewilligt hatte (Szenenbild aus «Der Park« von Gabriel Vetter). (Bild: Simon Hallström)

Der Baselbieter Landrat hat beim 700’000-Franken-Zustupf ans Theater Basel eine Kehrtwende vollzogen. Er lehnte den Zusatzbeitrag mit Stichentscheid der Landratspräsidentin Myrta Stohler (SVP) ab. Im Dezember 2014 hatte er einem entsprechenden Budgetantrag noch knapp zugestimmt.

Das Theater Basel und die Baselbieter Politik: Eine Freundschaftsbeziehung ist das nicht. Erst recht nicht, wenn sich der Landrat so roten Zahlen gegenübersieht, wie dies schon seit längerer Zeit der Fall ist. Dann nimmt er auch Zusicherungen, die er vor knapp einem halben Jahr erteilt hat, wieder zurück.

So wie im aktuellen Fall: Im Dezember 2014 hatte das Kantonsparlament ein Budgetpostulat des SP-Landrats Jürg Degen über einen Zusatzbeitrag von 700’000 Franken mit 45 zu 42 Stimmen gutgeheissen, damit aber offenbar seine rechtlichen Befugnisse überschritten. Weil es sich um eine neue Ausgabe handelt, sei eine separate Vorlage nötig, befand die Regierung danach.

Diese Vorlage wurde jetzt am Donnerstag mit 40 zu 40 Stimmen und Stichentscheid der Landratspräsidentin Myrta Stohler von der SVP abgelehnt. Dies obwohl sich die Bildungs-, Kultur- und Sportkommission des Landrats kürzlich erst dafür ausgesprochen hatte, den Zustupf erneut zu genehmigen.

Die Mitte war gespalten

Weil die erneute Abstimmung noch in der alten Legislaturperiode stattfand, waren die Hoffnungen realistisch, dass der Theaterbeitrag doch noch bewilligt wird. Das Abstimmungsresultat zeigt, dass einige Landräte ihre Meinung geändert haben.

In der Debatte waren keine neuen Argumente zu hören. Während etwa die SP für den Beitrag die Bedeutung des Theaters für den Kultur- und Wirtschaftsstandort ins Feld führte, verwies die SVP, die bereits im Dezember 2014 vehement Nein gesagt hatte, auf die verschlechterten Kantonsfinanzen. Die Mitte zeigte sich in der Abstimmung gespalten.

Die Regierung war stets gegen die Mehrausgabe, äusserte sich am Donnerstag aber nicht.

Konversation

  1. Renato Becks „Budget-Chaos“-Artikel und Dominique Spirgis Zeilen lese ich als eines. Darum komme ich gar nicht drum rum, wenn ich die Zuschauerzahlen am Theater studiere: die gerechtfertigte Forderung bezüglich gerechter Zahlanteile wird von BL seit Jahren mit Ausreden, Kampfansagen gegen die Stadt und Argumentenuscheleien wie eine lästige Mistfliege weggescheucht.

    Spielt man den unordentlichen Bauern, der kein Geld hat, (worunter man gleichzeitig mit gekränkter Miene leidet) kann man sogar Univerträge brechen wollen. Und die Engherzigkeit, 700’000 Franken nicht aufbringen zu wollen, begründen.

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  2. Liebe Beiträgler:
    Sie haben es alle halb begriffen: Das IST das Baselbieter Theater, und zwar sogar zum Nulltarif (, wenn man von den Steuern mal absieht)!
    Jeder darf zugucken, kommentieren, mitmachen, weinen und sich freuen!

    So war doch auch die antike Komödie!

    Ach, der letzte macht dann später das Licht aus.

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    1. „der letzte macht dann später das Licht aus“ – korrekt: Basel würgt mit seinen selbstgestrickten Schalldruckmessungen irgendwelche Subkultur ab und BL gibt BS mit den verweigerten 700K den Rest.

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  3. Ich möchte niemandem zu nahe treten, habe aber den Eindruck, dass der Untertitel zum Bild nicht korrekt ist. Es zeigt doch, meiner Meinung nach, die finanzielle Lage des Kantons Basel-Landschaft (Herr im Anzug am Boden). Darum herum eine Vertreterin und zwei Vertreter der umliegenden Kantone. Der Herr mit der Flasche in der Hand könnte vom Kanton Basel-Stadt sein. Rechts vielleicht ein Aargauer und hinten die Vertreterin des Kantons Solothurn. Alle drei bemühen sich krampfhaft, nein, ich meine mit aller Macht, den Kanton Basel-Landschaft am Leben zu erhalten…

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