Basler Lehrer wollen keine Leistungschecks mehr

Eine Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer des Kantons Basel-Stadt will keine Leistungschecks an den Volksschulen mehr. Die Kantonale Schulkonferenz (KSBS) hat am Mittwoch eine entsprechende Resolution verabschiedet.

Für die Basler Lehrpersonen sind die Leistungchecks «teuer und unnötig».

(Bild: Georgios Kefalas / Keystone)

Eine Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer des Kantons Basel-Stadt will keine Leistungschecks an den Volksschulen mehr. Die Kantonale Schulkonferenz (KSBS) hat am Mittwoch eine entsprechende Resolution verabschiedet.

In den Schulen der Nordwestschweiz werden seit mehreren Jahren standardisierte Leistungschecks durchgeführt. In Basel-Stadt fielen die Ergebnisse von Primarschülerinnen und -schülern im Vergleich gegenüber Solothurn, Aargau und Baselland zuletzt schlecht aus.

Nun haben Basler Lehrpersonen an der Kantonalen Schulkonferenz (KSBS) eine Resolution verabschiedet, in der gefordert wird, «die unnötigen und teuren externen Leistungschecks in der obligatorischen Schule» abzuschaffen. Im Resolutionstext heisst es weiter, die Checks seien förderdiagnostisch unbrauchbar und würden zu einem «Unterrichten auf den Test hin» führen. Zudem bestehe die Gefahr von «unsinnigen Rankings» bis auf Kantonsebene.

Grosse Mehrheit für Abschaffung

Eingereicht worden war der Antrag von mehreren Lehrpersonen verschiedener Schulen im Kanton Basel-Stadt. Die Gesamtkonferenz habe die im Vorfeld von den Schulstandorten diskutierte Resolution «sehr deutlich» angenommen, wie die Präsidentin der Kantonalen Schulkonferenz auf Anfrage sagte.

Der Vorstand der KSBS hatte den Antrag unterstützt. Die Resolution gibt dem leitenden Ausschuss der KSBS die Verhandlungsposition in den weiteren Gesprächen mit dem Erziehungsdepartement vor. Sie werde zudem dem zuständigen Regierungsrat zur Kenntnisnahme zugestellt.

Die Kantonale Schulkonferenz Basel-Stadt ist das Mitspracheorgan aller Lehr- und Fachpersonen an den öffentlichen Schulen im Kanton Basel-Stadt. Sie besteht aus rund 2000 Personen.

Politische Vorstösse überwiesen

Widerstand gegen die im Stadtkanton erst vor wenigen Jahren eingeführten Checks gibt es in den beiden Basel indes auch auf politischer Ebene. Im Grossen Rat wie auch im Landrat sind in der vergangenen Woche entsprechende Vorstösse an die Regierungen überwiesen worden.

Die standardisierten Leistungsmessungen sollen Auskunft geben über den individuellen Leistungsstand der Schüler, über den Stand der Klasse sowie der Schulen. Zudem soll im Bildungsraum Nordwestschweiz – dazu gehören die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn – ein Vergleich auf Kantonsebene möglich sein.

Vorgesehen sind vier Checks, die jeweils zu Beginn des dritten und sechsten Primarschuljahres sowie im zweiten und letzten Sekundarschuljahr stattfinden. In diesem Schuljahr sind erstmals mit allen dritten Primarschulklassen Checks durchgeführt worden.

Konversation

  1. Hallo Dänny – ich stimme Dir zu. Nur man muss auch Verständnis haben für den Frust den die Lehrer erleiden. Durch die Zusammensetzung der Klassen im Extremfall 1 Schweizer unter 24 Schüler hat der Pädagoge gar nicht mehr die Möglichkeit den Stoff durchzukriegen. In BS werden schlecht deutschprechende in Massen in Klassen integriert. In Nachbarkantonen werden die Hochbegabten rausgenommen und in Förderklassen gefordert. Das bringt die ganze Klasse weiter!

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  2. Peinlich, peinlich. Dass die Lehrer die Tests als Ranking auffassen und sich gar genötigt sehen, ihren Unterricht darauf hin auszurichten, spricht nicht gerade für das Verständnis für wissenschaftliche Arbeit, das man von Lehrern eigentlich erwarten dürfte.

    Stattdessen lässt es tief in ein von Konkurrenzdenken und Neid zerfressenes Kollegium blicken.

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  3. Das ist in der Tat so – damit in Basel auch die nicht hier geborenen mitkommen und der Klassenschnitt steht muss der Stoff in entsprechend mehr Zeit durchgenommen werden. Nicht nur in AG sieht es besser aus, auch in den anderen Nachbarkantonen. Mit besserer Schulbildung hat man es aber später definitiv einfacher für eine Berufslehre oder Matura.

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  4. War sowohl im Aargau als auch in Basel in der Schule und muss sagen das Niveau im Aargau ist bedeutend höher. Ich denke die schlechte Leistung kommt daher das man in Basel in der selben Zeit einfach weniger mitkriegt als in anderen Kantonen. Ob ein höheres Niveau für ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben nötig ist, bezweifle ich jedoch.

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