Basler Regierung gegen Initiative für Steg am Münsterhügel

Die Basler Regierung beantragt dem Grossen Rat, die Initiative «Grossbasler Rheinuferweg jetzt!» dem Volk unformuliert und mit Empfehlung auf Ablehnung vorzulegen.

(Bild: Nils Fisch)

Die Basler Regierung beantragt dem Grossen Rat, die Initiative «Grossbasler Rheinuferweg jetzt!» dem Volk unformuliert und mit Empfehlung auf Ablehnung vorzulegen.

Wie die Basler Regierung in ihrer Medienmitteilung schreibt, erachtet sie den Mehrwert eines Grossbasler Uferwegs zwischen Wettstein- und Mittlerer Brücke als gering; ein solches Projekt werde als nicht prioritär eingestuft. In ihrem Bericht an den Grossen Rat zeige sie in erster Linie auf, welche rechtlichen Voraussetzungen die Erstellung eines Rheinuferwegs am Münsterhügel erfüllen müsste.

«Abgesehen davon, dass es für die abschliessende Beurteilung der Bewilligungsfähigkeit ein konkretes Projekt braucht, gibt es grundsätzliche Einwände gegen den Steg aus Sicht des Denkmalschutzes und des Naturschutzes», sagte Marion Jaggi von der Rechtsabteilung beim Bau- und Verkehrsdepartement auf Nachfrage der Tageswoche.

Überraschung auf beiden Seiten

Bereits vor 10 Jahren sei das Projekt der CMS aus denkmalschützerischen Gründen abgelehnt worden, «und heute  ist die Situation eher noch schwieriger, weil der betreffende Abschnitt inzwischen im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz sowie im kantonalen Inventar der schützenswerten Naturobjekte aufgenommen ist.» Das seien nicht absolute Ausschlusskriterien, so Jaggi, aber Kriterien, die in einer Interessenabwägung gegen den Steg sprächen.

Hoch erfreut über die Nachricht, dass die Regierung dem Grossen Rat die Ablehnung der Initiative empfiehlt, reagierte Robert Schiess, der Präsident des Basler Heimatschutzes und erklärter Gegner eines Stegs an diesem Ufer. Das hätte er nicht erwartet, sagte er. Er hätte vielmehr gedacht, es seien alles «Sauglattisten am Werk». Im ersten Moment überrascht zeigte sich auch SP-Grossrat Daniel Goepfert, Gründer des Komitees «Grossbasler Rheinufergweg jetzt!», er fügte jedoch gleich an: «Das ändert nichts an der Situation, dass letztlich das Volk entscheidet.» Und da sei er nach wie vor zuversichtlich.

Das Komitee hatte die Initiative mit über 3700 Unterschriften eingereicht. Das Begehren verlangt den Bau eines durchgehenden Fussgängerstegs unterhalb der Pfalz am Rhein.

Konversation

  1. ….genügt vollkommen. Wir wollen nur gemütlich in Wassernähe dem Grossbasler Rheinufer entlang schlendern können, von der Breite bis zum bald einmal entstehenden Weg vor der Novartis, der uns bis nach Hüningen führen wird. Die wunderschöne Rheinufer-Silhouette beim Münster wird durch die Spazierenden weder entweiht noch in ihres Zaubers beraubt. Und wenn’s eindunkelt, wird der Durchgang geschlossen. Somit ist auch der Schlaf der darüber Wohnenden gewährleistet.

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  2. Hätte man vor 10 Jahren Herzog & de Meuron mit dem Projekt betraut, könnte man den Weg schon seit 11 Jahren benutzen.

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  3. Ich bin 100% für einen Steg, aber nur wenn er eben ein Steg ist, vielleicht noch mit einer simplen Balustrade um den Mund der Sicherheitsparanoia stumm zu stopfen. Ich will einfach darauf spazieren können, und nicht über die (meine Meinung nach immer absurder) Weiterentwiklung der Stararchitekten denken müssen. Ich will das Wasser sehen, die Enten, das gegenüberliegende Ufer und nicht unnötigen Firlefanz! Davon haben wir in Basel mehr als genug.

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  4. Technokratie hat auch ihre guten Seiten. So manche Vision hat sich im Nachhinein als dämliche Stupidität erwiesen.

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  5. Uferlandschaften sind ein knappes Gut und müssen deshalb der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Es ist höchste Zeit, dass der Steg endlich kommt!

    Es wird ja wohl kein wirkliches Problem sein, einen leichten diskreten Steg zu bauen, der das Gesamtbild nicht stört.

    also wirklich. was soll das ständige Klemmen, das ist mehr als ärgerlich.

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  6. Soll man einen Spazierweg am Grossbasler Rheinufer bauen, wenn jemand sogar Geld dafür aufwirft? Da kann man doch nur klar und entschieden JA dazu sagen!

    Auch wenn irgendwelche Kreise da ihre seltsamen Bedenken haben: Irgendwann wird es hoffentlich dann doch mal gelingen: Entweder erlebe ich es noch selber, oder meine Kinder oder Enkel…

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