Behörden reagieren auf Vorwürfe: Messungen sollen Gewissheit bringen

Das Lufthygieneamt beider Basel reagiert auf die Vorwürfe von Altlastenexperte Martin Forter: Staubmessungen im Kleinbasel sollen aufzeigen, ob die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen zeitweise tatsächlich mit giftigem Lindan-Abfall-Staub belastet werden.

Das Lufthygieneamt beider Basel reagiert auf die Vorwürfe von Altlastenexperte Martin Forter: Staubmessungen im Kleinbasel sollen aufzeigen, ob die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen zeitweise tatsächlich mit giftigem Lindan-Abfall-Staub belastet werden.

Am Donnerstagmorgen hat der Altlastenexperte Martin Forter schwere Vorwürfe gegen Novartis publik gemacht: Der Pharma-Riese sei für den Gestank im Kleinbasel verantwortlich. Beim STEIH-Areal in Hüningen, das seit einem Jahr wegen giftigem Lindan-Abfall aus dem vorigen Jahrhundert saniert wird, habe Novartis zu günstige Schutzzelte installiert, so der Vorwurf. Forter vermutet, dass dadurch zeitweise giftiger Lindan-Abfall-Staub entweiche. Lindan-Abfall riecht typischerweise modrig – so wie es zeitweise im Kleinbasel riecht.

Bislang haben sich die Basler Behörden relativ vornehm aus der Angelegenheit raushalten können. Die Sanierung des verseuchten Bodens führe Novartis in Frankreich durch, weshalb die französischen Behörden für die Kontrolle zuständig seien, argumentierten das basel-städtische Amt für Umwelt (AUE) und das Lufthygieneamt beider Basel gegenüber der TagesWoche. Um in irgendeiner Form handeln zu können, benötigten sie mehrere Geruchsklagen seitens der Bevölkerung. Und diese hätten bislang angeblich gefehlt, hiess es noch gegenüber der TagesWoche.

Messungen dienen der Gewissheit

Nach den nun erhobenen Vorwürfen von Martin Forter reagieren die Behörden jetzt aber doch noch. Nach Auskunft von Jürg Hofer, Leiter des AUE, gibt es derzeit zwar immer noch keinen Hinweis auf Niederschlag mit Staub aus der mit Zelten überdeckten Grube ennet der Grenze. Doch Messungen sollten jetzt Gewissheit bringen.

Gestartet wird mit den Staubmessungen voraussichtlich bis Anfang nächster Woche. Die Messgeräte müssen über mehrere Tage stehen gelassen werden. Dann kann der Niederschlag, der sich auf den Geräten bildet, analysiert werden. Resultate liegen deshalb laut Hofer frühestens eine Woche nach Beginn der Messungen vor.

Gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte Hofer, es habe bereits im Mai und Juni erste Reklamationen wegen des «modrigen Kellergeruchs» gegeben. Noch vor einer Woche sagte sein Stellvertreter, Dominik Keller, der TagesWoche, es habe «noch keine Reklamationen gegeben». Nur das Lufthygieneamt bestätigten einen Kläger, der sich im Juni und Juli beklagt haben soll.

Vom Gestank gehe indes wegen der sehr schwachen Konzentration keine Gefährdung aus, sagte Hofer gegenüber der sda. Wenn es dagegen tatsächlich Lindan-Staub in der Luft hätte, wäre dies «gravierend». Lindan sei gefährlich und gehöre nicht in die Umwelt.

Konversation

  1. Da ich hin und wieder den Supermarkt in Huningue aufsuche, um ein schönes Fischelein zu posten, fahre ich ab und an auf der Strasse, die vom Zoll an der Deponie vorbei ins Städtelein führt. Einige Male war die Luft doch so würzig, dass ich lieber aus der Fischtüte atmete. Eines schönen Samstages war die Luft gar richtig unangenehm, staubschwanger und nachgerade reizend im Hals. An jenem Tag verkehrten Spritzfahrzeuge auf der Strasse, ich nehme an, um den Staub in der Luft und auf dem Asphalt zu binden.

    Was da genau das lustige Kitzeln in meinen Atemwegen auslöste, weiss ich nicht, da mir die Erfahrung im Deponie-Schnüffeln fehlt.

    Und ja, mein Vortrag hat anekdotischen Charakter und entbehrt jeglicher Beweiskraft.

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  2. man könnte ja einfach die bereits gemessenen luftfilter aus den laufenden luftmessungen (zb an der feldbergstrasse) auf lindan überprüfen. dann hätte man sogar daten von früher…

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