Demonstration für islamistische Regierungspartei in Tunis

„Marsch der Millionen“: In der tunesischen Regierungskrise hat eine Demonstration der islamistischen Ennahda-Partei mehrere Zehntausend Menschen auf die Strasse gebracht. In Tunis skandierten Aktivisten: „Die Unterstützung von Ennahda ist Pflicht!“

Anhänger der islamistischen Regierungspartei gehen in Tunis auf die Strasse (Bild: sda)

„Marsch der Millionen“: In der tunesischen Regierungskrise hat eine Demonstration der islamistischen Ennahda-Partei mehrere Zehntausend Menschen auf die Strasse gebracht. In Tunis skandierten Aktivisten: „Die Unterstützung von Ennahda ist Pflicht!“

Im Streit um eine Kabinettsumbildung hatte die führende Regierungspartei für Samstag zur Demonstration aufgerufen. Die Spitze von Ennahda wehrt sich gegen die Schaffung eines Expertenkabinetts.

Dies hatte der als gemässigt geltende Premierminister Hamadi Jebali, selbst Ennahda-Mitglied, gefordert. Gleichzeitig drohte Jebali seinen Rücktritt an, falls seine Vorstellung nicht umgesetzt wird.

Die Verhandlungen zur Lösung der Krise in Tunesien sollen diesen Montag weitergeführt werden. Nach Gesprächen am Freitag hatte Jebali von „Entwicklung und Fortschritt in allen Punkten“ gesprochen. Wichtiger als Fristen seien die Interessen Tunesiens und eine Lösung für die Menschen.

Politischer Mord vertieft die Gräben

Nach der Ermordung des Oppositionspolitikers Chokri Belaïd in der vergangenen Woche wollte Jebali mit einer Expertenregierung die Lage im Land entschärfen. Hochrangige Mitglieder der islamistischen Ennahda lehnen dies jedoch ab.

Die Ennahda führt die Übergangsregierung, die im Ursprungsland des Arabischen Frühlings nach dem Sturz von Langzeitherrscher Zine al-Abidine Ben Ali im Januar 2011 gebildet worden war.

Beteiligt sind auch die Mitte-Links-Partei CPR um Staatspräsident Moncef Marzouki und die sozialdemokratische Partei Ettakatol von Mustapha Ben Jaâfar. Er leitet auch die verfassungsgebende Versammlung.

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