Die Print-Ausgabe der TagesWoche erscheint neu alle zwei Wochen

Über 300 gedruckte Ausgaben der TagesWoche haben wir in den vergangenen bald sieben Jahren für Sie produziert. Ab August erscheint die Zeitung nicht mehr im Wochenrhythmus, sondern jeden zweiten Freitag.

Schade, aber konsequent: Die TagesWoche verzichtet künftig auf jede zweite Print-Ausgabe.

Für jede einzelne Ausgabe der TagesWoche braucht es: 36 Seiten mit journalistischen Texten, Werbung, Bildstoff, Kreuzworträtsel, Kinoprogramm. Der Chef Print, Reto Aschwanden, stellt geeignete Inhalte aus der Redaktion zusammen, Produzenten und Layouterinnen, Bildredaktion, das Korrektorat und der Lithograf bringen diesen Stoff in Form. Ein Printprodukt verlangt Teamarbeit, an der praktisch alle 30 Beschäftigten der TagesWoche beteiligt sind.

Sibylle Schürch, Geschäftsleiterin

Wir haben Sie bereits früher darüber informiert, dass wir wie praktisch alle Medienunternehmen finanziell stark unter Druck stehen. Auch bei uns ist es eng. Das Team leistet tagtäglich grosse Arbeit – damit wir gedruckt wie online Inhalte bieten können, die es sich zu lesen lohnt. Nun mussten wir einsehen, dass wir diese Menge in Zukunft nicht mehr schaffen.
Oft wird so getan, als ob ein Abbau möglich wäre, ohne die Leistungen zurückzufahren. Oder es wird einfach schneller gearbeitet – auf Kosten der Qualität. Beides ist für uns keine Option. Online gewinnen wir stetig an Publikum hinzu, die Leserzahlen der Zeitung konnten wir in letzter Zeit in etwa halten.

Nun haben wir uns schweren Herzens entschieden, beim Print den Hebel anzusetzen. Statt jede Woche wird es per sofort nur noch alle vierzehn Tage eine gedruckte TagesWoche geben. Damit wollen wir sicherstellen, dass Sie alle zwei Wochen eine Zeitung mit Substanz bekommen.

Es tut uns leid, dass wir unseren treuen Print-Abonnentinnen und Abonnenten damit weniger bieten können als bisher. Wir haben unsere Abonnenten informiert und senken für neue Abos die Preise.

Unverändert bleibt unser Engagement für guten Journalismus für Basel. Die Entscheidung, nur noch alle zwei Wochen eine Printausgabe zu produzieren, ermöglicht es uns, weiterhin die nötige Zeit und Energie in Inhalte zu investieren. Qualität, der genaue Blick, die aufwendige Recherche, der gut geschriebene Text und ein tolles Team bleiben unsere Markenzeichen.

https://tageswoche.ch/form/editorial/unser-feind-die-deadline-wie-sie-uns-helfen-koennen/

Dossier Das ist die neue TagesWoche

Die TagesWoche macht sich nicht nur mit einem neuen Web-Auftritt schön. Sie verpasst sich auch ein überarbeitetes publizistisches Konzept. Was sich ändert, was gleich bleibt – und warum: Das lesen Sie hier.

Alles zum Thema (10)

Konversation

  1. Ich habe mal irgendwan kapiert, dass auch meine Nerven Geld wert sein könnten. Ergo ein möglichst billiges Ding, das dann ständig Probleme macht, kann man so relativ als zu teuer deklarieren, wegen den „nervalen Folgekosten“, weil man sich darüber immer wieder ärgert.
    Umgekehrt, auch das Gegenteil soll seinen „nervalen Wert“ haben, indem es anregend oder aufbauend wirkt, – das darf auch mehr kosten.
    In der Schweiz wird der „Wert“ oft in Bazeli berechnet, was aber den anderen, zum Beispiel „nervalen Wert“ unterschlägt. Das ist tragisch.

    Daher mein Vorschlag an die Tageswoche: Behaltet unsere Abokosten und produziert weiterhin „Wert“.
    Das sollte natürlich nur für Abonnenten gelten, die das auch vermögen.

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  2. Gestern lief zufällig mein Enthusiasten-Abo aus. Gleichzeitig sandten Sie mir eine neue Rechnung per Email über den selben Betrag von Fr. 220.-. Kommentarlos übrigens. Deshalb meine Frage.

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  3. Was ich immer noch nicht verstehe: Neu-Abonnenten bezahlen zB für das „Enthusiasten-Abo“ 180.- pro Jahr. Für die „treuen“ Abonnenten bleibt der Preis für das gleiche Abo gleich 220.-. Wieso ist das so?
    UND: verändert sich der Umfang der Zeitung oder bleibt er bei 36 Seiten?

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    1. Ich verstehe Ihre Zahlen nicht. Unsere Abonnentinnen und Abonnenten wurden informiert, dass wir Ihnen anbieten, den Abo-Betrag anteilsmässig zurückzuerstatten. Der Zeitungsumfang wird in der Regel bei 36 Seiten bleiben.

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  4. Liebe Frau Schürch, ich bin überzeugt, dass es Ihnen nicht leicht gefallen ist, diesen Brief zu schreiben. Vorschlag zur Güte: senden doch Ihren Abonnenten eine Probeausgabe der neuen, überarbeiteten, umfangreicheren 14-Tagesausgabe und lassen Sie die Abonnenten entscheiden, ob sie das Abo weiterführen wollen oder nicht. Denn niemand kauft gerne die Katze im Sack.

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    1. Die haben vor der Erscheinung des Onlineartikels einen Brief erhalten mit folgendem Angebot: wahlweise Büchergutscheine, anteilsmässige Rückerstattung oder eine Führung durch die Redaktion. Ich finde das mehr als fair!

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  5. Eine Zeitung ist von Heute, Morgen ist die Zeitung von Gestern.
    Eine Tawo ist klar eine Tawo, danach ist diese das Papier nicht mehr
    Wert.

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    1. Ja, besonders die Erklärungs-Liste, was es alles dazu braucht, um eine Zeitung zu produzieren, war sehr hilfreich. Man lernt nie aus! Das schätze ich an der TagesWoche.

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  6. Die täglichen News sind nach einer halben Woche oft schon kurz vor dem Verfallsdatum, nach zwei Wochen sind sie dann oft noch weiter…
    Was bleibt, ist oft das Kreuzworträtsel, Sudoku, Bimaru, etc. und das, was eben nicht alltäglich ist. Es ist der Übergang von der Zeitung zum Buch, also etwas, was zeitloser ist und daher auch lohnt, aufbewahrt zu werden, weil es auch viel länger aktuell noch ist.
    Beispiel: „Kursbuch“, heute aus dem Murmann-Verlag.
    Das, was frisch raus soll, kann auch in Form einer pdf-Datei raus, die man auf dem Tablet o.ä. lesen kann, wenn kein Internet da ist, zum Beispiel im Flugzeug.

    Ein alter Text von Ulrich Tilgner ist auch heute noch sehr lesenswert!

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  7. Der Handlungsbedarf zur «Gesundschrumpfung« war seit geraumer Zeit offensichtlich und der Entscheid bei der Printausgabe zu sparen ist nachvollziehbar. Weiterhin aber trotzdem auf einer Printausgabe zu bestehen, scheint mir fragwürdig. Ich brauche seit langem keine Printversion mehr. Online reicht und biete viel mehr Möglichkeiten.
    Die JournalistInnen sind dabei nicht an eine Zeilenvorgabe gebunden, können also Artikel ausufern, oder mäandern lassen, man ist viel flexibel in alle Richtungen und kann unmittelbar reagieren, auch ergänzen und korrigieren, zudem kann man als Diskussionsforum agieren und Schreiberlinge aller Art daran partizipieren lassen. Ein Mehrwert ist die Printausgabe lediglich für die Finanzierung durch Werbung, also die Inserenten.

    Manfred Messmer hat die Problematik in seinem Blog kürzlich ebenfalls thematisiert (am Beispiel der BaZ). Der Niedergang der gedruckten Presse scheint unaufhaltsam. Mein damaliger Kommentar zu MM:

    «Eine gesunde und robuste Demokratie ist auf adäquate Kommunikationsmittel, Informationsplattformen und Diskussionsforen angewiesen. Nicht nur die Zivilgesellschaft muss sich darstellen können, sondern auch die PolitikerInnen, die Politik, Interessenverbände, usw. MM ist nicht der erste Experte, welcher uns den schleichenden Niedergang der gedruckten Presse erläutert. Die Vielfalt der Szenarien und die differenzierten Analysen bestätigen nur, was wir alle bereits wissen. Die Suche gilt den Alternativen. Oder kann die Demokratie ohne Presse auskommen? Werden zukünftige Wahlen sich auf die sozialen Netzwerke fokussieren? (und damit wiederum Viele ausschliessen). Oder kommunizieren und politisieren wir weiterhin auf einem Mix von Rumpfpresse, Twitter, Facebook, etc.? Oder wird es zum Zeitpunkt X Aufgabe des Staates sein, die Kommunikation zu seinem Volk sicherzustellen? Die Tageszeitung als Service public? Oder lassen wir die Demokratie schlittern? Und überlassen die Meinungsbildung dem Zufall oder den mächtigen Geldgebern und ihren rechtsnationalen Gefolgschaften?«

    Die Tageswoche rettet ihr wankendes Geschäftsmodell notdürftig und hat entsprechende finanzielle Entscheide getroffen. Damit ist die Tageswoche als Printmedium und als Kommunikationsplattform aber fürwahr nicht aus dem Schneider. Die nötige Diskussion ist vertagt worden. Es wird Zeit, dass die Politik sich um die serbelnde Presselandschaft kümmert. Ohne breit abgestützte und funktionierende Medien, kommt die Meinungsbildung und der Informationsaustausch als Grundlage der Demokratie ins Wanken.

    Wo die Alternativen zu finden sind und wie sie aussehen, weiss ich auch nicht. Welche Synergien mit Zusammenschlüssen und Kooperationen zu erzielen sind, ist offen, aber ich würde hier mit der Suche starten. Es gibt viele kleine Publikationen, bis hin zu Parteizeitungen, Vereinsblättern, Kulturzeitschriften und privat betriebenen Onlineportalen und Blogs, Privatradios und Fernsehsender welche am Serbeln sind und sich nur mit Sponsoring, Spendengeldern oder Mäzenatentum am Leben halten können. Als Konsument bin ich mit dieser verzettelten Medien- respektive Informationslandschaft aber sowieso permanent überfordert. Ich muss meine Informationen über zu viele Kanäle zusammenklauben. Ein Zusammengehen gäbe aus meiner Sicht Sinn. Als zufälliges Beispiel: Warum braucht es die Alleingänge zwischen der Programmzeitung (Monatsmagazin zum Kulturleben im Raum Basel) und der Tageswoche? Die Inhalte könnten in jedem Fall problemlos zusammengeführt werden (es sind deckungsgleich die gleichen KonsumentInnen). Bei den Strukturen und Infrastrukturaufwänden, dito Verwaltung und Distribution, wären substantielle Einsparungen möglich. Aber klar! Man müsste über den eigenen Schatten springen. Neues riskieren.

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