Die St. Jakobshalle darf saniert werden

Glück für die Basler Regierung: Der Grosse Rat hat heute Nachmittag die umstrittene Sanierung der St. Jakobshalle abgesegnet.

Der Grosse Rat will wie die Regierung ebenfalls nur eine Sanierung der St. Jakobshalle (Bild: Cedric Christopher Merkli)

Glück für die Basler Regierung: Der Grosse Rat hat heute Nachmittag die umstrittene Sanierung der St. Jakobshalle abgesegnet.

Die in die Jahre gekommene St. Jakobshalle erhält definitiv keinen Neubau. Sie wird nur erneuert. Der Grosse Rat hat heute Nachmittag nach einer längeren Debatte den Projektierungskredit von 4,8 Millionen Franken für eine Sanierung und Modernisierung der Halle gutgeheissen. Und zwar mit 60 gegen 31 Stimmen bei vier Enthaltungen. 

Die  SVP, CVP, GLP und die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rats wehrten sich gegen eine Sanierung der Halle für rund 86 Millionen Franken. Die SVP pochte auf eine genauere Überprüfung eines Neubaus und beantragte, die Vorlage an die Regierung zurückzuweisen. «Ein Neubau der St. Jakobshalle wäre ein Impuls für die Stadtentwicklung. Es soll eine Halle mit europäischer Ausstrahlung her», sagte SVP-Grossrat Heinrich Ueberwasser. Bülent Pekerman von den Grünliberalen kann nicht nachvollziehen, weshalb die Regierung so viel Geld in eine alte Halle stecken möchte. «Wir zweifeln daran, dass eine sanierte St. Jakobshalle in 30 oder 40 Jahren den Anforderungen noch genügen wird.» Mehrfach kritisert wurde der Ratschlag der Regierung. Dominique König (SP), Präsidentin der Geschäftskommission, bezeichnete diesen als mangelhaft und enttäuschend. Man wisse noch nichts über die Zukunft des Unisports und der Schwimmhalle, sagte König. Und David Wüest-Rudin von der GLP: «Es wird nicht fundiert gezeigt, weshalb ein Neubau unrealistisch ist.»

Sorgfältig mit den Steuergeldern umgehen

Für eine Sanierung machten sich neben den beiden Regierungsräten Christoph Eymann und Hans-Peter Wessels auch die Bau- und Raumplanungkommission sowie die Sportkommission stark. Unterstützt wurden sie von der SP, LDP, FDP und EVP. Beim Grünen Bündnis gingen die Meinungen auseinander. «Wir wollen kein Denkmal, das uns gewaltig viel kostet. Wir haben in den kommenden Jahren bereits viele Investitionen vor uns», sagte Helmut Hersberger im Namen der FDP. Laut der Regierung kostet ein Neubau der St. Jakobshalle 90 Millionen Franken mehr als eine Sanierung. «Bitte gehen Sie sorgfältig mit den Steuergeldern um», sagte Eymann. LDP-Grossrat Conradin Cramer warnte, dass ein Neubau grosse Unsicherheiten mit sich bringen würde.

Der SVP-Rückweisungsantrag wurde schliesslich mit 55 gegen 38 Stimmen abgelehnt. Erziehungsdirektor Christoph Eymann freut sich über den Entscheid. «Ich bin sehr erleichtert.» Er sei ein wenig unsicher gewesen, ob die Vorlage durchkommen werde. Die Regierung will nun mit den 4,8 Millionen Franken einen konkreten Vorschlag für die Sanierung der St. Jakobshalle ausarbeiten. Die Modernisierung soll im Idealfall im 2017 abgeschlossen sein.

Konversation

  1. Wenn es um den Neubau von Museen oder Konzertsäälen vorwiegend klassischer Musik geht, dann müssen Architekten her in der Kapazität eines Herzog de Meuron, Mario Botta, Renzo Piano oder Zaha Hadid, und das Budget spielt nur eine untergeordnete Rolle. Bei der Joggelihalle wird nicht anerkannt, dass dort auch Kultur passiert, in Form von Grosskonzerten. Ein Neubau würde es möglich machen, regelmässig Popkonzerte stattfinden zu lassen. Bei einem Umbau werden die grossen Acts weiterhin in andere Städte, 100 km von Basel entfernt auftreten. Und das für die nächsten 40 Jahre. Offenbar gilt hier: Das Bildungsbürgertum gibt vor (da gehört Linksgrün mit dazu soziologisch), was für die Stadt und die Region sinnvoll ist und was nicht. Schöne Kulturstadt Basel: Alles schön gerecht verteilt, einfach für die einen Bedürfnisse die Fleischtöpfe und für die anderen den Rest.

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  2. Ob eine Sanierung oder ein Neubau besser wäre, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass wir in Basel def. zu wenig Schwimmhallen haben und schon gar keine über 50m. Die Schulen, sowie die Wassersportler generell haben wahnsinnig Mühe geeignete Wasserflächen zu finden. Ich hoffe die Politik macht sich hier stark für eine neue Schwimmhalle inkl. Sprunggrube. Im Winter gibt es derzeit weder für die Wasserspringer noch die Unterwasserrugby Spieler geeignete Trainingsanlagen. 5m Tiefe wäre Pflicht.

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