Fahrer von Elektrovelos müssen Helm tragen

Wer ein schnelles Elektrovelo fährt, muss ab Anfang Juli zumindest einen Velohelm tragen. Nur E-Bikes mit einem schwachen Motor dürfen ohne Helm gefahren werden. Dies hat der Bundesrat am Freitag beschlossen. Er reagiert damit auf die zunehmende Verbreitung von E-Bikes, die fast so schnell wie Mofas fahren.

Künftig ist der Helm Pflicht: Testfahrer auf Elektrovelos (Archiv) (Bild: sda)

Wer ein schnelles Elektrovelo fährt, muss ab Anfang Juli zumindest einen Velohelm tragen. Nur E-Bikes mit einem schwachen Motor dürfen ohne Helm gefahren werden. Dies hat der Bundesrat am Freitag beschlossen. Er reagiert damit auf die zunehmende Verbreitung von E-Bikes, die fast so schnell wie Mofas fahren.

Betroffen sind E-Bikes mit einer Motorleistung von 500 bis 1000 Watt. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Gruppen von Motorfahrrädern. Beide müssen schon heute mit einem Mofa-Nummernschild ausgestattet sein.

Falls mit einem solchen Elektrovelo ohne Tretunterstützung, das heisst allein mit dem Motor, 20 km/h nicht erreicht wird aber mit Tretunterstützung 25 km/h überschritten wird, braucht es künftig einen geprüften Velohelm. Falls allein mit dem Motor 20 km/h erreicht werden, braucht es wie heute einen Mofa-Helm.

Kinderanhänger auch für schnelle E-Bikes

Keine Helmpflicht gibt es nach wie vor für leichte Motorfahrräder. Gemäss den vom Bundesrat beschlossenen Änderungen der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) gelten als solche neu E-Bikes mit einer Leistung bis 500 Watt.

Für diese Kategorie galt bisher eine Höchstleistung von 250 Watt. Ohne Pedalbetätigung dürfen solche Velos höchstens 20 km/h erreichen. Sie brauchen wie normale Velos keine Zulassung und kein Kontrollschild.

Weiter beschloss der Bundesrat, dass künftig auch schnelle E-Bikes mit einem Kinderanhänger unterwegs sein dürfen.

Nebst diesen Neuregelungen für Elektrovelos beschloss der Bundesrat eine Reihe weiterer Verordnungsanpassungen. So sollen künftig neu zugelassene Personenwagen mit zusätzlichen Warn- und Fahrassistenzsystemen ausgerüstet werden, etwa ABS- und Notbrems-Assistenzsystemen oder Spurhaltewarnsystemen. Diese Neuerungen werden gestaffelt und mit der EU abgestimmt bis 2014 eingeführt.

Höhere Ansprüche an fixe Kindersitze

In Fahrzeugen fest eingebaute spezielle Kindersitze müssen neu ein gleichwertiges Schutzniveau bieten, wie die als Zubehör gekauften Kindersitze. Zurzeit sind für die fest eingebauten Kindersitze lediglich Beckengurten vorgeschrieben. Die neue Regelung gilt für Fahrzeuge, die ab August 2012 erstmals zugelassen oder entsprechend umgebaut wurden.

Ab 1. Oktober müssen Personen-, Last- und Lieferwagen sowie Busse analog zu EU-Vorschriften mit Tagfahrlichtern ausgerüstet werden.

Konversation

  1. Was mich sehr hindert einen Velohelm zu tragen, ist seine Form! Ich frage immer wieder in entsprechenden Geschäften nach einem runden Helm. Bis jetzt bin ich nicht fündig geworden.
    Warum hat es diese beiden Spitzen vorne und hinten? Wenn ich schon mal umfalle, ziehe ich reflexartig den Kopf ein, dass ich nicht voll auf den Boden oder einen Gegenstand pralle. Das habe ich mir als Kind beigebracht. Dabei wäre es mir schon zum Verhängnis geworden, dass diese Spitze des Velohelms das unmöglich gemacht hätte. Insofern fühle ich mich wöhler ohne Helm statt mit. Ich bezweifle nicht, dass Velohelme auch einmal hilfreich sein können. Aber ich war schon in Situationen, wo ich sicher war, dass ich besser dran war ohne, wegen der Form.
    In den ersten Zeiten des Velohelmes habe ich ab und zu gelesen, dass es, gerade wegen des Helms bei Stürzen auch die Möglichkeit gibt, dass man sich das Genick staucht.
    Es gibt zwei Sachen, die wichtig sind zu beachten beim Velofahren.
    Das erste ist, dass man daran arbeitet, dass man innerlich und äusserlich beweglich bleibt. So sind bei einem Sturz die Folgen um ein vielfaches geringer.
    Das zweite ist, dass man immer damit rechnen muss, dass ein anderer Verkehrsteilnehmer die Verkehrsvorschriften missachtet oder einfach einen Moment unaufmerksam ist. Wenn man das übt, den Verkehr wirklich zu beobachten, kann man Einiges verhindern.
    Seit ich älter bin, habe ich angefangen vorsichtiger zu fahren und reize weniger aus, was alles möglich ist. Das ist richtig so. Also, das was man in einem Kurs lernt, kann man sich auch selber aneignen, wenn man die Sache ernst nimmt.
    In den letzten fünf Monaten bin ich mindestens 1000 km velogefahren. Im Februar bin ich seit langer Zeit wieder mal hingefallen auf einer vereisten Stelle.
    Ich bin auch gegen eine Velohelmpflicht aus dem Grunde: Was mache ich wenn mir der Helm vom Velo geklaut wird? Den will ich ja verständlicherweise nicht mit mir herumtragen. Muss ich dann zu Fuss nach hause gehen und das Velo stossen? Das ist von der Stadt zu mir nach hause immerhin etwa 8 km. Das ist nicht von der Hand zu weisen, dass bei einem Obligatorium mehr Helme geklaut werden.

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  2. Natürlich ist es wichtig, dass sich Menschen, welche in einer gewissen Geschwindigkeit unterwegs sind, ausreichend schützen. Die Frage, ob es hierzu immer ein Gesetz braucht, lasse ich einmal stehen. Für mich ist es wichtiger über Folgendes nachzudenken:

    Je sicherer ich mich fühle, desto mehr bin ich bereit, Risiken einzugehen. Ich fahre schneller, überhole eher, gehe eher an die Grenzen. Die Zeche bezahlen schlussendlich die schwächsten Verkehrsteilnehmer, denn diese sind nicht mit Helm etc. geschützt.

    Legen wir also mehr Wert darauf, dass die FahrerInnen von Elektrovelos ihr Gefährt unter Kontrolle haben, dass sie einen Verkehrskurs besuchen müssen, in denen ihnen die Gefahren und Risiken vor Augen geführt werden. Das bringt von alleine mehr Sicherheit – und dies auch für jene Verkehrsteilnehmer, welche am meisten gefährdet sind und bei einem Helmobligatorium schutzlos bleiben.

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  3. Ich würde vorschlagen dass Velofahrer einen gepolsterten Astronautenanzug tragen müssen. Kinder sowieso aber auch beim draussen spielen. Sie könnten ja umfallen und sich wehtun. Gut haben wir so gelehrte Fachleute und Spezialisten, die sich so sehr um unser Wohl sorgen.

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  4. Haben die in Bern nichts Wichtigeres zu tun!
    Zur Diskussion stehen ja auch Helme für Kinder.
    Papa und Mama lassen grüssen.
    Wird man erwachsen, ersetzt Mama Staat die Eltern.
    Ich muss mal überlegen! Vielleicht verlasse ich am besten das Bett nicht mehr. So kann mir wenigstens nichts mehr passieren.
    Gut, ein kleines Risiko besteht. Das besteht aber auch, wenn ich zu Fuss über die Strasse gehe.
    Ich fahre seit ich 9 Jahre alt bin Velo – das sind jetzt 55 Jahre und bin immer wieder umgefallen, aber nie auf den Kopf. Aber das Knie hat’s schon bös erwischt. Vielleicht sollte man ja auch Knieschoner verordnen.

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