Finanzbranche zunehmend unbeliebter

Die Stimmung unter den Bankangestellten scheint sich einzutrüben. Gemäss einer Umfrage würden viele ihren Beruf nicht mehr wählen. Für die meisten kommt das traditionelle Bankengeschäft heutzutage zu kurz.

Die Berufsaussichten in der Schweizer Finanzbranche verschlechtern sich. (Symbolbild) (Bild: sda)

Die Stimmung unter den Bankangestellten scheint sich einzutrüben. Gemäss einer Umfrage würden viele ihren Beruf nicht mehr wählen. Für die meisten kommt das traditionelle Bankengeschäft heutzutage zu kurz.

Im Vordergrund stehen gemäss den Bankangestellten neuerdings rechtliche, administrative und technische Arbeiten, welche das traditionelle Geschäft mit Kunden verdrängen.

Über 40 Prozent würden von einem Einstieg in die Finanzwelt heute sogar abraten, wie aus der 5. Online-Umfrage des Branchenportals finews.ch und der Kommunikationsagentur Communicators hervorgeht.

Die Berufsaussichten in der Schweizer Finanzbranche haben sich gemäss den Ergebnissen verschlechtert. Für 30 Prozent werden sie noch als «intakt» gewertet. Für fast 50 Prozent sind sie nur noch «mittelmässig».

Der Grossteil der Teilnehmer rechnet damit, dass in den nächsten fünf Jahren das Jobangebot in der Branche sinkt. Ein Fünftel erwartet sogar einen drastischen Rückgang.

Der Wandel in der Bankenwelt werde den Prestigewert der Bankberufe weiter verschlechtern. Dies sagen fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer. Vor allem die Bereiche Backoffice, Abwicklung und Investment Banking würden an Bedeutung verlieren, da sie kostengünstiger im Ausland betrieben werden.

Wer trotzdem eine Karriere in der Branche anstreben will, sollte dies laut Umfrage in der Rechtsabteilung oder in der IT tun. Von den wertschöpfenden Bankbereichen seien allenfalls noch bei den Alternativen Anlagen und im Asset Management bessere Berufschancen auszumachen, meinen rund 35 Prozent der befragten Bankangestellten.

Interessierte sollten dabei spezialisiertes Fachwissen sowie Networking-Fähigkeiten mitbringen und sich permanent weiterbilden lassen. Als unwichtig wird hingegen eine militärische Offiziersausbildung und Social-Media Kompetenzen eingestuft.

Auch bei den Boni ist die Tendenz rückläufig. Bei rund 30 Prozent der Befragten blieb die Vergütung unverändert, während sich knapp die Hälfte mit einem tieferen oder gar keinem Bonus zufrieden geben musste.

Gemäss finews.ch wurden in der repräsentativen Umfrage 430 Personen befragt, wovon 19 Prozent zwischen 20 und 30 Jahre alt, 44 Prozent zwischen 30 und 45 Jahre alt, 33 Prozent zwischen 45 und 60 Jahre alt sowie 4 Prozent über 60 Jahre alt sind. Von den Befragten verfügen 41 Prozent über einen Masterabschluss.

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