Fotoautomat des Schreckens soll Raucher zum Aufhören motivieren

Ein spezieller Fotoautomat soll Rauchern in der Schweiz die Lust auf den Glimmstängel austreiben. Der sogenannte «SmokeFree»-Automat will zeigen, welche Spuren ein langjähriger Tabakkonsum im Gesicht hinterlassen kann.

Hinsetzen, posieren, erschrecken: Das ist die Idee des «SmokeFree»-Automaten des Bundes.

(Bild: Bundesamt für Gesundheit)

Ein spezieller Fotoautomat soll Rauchern in der Schweiz die Lust auf den Glimmstängel austreiben. Der sogenannte «SmokeFree»-Automat will zeigen, welche Spuren ein langjähriger Tabakkonsum im Gesicht hinterlassen kann.

Rauchen beschleunigt die Hautalterung, weil wegen des Nikotins und anderer Schadstoffe die Haut schlechter durchblutet wird. Um den Raucherinnen und Rauchern dies vor Augen zu führen, lancierten die Lungenliga und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag in Biel den «SmokeFree-Fotoautomaten».

Dieser simuliert, wie jemand Zukunft aussehen dürfte – und zwar als Nichtraucher und als Raucher. Laut BAG wirkt die Haut von Rauchern, die täglich 20 Zigaretten rauchen, bereits im mittleren Lebensalter um zehn Jahre mehr gealtert als bei Nichtrauchern.

Zwei Zukunftsbilder

Der «SmokeFree»-Automat, der in den in den nächsten zwei Jahren an verschiedenen Orten in der Schweiz aufgestellt wird, simuliert diese Hautalterung. Wer sich darin fotografieren lässt, erhält drei Porträts von sich: ein aktuelles Bild, ein Porträt als Raucher in 20 Jahren und eines als Nichtraucher in 20 Jahren.

Das könnte Ihr Gesicht sein.

Das könnte Ihr Gesicht sein. (Bild: Bundesamt für Gesundheit)

Die Folgen des Tabakkonsums würden so eine persönliche Note erhalten und zum Nachdenken anregen, schreibt das BAG. Neben dem Automaten werden Fachpersonen über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens informieren.

Gemäss Angaben des BAG sterben in der Schweiz jedes Jahr 9500 Menschen vorzeitig an den Folgen des Rauchens. Im Durchschnitt reduziert sich die Lebenserwartung von regelmässigen Rauchern gegenüber Nichtrauchern um 14 Jahre.

Höhere Erfolgsquote dank Unterstützung

Die Fachpersonen sollen beim «SmokeFree»-Automaten auch jene Raucherinnen und Raucher beraten, die von ihrer Sucht wegkommen wollen. Und davon gibt es viele: In Umfragen geben mehr als die Hälfte der Rauchenden an, sie wollten mit dem Rauchen aufhören.

Viele von ihnen würden den konkreten Zeitpunkt aber vor sich herschieben, schreibt das BAG. Oder aber sie scheiterten, weil sie nicht ausreichend auf die möglichen Stolpersteine vorbereitet seien. Laut BAG schafft es nur jeder Zwanzigste ohne Hilfe, mit dem Rauchen aufzuhören.

Dank Beratung lässt sich die Quote deutlich verbessern. Bei jenen Rauchern, die sich von Fachpersonen unterstützen lassen und nikotinhaltige Medikamente nehmen, steigt die Erfolgsrate auf fast 30 Prozent.

Anteil stagniert

Der Fotoautomat ist Teil der Tabakpräventionskampagne «SmokeFree» von BAG, Kantonen und NGOs. Diese hat zum Ziel, die Anzahl Raucher weiter zu senken. In der Schweiz stagniert der Anteil der Raucherinnen und Raucher an der Bevölkerung seit 2008 bei 25 Prozent.

Neben viel menschlichem Leid verursacht der Tabakkonsum auch hohe Kosten: Nach Angaben des Bundes belasten Rauchende die Volkswirtschaft mit rund 5,6 Milliarden Franken pro Jahr. Die medizinischen Behandlungskosten belaufen sich dabei auf 1,7 Milliarden Franken, hinzu kommen die Erwerbsausfallskosten von 3,9 Milliarden Franken.

Konversation

  1. Ich sehe schon so aus, ohne dass ich rauche. Die schlechte Luft?
    Das Glyphosat im Bier? Die rote Farbe nicht nur bei den Ampeln?

    Ich denke, die Welt wird immer giftiger, Luft, Boden, Meere, Nahrungsmittel, Körpferpflegeprodukte… überall ist Gift drin. Es lebe die moderne Welt, die sich selbst vergiftet!

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    1. Es tut mir sehr leid, dass Sie überall Gift sehen… !
      Dazu vielleicht kurz ein paar Fakten:
      – Die Luft war – dank strikter Reglementierung von Emmissionen – noch nie so gut.
      – Die Gewässer waren seit Beginn der Industriealisierung noch nie so sauber.
      – Die Nahrungsmittel sind bezüglich Zusatzstoffen vielleicht mehr belastet als früher, – doch jeder hat die Wahl und kann Deklarationen lesen und allenfalls auf „bio“ ausweichen.

      Mich stört dieses Gejammere, da viele Menschen, z.B. in Indien oder Bangladesch, 10-12 Std. in einer giftigen Fabrik arbeiten müssen. An vielen Orten sammeln Kinder Elektromüll oder arbeiten in einer Mine.

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