Gnocchi und Apfelchips: Kochen Sie politisch wie Maurice Maggi

Maurice Maggi ist nicht nur Guerilla-Gärtner der ersten Stunde, sondern auch Koch. Soeben ist sein neues Kochbuch erschienen. Im Interview hat er der TagesWoche gesagt, wie er seine Gäste mit leckeren, aber nachhaltigen Rezepten zu einem umwelt- und tierfreundlichen Umgang mit Lebensmitteln inspiriert – und empfiehlt zwei Rezepte zum Nachkochen. Für den Zürcher Guerilla-Gärtner Maurice […]

Maurice Maggi ist nicht nur Guerilla-Gärtner der ersten Stunde, sondern auch Koch. Soeben ist sein neues Kochbuch erschienen. Im Interview hat er der TagesWoche gesagt, wie er seine Gäste mit leckeren, aber nachhaltigen Rezepten zu einem umwelt- und tierfreundlichen Umgang mit Lebensmitteln inspiriert – und empfiehlt zwei Rezepte zum Nachkochen.

Für den Zürcher Guerilla-Gärtner Maurice Maggi ist auch Kochen ein Akt der Rebellion, wie er der TagesWoche sagt. Sein Lieblingsrezept sind Gnocchi: «Die Materialkosten sind nichts, es besteht ja nur aus Mehl und Kartoffeln, vielleicht noch ein bisschen Ei und noch ein bisschen Käse und Öl. Und trotzdem gilt es als etwas Edles.»

Maurice Maggi im Interview: «Den Fleischkonsum müssen wir runterschrauben – zum Beispiel mit Speck».

Ausserdem empfiehlt Maggi Chips aus Apfelschalen. Sie entsprechen seiner Philosophie, alles Essbare zu verwerten. Er schreibt zum Rezept: «Oft werden Apfelschalen einfach weggeworfen. Als Kind sass ich am Küchentisch, während meine Mutter Äpfel für Kuchen schälte, und ass die Schalen einfach weg. Noch heute landen diese Abfälle in meinem Mund oder werden als Chips haltbar gemacht.» 

Beide Rezepte stammen aus Maggis neuem Buch «Einfache Vielfalt». Der in Stoff eingeschlagene Band ist nicht nur schön zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen. Und die Rezepte sind einfach und schmecken lecker, wir haben selber eines ausprobiert.

Viel Spass und en Guete.

Grüne Gnocchi




(Bild: © Juliette Chrétien, AT Verlag)

Zutaten:

  • 400 g mehligkochende Kartoffeln
  • 200 g Knollensellerie
  • 1–2 Handvoll Brunnenkresse, fein gehackt
  • 1 Ei
  • 200–300 g Weizenmehl
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • geriebene Muskatnuss
  • Mehl für die Arbeitsfläche
  • heisses Olivenöl oder heisse Butter zum Anrichten

So gehts

Die Kartoffeln und den Sellerie schälen und in kleine Würfel schneiden. Beides zusammen in Salzwasser weich kochen, abgiessen und gut abtropfen lassen; 100 ml des Kochsuds beiseite stellen. Die Kartoffeln und den Sellerie mit dem Passevite oder der Kartoffelpresse in eine Schüssel passieren.

Die fein gehackte Brunnenkresse mit dem Kochsud pürieren und zur Kartoffel-Sellerie-Masse geben. Das Ei aufschlagen, dazugeben und gut vermengen. Nach und nach so viel Mehl einarbeiten, bis ein elastischer Teig entstanden ist (die Mehlmenge hängt von der Kartoffelqualität ab, die je nach Sorte und Jahreszeit stark variieren kann). Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Aus dem Kartoffelteig auf der mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche gleichmässig dicke Rollen von 2–3 cm Durchmesser formen und mit dem Messer in 3 cm lange Stücke schneiden. Die Gnocchi in siedendem Salzwasser etwa 5 Minuten gar ziehen lassen. Mit einer Lochkelle abschöpfen, abtropfen lassen und vor dem Servieren in heissem Olivenöl oder heisser Butter kurz schwenken.

Variante

Statt Brunnenkresse kann man die Gnocchi auch mit Petersilie, Portulak, Kresse oder Mangold schön grün färben und ihnen entsprechend Geschmack geben.

Getrocknete Apfelschalen-Chips




(Bild: © Juliette Chrétien, AT Verlag)

Zutaten

  • Schalen von Äpfeln

So gehts

Die Schalen einzeln auf dem Backblech verteilen und im Ofen bei 60–70 Grad 30–40 Minuten trocknen lassen. Gedörrt halten sich die Apfelchips lange, meist sind sie aber im Nu weggenascht …

Auch Apfelreste können auf diese Weise verwertet werden. Das Kerngehäuse ausstechen und die Äpfel in dünne Scheiben schneiden. Bei 70 Grad im Ofen 1–2 Stunden dörren oder an einem Faden auffädeln und mehrere Wochen zum Lufttrocknen aufhängen.

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