Neues Institut für Augenkrankheiten: Unispital spannt mit Novartis zusammen

Ab 2018 erforschen Uni Basel, Unispital und Novartis gemeinsam Augenkrankheiten. Auch der Kanton Basel-Stadt will sich beteiligen.

Unter dem Namen IOB forschen Novartis, Universitätsspital und Uni Basel ab kommendem Jahr gemeinsam.

Die Universität Basel, das Universitätsspital Basel und Novartis haben heute die Gründung des Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel (IOB) bekannt gegeben. Dieses neue Forschungsinstitut werde als Stiftung aufgesetzt, was die Forschungsfreiheit der beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gewährleistet, wie die Unternehmen in einer Medienmitteilung schreiben.

Start des neuen Instituts ist 2018. Ziel sei es, die besten Forscher der Welt nach Basel zu locken: «Harvard, Stanford und das MIT haben bereits Interesse bekundet», sagte Andrea Schenker-Wicki an der Pressekonferenz. Sie sei froh, dass das Institut in Basel zustande komme «und nicht in Boston, London oder Paris.»

Novartis finanziert 50 Prozent

Für die nächsten zehn Jahre ist das Institut finanziert, dazu verpflichten sich die Gründungspartner. Davon übernimmt Novartis zehn Millionen pro Jahr, das Universitätsspital Basel beteiligt sich mit drei Millionen pro Jahr und die Uni Basel mit zwei Millionen Franken.

Der Kanton Basel-Stadt will sich mit 12,5 Millionen Franken an der Stiftung beteiligen. Ein ensprechender Antrag für einen Staatsbeitrag über die Jahre 2018 bis 2021 werde beim Grossen Rat beantragt.

Novartis werde «in keinem Fall mehr als 50 Prozent der Gesamtbeiträge übernehmen.» Es werde erwartet, dass das IOB zusätzliche Mittel über Forschungsförderprogramme oder weitere Kollaborationen einwerben wird.
Werner Kübler, der Direktor des Universitätsspitals Basel, betonte, dass mit diesem Institut die Unabhängigkeit der Forschung «absolut gewahrt» werde und in die geplante Spitalgruppe passe. Novartis-Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt ist davon überzeugt, dass das partnerschaftliche Projekt die Position von Basel als Pharmastandort stärken wird.

Wissenschaftler von Weltruf

Das IOB ist nach Angaben der Gründer eines der weltweit ersten Institute seiner Art. Grundlagenforscher und Kliniker sollen dort Hand in Hand das bisher ungenügende Verständnis von Augenkrankheiten verbessern und neue Therapien entwickeln.

Geleitet wird es von zwei Wissenschaftlern von Weltruf, die bereits heute in Basel tätig sind: Botond Roska arbeitet derzeit am Friedrich Miescher Institut, und Hendrik Scholl leitet die Augenheilkunde an der Universität Basel und die Augenklinik des Universitätsspitals.

Dass sich Novartis am Institut beteiligt, begründet der Konzern mit der strategischen Forschungspriorität, die Augenheilkunde für ihn habe. Novartis verfügt mit Alcon über eine Augenheilsparte, deren Zukunft indes derzeit noch offen ist.

Grüner Star und Kurzsichtigkeit als Schwerpunkte

Von der «bahnbrechenden Kooperation zwischen Forschung und Klinik» am IOB erhofft sich Novartis innovative Lösungen für Patienten mit Sehstörungen und Sehverlust, wie es in der Mitteilung heisst. Laut den Gründern des Instituts gab es in den letzten Jahren wenig Innovation in der Augenheilkunde.

Zu den künftigen Forschungsschwerpunkten am IOB zählen unter anderem grüner Star (Glaukom) und Kurzsichtigkeit (Myopie). Dazu kommen die Stargardt-Krankheit als häufigste vererbte Makula-Degeneration sowie Retinitis pigmentosa, eine Gruppe erblicher Netzhautkrankheiten.

Update folgt nach der Medienkonferenz

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