Schweizer Kurzfilm für Oscar nominiert

«The Grand Budapest Hotel» und «Birdman» gehen als Favoriten in die Oscar-Verleihung am 22. Februar. Beide Filme bekamen am Donnerstag in Los Angeles jeweils neun Nominierungen. In der Kategorie Live-Action Short Film kandidiert die Schweizer Produktion «Parvaneh».

Szene aus «Birdman.», der als Favorit ins Oscar-Rennen steigt (Bild: sda)

«The Grand Budapest Hotel» und «Birdman» gehen als Favoriten in die Oscar-Verleihung am 22. Februar. Beide Filme bekamen am Donnerstag in Los Angeles jeweils neun Nominierungen. In der Kategorie Live-Action Short Film kandidiert die Schweizer Produktion «Parvaneh».

Die gebürtigen Iranerin Talkhon Hamzavi, die seit 1986 in der Schweiz lebt, drehte den Film als Diplomarbeit an der Hochschule der Künste Zürich. «Parvaneh» gewann 2013 bereits die silberne Medaille in der Kategorie bester ausländischer Film an den 40. Student-Academy-Awards.

In der Liste der Meistnominierten folgt hinter «The Grand Budapest Hotel» und «Birdman» «The Imitation Game» mit Benedict Cumberbatch mit acht Nennungen. «Boyhood», Richard Linklaters hochgelobtes, über zwölf Jahre gedrehtes Porträt einer Jugend, kam auf sechs Nominierungen, ebenso wie Clint Eastwoods «American Sniper».

Die Groteske «The Grand Budapest Hotel» mit Stars wie Ralph Fiennes, Jude Law, Bill Murray und Edward Norton wurde zum grossen Teil in Deutschland gedreht. Der Film von Wes Anderson («Moonrise Kingdom») hatte kürzlich bereits den Golden Globe als beste Komödie bekommen.

Den hatte «Birdman» verpasst, bei den Kritikern war der Film aber ein Liebling. Michael Keaton spielt darin einen alternden Schauspieler, der Probleme mit dem wirklichen Leben bekommt. Der Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu hatte bei den Golden Globes sieben Nominierungen, gewann aber nur zwei Preise.

«Boyhood» hatte drei Globes gewonnen und bekam nun sechs Oscar-Nominierungen, fast alle in den Hauptkategorien, unter anderem für den besten Film und die beste Regie.

Snowden-Doku

Auch der deutsche Regisseur Wim Wenders hat mit seiner Dokumentation «Das Salz der Erde» Chancen auf eine Trophäe. Der 69-Jährige, der bereits 2000 für «Buena Vista Social Club» und 2012 für «Pina» nominiert war, könnte in der Sparte «Beste Dokumentation» gewinnen. Ebenfalls in dieser Kategorie aufgestellt ist die Snowden-Doku «Citizenfour».

Nachdem der Schweizer Beitrag «Der Kreis» bereits in der Vorrunde ausgeschieden war, können jetzt noch «Ida» (Polen), «Leviathan» (Russland«), »Tangerines« (Estland) sowie »Timbuktu« (Mauretanien) und »Wild Tales“ (Argentinien) auf den Auslands-Oscar hoffen.

Rein-weisse Darstellerliste

Die französische Schauspielerin Marion Cotillard («Zwei Tage, eine Nacht») und US-Kollegin Reese Witherspoon («Wild») treten in der Kategorie beste Hauptdarstellerin gegen Globes-Gewinnerin Julianne Moore («Still Alice») und die beiden Britinnen Felicity Jones («The Theory of Everything») und Rosamunde Pike («Gone Girl») an.

Als beste Hauptdarsteller wurden neben «Birdman»-Star Michael Keaton und dem Briten Eddie Redmayne («The Theory of Everything») Steve Carell («Foxcatcher»), Bradley Cooper («American Sniper») und Benedict Cumberbatch («The Imitation Game») nominiert

Keira Knightley und Meryl Streep wurden für die Kategorie der besten Nebendarstellerin aufgestellt. Streep – für die es bereits die 19. Oscar-Nomination ist – wurde für ihre Rolle als Hexe in «Into the Woods» genannt, Knightley für «The Imitation Game». Bei den Männern gehören Robert Duvall und Ethan Hawke zu den fünf Nominierten für den Oscar als beste Nebendarsteller.

Alle 20 nominierten Darsteller sind weiss. Das ist in den vergangenen 20 Jahren bisher erst einmal – 2011 – vorgekommen. Die Tatsache entfachte denn auch einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken. Viele hätten beispielsweise David Oyelowo in seiner Rolle als Martin Luther King Jr. in «Selma» für einen valablen Kandidaten gehalten.

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