So sieht das neue «Flexity»-Tram aus

Am Donnerstag in der Früh ist das erste von insgesamt 61 Trams des neuen «Flexity»-Typs in Basel eingetroffen. Unser Fotograf war dabei.

Das neue Tram wiegt rund 190 Tonnen. (Bild: Livio Marc Stoeckli)

Am Donnerstag in der Früh ist das erste von insgesamt 61 Trams des neuen «Flexity»-Typs in Basel eingetroffen. Unser Fotograf war dabei.

Es sei dies «ein freudiger Tag», sagte Stephan Appenzeller, Kopf der BVB-Kommunikation, als am Donnerstagmorgen kurz vor 8 Uhr das erste Tram der neuen Flexity-Reihe der BVB im Depot Wiesenplatz abgeladen wurde. Nach der Ankunft des Transportlasters um 1.30 Uhr war dies bereits der zweite Medientermin innert sechs Stunden, zu dem die BVB lud. Dementsprechend schien die Freude bei der Geschäftsleitung selbst am grössten.

Das traf insbesondere auf Verwaltungsratspräsident Paul Blumenthal zu. Von nun an wolle man in die Zukunft schauen, meinte er, und mit einem Rundumschlag gegen das vergangene, eklatreiche Jahr: «Man kann über den alten Verwaltungsrat schimpfen, wie man will, aber immerhin haben sie es geschafft, ein Tram auf die Schiene zu stellen. Das ist heute auch nicht mehr einfach.»

Ein Tram für das Dreiländereck

Das bestechende liege im modernen und zeitlosen Design, sagte Interimsdirektor Michael Bont – und hat nicht unrecht: Das Traminnere mit den schmalen Holzsitzen erinnert mehr an den Warteraum einer modernen Arztpraxis, als eine Strassenbahn. Von Aussen war unterdessen noch nicht viel zu erkennen. Bis zur Inbetriebnahme anfangs November bleibt das Fahrzeug in eine von der Kindergruppe «Farbustra» bemalte Folie gekleidet.

Interessant für die zukünftige Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in der Region dürfte hingegen die trinationale Zulässigkeit des Trams sein. Direkte Linien nach Deutschland und Frankreich rücken somit ein Stück näher.

Drei Nachtfahrten bis Basel

Das erste neue Tram gehört zur 255-Millionen-Bestellung bei Bombardier. Das zweite soll noch im Herbst folgen, ab Mitte 2015 dann jeweils zwei Trams pro Monat. Die Flotte wird laufend per Lastwagen als Sondertransport vom ostdeutschen Bautzen nach Basel transportiert. Bei einem Gewicht von rund 190 Tonnen pro Tram und der zulässigen Fahrgeschwindigkeit von 40 bis 50 Stundenkilometern dauert das entsprechend lange. Für den jetzigen Transport wurden drei Nachtfahrten beansprucht: zwei bis Bad Bellingen nahe der Grenze und eine letzte ins Depot am Wiesenplatz.

Konversation

    1. Ernstzunehmende und etwas verschwurbelte Morgen-Gedanken dazu: Ich denke, die Überlegung dahinter könnte die folgende sein: Ein Tram ist ja so etwas wie ein kleiner Zug, der durch die Stadt fährt, deswegen das «-li». Und nicht «Zügli» weil ein Zug eben nicht durch die Stadt fährt, das macht ein Tram. Das macht vielleicht keinen Sinn, könnte aber so sein.
      Eine andere Erklärung ist, dass der «ä»-Vokal gepaart mit zwei Silben einfach besser von der Zunge rollt, wenn man auf der Strasse schwatzt – die meisten sprechen ja in Basel im Alltag weder wie ein Schnitzelbangg-Sänger noch wie ein Überbleibsel des sagenumwobenen Daig, wo man auch mal die Vokale weniger grell stehen lässt.
      «S Dram» mit einem kräftigen dunklen «a»-Vokal und nur einer Silbe mahnt mich persönlich schon ans Oberbaselbiet, wo ich herkomme.

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