So wird aus unserem Taugenichts ein Unikat

Die TagesWoche war so cool und hat sich einen eigenen Schwimmsack produzieren lassen. Eine der Ladungen taugte aber nichts. Vier Basler Designer haben was Besseres daraus gemacht. Und an der «Blickfang» dürfen nun Sie ran, liebe Leser! Und eine Verlosung gibts noch dazu.

Ideen über Ideen: Mit einem unbrauchbaren Schwimmsack lässt sich doch was machen.

(Bild: ALEXANDER PREOBRAJENSKI)

Die TagesWoche war so cool und hat sich einen eigenen Schwimmsack produzieren lassen. Eine der Ladungen taugte aber nichts. Vier Basler Designer haben was Besseres daraus gemacht. Und an der «Blickfang» dürfen nun Sie ran, liebe Leser! Und eine Verlosung gibts noch dazu.

Leinentaschen produziert inzwischen jeder, aber Schwimmsäcke! – die kann man in Basel noch viel besser brauchen. Dachten wir uns und liessen zum zweiten Mal einen ganzen Haufen mit TagesWoche-Logo herstellen. Nur: Eine Ladung war ein Reinfall, der Schwimmsack versagte heftig. Da fielen die Bändel ab, Schnallen lösten sich, schon nur auf der Velofahrt zum Rhein. Was also tun mit den unbrauchbaren Säcken? Wegschmeissen?

Kommt nicht in die Tüte und in den Sack erst recht nicht. Stattdessen rufen wir zur Umgestaltung: An der «Blickfang» kann jeder und jede aus unserem Schwimmsack eine Tragtasche basteln. Zunächst aber haben wir vier Basler Designer, die an der Messe ausstellen, um Hilfe und Ideen gebeten, was denn alles möglich wäre beim Upcycling.

Was bei Indiz, Arno Wolf, Yoshiki und Claudia Güdel entstanden ist? Beim Besuch in den Ateliers haben wir es erfahren und hörten zudem unisono von den Kreativen: «Einfach grässlich, dieses Plastik.» Ans Werk gingen die Designerinnen und Designer trotzdem:

Indiz ist das Label von Iris Staudecker und Andri Werlen für «zeitlos-schöne» Rucksäcke. Auf dem Ateliertisch ist ein ganzer Karton voller Ideen ausgebreitet, für die sich das wasserdichte Material eigentlich eignet. Ein faltbares Portemonnaie. Ein Babylätzli. Ein Lätzli für Erwachsene, in dem man alles Essenzielle auf der Brust trägt. Ein Beutel für Veloflickzeug.

Weitergedacht wurde insbesondere eine Idee: Badeschlappen – für den Rückweg am Rheinbord nach dem Flussbad, bei dem man sich so oft die Füsse auf dem heissen Asphalt verbrennt. Probleme bei der Gestaltung? Andri Werlen von Indiz nickt. Natürlich. Das Material. Die Farbe löst sich ab und die Ästhetik des Aufdrucks ist nicht so ganz alltagstauglich.

Arno Wolf, ein kleines Geschäft für Designobjekte am Nadelberg. Es gehört den Brüdern Florian und Tobias Hilbert, Innenarchitekt und Architekt. Sie hatten eine grosse Idee: Eigentlich sollte der Sack ja das Wasser aussperren. Aber: «Wenn eine Sache geht, geht auch das Gegenteil.» Also füllten sie den Sack mit Wasser. Schwimmsack umgedreht. Und dann hat man zum Beispiel ein Kissen, um sich nach dem Schwumm auszuruhen. Das Wasser bleibt stundenlang drin, meinen die zwei. Wie sie darauf kamen? «Das Entwerfen funktioniert bei uns über das Material. Also eine einfache Idee zu einem einfachen Material. Plastik halt.»

Tülay Kula ist die Frau hinter dem Label yoshiki («yoshiki, the japanese word for style»). Sie macht Silberschmuck und Taschen. Und ihre Idee: Aus dem Schwimmsackmaterial eine kleine Version ihrer Bestseller-Tasche zu nähen. (Die ist sonst aus Kalbsleder.) Das Resultat: ein kleiner weisser Beutel, der sich zusammenschnüren und umhängen lässt. Zwei Säcke hat sie dafür vernäht. Doch dieses Plastik liesse sich nicht auf der normalen Maschine nähen, meint Tülay Kula. Aber wo hat sie das grün-schwarze Logo versteckt? Das ist im Innenfutter verarbeitet. Weil: «Ich mag es lieber schlicht.» 

Im Atelier der Modedesignerin Claudia Güdel steht eine ganze Ladung Taschen auf dem Präsentiertisch parat. Unschwer erkennbar: Was mal Schwimmsäcke waren, sind nun schön genähte Taschen in fünf Varianten. Das Konzept von Claudia Güdel: mit den Materialien des Sacks arbeiten, also dem Plastik, den Schnallen, dem Bändel. Und die Form neu kreieren. Ein guter Boden wurde angenäht, eine Aussentasche ist hinzugekommen. Eine Bauchtaschenversion gibt es auch. Der Aufdruck wurde weitergezeichnet. Und mit dem ehemaligen Umhängebändel wird die Tasche jetzt zugemacht. Besonders eine Version gefällt Claudia Güdel so sehr, dass sie vielleicht in die nächste Kollektion kommt. Einfach nicht aus diesem Material. Niemals.

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Sie hätten gerne eines dieser Unikate? Dann kommen Sie an unserem Stand an der «Blickfang» vorbei und füllen Sie eine Wettbewerbskarte aus. Wir verlosen nicht nur die Unikate, sondern auch «Pro-Innerstadt»-Gutscheine (300, 150, 50 Franken plus TaWo-Abo).

Die «Blickfang» findet vom 29. April bis 1. Mai in Basel in der Messehalle 3 statt.

Sie hätten gern ein vergünstigtes Ticket? Dann klicken Sie auf diesen Link und geben bei der Bestellung den Rabattcode RPC7IFTA an.

Konversation

  1. Chance verpasst
    Warum hat die Tageswoche keine Ausschreibung gemacht, welche sich an Künstler der Region richtet?
    Je Künstler zwei Säcke und dann ein Stichtag mit Abgabe. Eine Ausstellung, öffentlich zugängig im Unternehmen mitte, hätte vielen lokalen Künstlern einen Auftritt verschafft und eine grosse Resonanz auch vom Publikum erzielt. Dies wäre eine schöne WIN-WIN-Situration gewesen, da es für Basler Künstler keine offene Veranstaltung gibt, um sich zu präsentieren. Es geht hier nicht um die vier Kreativen, welche in diesem Bericht eine schöne Plattform erhielten und es ist auch kein Futterneid. Diese Vier haben sich bestimmt über den Tageswochebericht gefreut (wie jeder Kreative froh um Presse ist)aber wie hier deutlich erkennbar ist, gab es in den letzten drei Tagen nicht einen Leserkommentar. Schade….

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