Steuerreform: Gewerbeverband will keine Familienzulagen, aber Gutverdiener entlasten

Gabriel Barell ist mit Eva Herzogs Vorschlag zur anstehenden Steuerreform nicht wirklich zufrieden.

Die Erhöhung der Familienzulagen habe in einer Steuerreform nichts zu suchen: Gewerbedirektor Gabriel Barell.

Dem Direktor des Gewerbeverbands Gabriel Barell gefällt noch nicht, wie Finanzdirektorin Eva Herzog die nächste grosse Steuerreform – die Neuauflage der Unternehmenssteuerreform III – umsetzen will. Das erklärte er an einer Medienkonferenz am Donnerstag.

Herzog will die Gewinn- und Kapitalsteuern senken, den Steuerfreibetrag um 1000 Franken erhöhen und gleichzeitig die Kinder- und Ausbildungszulagen um 75 Franken aufstocken. Profitieren würden davon insbesondere Familien und alle natürlichen Personen, die Steuern zahlen – mit einem Betrag von 220 Franken.

Der Gewerbeverband schlägt dagegen vor, auf zusätzliche Familienzulagen zu verzichten und den Steuersatz zu senken. Von diesem Ansatz würden vor allem Personen mit hohen Einkommen profitieren. Sie würden noch weniger Steuern zahlen als bei einer Erhöhung des Freibetrags.

Ausgleich über Krankenkassen-Prämie 

Dafür unterstützt Barell die Initiative der CVP, die den Steuerabzug der Krankenkassenprämien für alle natürlichen Personen fordert. Damit würden wiederum die tiefen – nicht aber die tiefsten Einkommen – stärker entlastet.

Die Vorschläge des Gewerbeverbands stossen bei den Linken bereits auf Kritik. Der SP-Grossrat und ehemalige Generalsekretär des Finanzdepartements, Kaspar Sutter, findet es unausgewogen, was Barell vorschlägt:

Konversation


  1. Mit 64 auf der Strasse: «Ich hätte nie gedacht, dass mir das passieren könnte“.
    Es wäre nicht der erste Direktor der strandet, weil er seine Herkunft verleumdet.

    Danke Empfehlen (1 )
  2. Gabriel Barell hat das Resultat der Abstimmung vom 12. Februar 2017 bereits vergessen und will wieder für die Reichsten und Grossaktionäre ein unsoziales Steuerpaket schnüren. Mit knapp 60% hat die Schweizer Bevölkerung den Wirtschaftsverbänden Economiesuisse, Arbeitgeber-, Gewerbe- und Bauernverband eine schallende Ohrfeige verpasst. Eine Neuauflage der USR III ist für jedes anständiges KMU unannehmbar.

    Danke Empfehlen (4 )
  3. „Die Erhöhung der Familienzulagen habe in einer Steuerreform nichts zu suchen: Gewerbedirektor Gabriel Barell“.
    Der Herr Barell ist nicht lernfähig. Der Herr zeigt auch keine empathischen Reaktionen. Hat er seine Herkunft vergessen? Ist er einfach überheblich geworden? Vielleicht sollte er einfach für zwei Monate einen Rollentausch mit einem untersten Einkommen vornehmen. Kann sehr wirksam sein.

    Danke Empfehlen (5 )
  4. Herr Schulthess, so wie sich kürzlich eine jung-sozialistische Politikerin im Telebasel Sonntags-Talk geäussert hat:

    „die, die keine Steuern bezahlen profitieren nicht. Daher ist die Steuerreform abzulehnen“

    Danke Empfehlen (1 )
  5. Der Titel ist dann im zweiten Teil doch etwas irreführend. Mit der Senkung der Einkommenssteuer und dem Steuerabzug der günstigsten KK-Prämie profitieren die tiefsten Einkommen prozentual klar am stärksten, gefolgt vom Mittelstand (siehe Chart: http://gewerbe-basel.ch/content/uploads/2018/01/Chart.jpg. Aber im Gegensatz zum RR-Vorschlag profitieren auch die höheren Einkommen, wenn auch prozentual weniger stark. Eben: Eine Steuerreform für alle.

    Danke Empfehlen (1 )
    1. Gutverdienende werden mit der Satzsenkung, die Sie fordern, mehr entlastet als beim Vorschlag von Eva Herzog (Freibetrag erhöhen). Also ist der Titel doch korrekt.

      Beim Vorschlag zur Abzugsfähigkeit der KK-Prämie geht es um ein ähnliches Instrument, wie die Erhöhung des Freibetrags, nämlich um einen Abzug beim steuerbaren Einkommen. Allerdings wirkt der Abzug der KK-Prämie weniger stark als die Erhöhung des Freibetrags um 1000 CHF pro Person und zudem nicht für die tiefsten Einkommen.

      Deshalb ist es m.E. nicht falsch, zu sagen, dass der Fokus beim Vorschlag des Gewerbeverbands auf der Entlastung von Gutverdienenden liegt und nicht bei Entlastung von Personen mit tiefen Einkommen.

      Danke Empfehlen (4 )
    2. Da aber die Einkommenssteuer progressiv gestaltet ist, profitieren absolut die höchsten Einkommen am meisten.
      Darum lobe ich jeden, der ennet der Grenze einkauft: Wenn man schon für dumm verkauft wird, dann wenigstens günstig und sicher nicht von den rückwärtsgewandten Schlaumeier vom CH-Gewerveverband!

      Danke Empfehlen (2 )
Alle Kommentare anzeigen (7)

Nächster Artikel