Walliser Pharmaunternehmen steht unter Fälschungsverdacht

Swissmedic hat die Betriebsbewilligung der Firma Alkopharma in Martigny VS sistiert. Das Unternehmen steht im Verdacht, Medikamente mit gefälschten Verfalldaten verkauft zu haben. Anfang November leitete Swissmedic ein verwaltungsrechtliches Verfahren über ein unterdosiertes Krebsmedikament ein.

Die gefälschten Medikamente wurden hauptsächlich in Frankreich verkauft (Symbolbild) (Bild: sda)

Swissmedic hat die Betriebsbewilligung der Firma Alkopharma in Martigny VS sistiert. Das Unternehmen steht im Verdacht, Medikamente mit gefälschten Verfalldaten verkauft zu haben. Anfang November leitete Swissmedic ein verwaltungsrechtliches Verfahren über ein unterdosiertes Krebsmedikament ein.

Swissmedic griff zu dieser Massnahmen aufgrund einer Anzeige der französischen Heilmittelbehörde (Afssaps). „In dieser Sache besteht ein starker Verdacht der Fälschung von Verfalldaten“, sagte Matthias Stacchetti, Leiter der strafrechtlichen Abteilung des Schweizerischen Heilmittelinstituts (Swissmedic), der Nachrichtenagentur AFP.

Laut Swissmedic erhärteten erste strafrechtliche Massnahmen den Verdacht. Swissmedic sistierte per 30. November die Betriebsbewilligung von Alkopharama.

Dem Unternehmen ist es damit laut Swissmedic untersagt, „Arzneimittel herzustellen, Lieferungen von Arzneimitteln in Empfang zu nehmen oder auszuliefern, zu importieren oder zu exportieren“.

Unterdosierung

„Eine solche Massnahme ist sehr selten“, sagte Andreas Balsiger, Leiter der Rechtsabteilung von Swissmedic, am Freitag der Nachrichtenagentur sda. Bei dem betroffenen Medikament handelt es sich laut Balsiger um das Krebsmittel Thiotepa.

Laut Matthias Stacchetti, der von AFP zitiert wurde, „ist sehr wahrscheinlich, dass die Unterdosierung eine Folge des abgelaufenen Verfalldatums des Medikaments ist“. Die Verlängerung des Verfalldatums habe die Wirksamkeit des Medikaments beeinträchtigt. Alkopharma war am Freitag nicht erreichbar.

Die gefälschten Medikamente wurden vor allem in Frankreich verkauft. Die beiden Heilmittelinstitute zogen die betroffenen Produkte im Oktober vom Markt zurück. Assaps hatte die Schweiz am 16. August über Probleme mit Thiotepa informiert.

Laut Handelsregister wird Alkopharma von dem Franzosen Alain Bouaziz geleitet und ist auf den Handel mit Gesundheitsprodukten spezialisiert. Die Firma ist über die Holding Pharminvest-Patrimonial eine Filiale des französischen Unternehmens Laboratoires Genopharm.

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