Willkommen im Wirtschaftskanton Baselland!

Die Baselbieter Regierung macht neuerdings einen Roadtrip zu den schönsten Wirtschaftsstandorten des Kantons. Eine Auswahl.

Supergut: Mannschaftsfoto vor der Würth AG in Arlesheim. Verdeckt von Isaac Reber (3.v.l.) wird Melanie Zeiter. Sabine Pegoraro und Anton Lauber (4. und 5.v.r.) durften sogar ein paar Schrauben und Nägel als Give-Aways mitnehmen.

(Bild: Regierung BL)

Aha: Auch im Baselbiet gibt es Pharma. Hier besucht die Regierungstruppe die Firma Abbott in Allschwil, wo pharmazeutische Produkte erzeugt werden. Alle haben Spass, nur einer schaut, als wäre er gerade lieber in den Ferien (Isaac Reber, 3.v.r.).

(Bild: Regierung BL)


Hoppla: Selbst Roche gibts im Baselbiet. Aber nur Marketing und Vertrieb. Die Hochhäuser mit Administration, Forschung und Entwicklung baut der Pharma-Riese lieber in der Stadt. Isaac Reber (4.v.l.) und Lächeln – zwei Dinge, die offenbar nicht zusammenpassen.

(Bild: Regierung BL)


Wow: Die Regierung ist sich nicht zu schön, auch mal lustige Haarnetze aufzusetzen. Hier beim Besuch der Firma Le Patron Menu AG in Böckten. Die Lebensmittelfirma schreibt mit über 1200 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 500 Millionen. Doppeltes Wow!

(Bild: Regierung BL)


OMG: Im Kanton gibts auch einen Uhrenhersteller. Ob die Regierungsräte bei der Oris AG auch Give-Aways erhielten?

(Bild: Regierung BL)


Cool: Wenn die Regierungsräte grad in Couch-Modus sind, dann kommen die Firmenvertreter eben ins Regierungsgebäude im Stedtli. Im November 2015 empfingen die Regierungsräte Vertreter von Actelion, Bachem, Novartis und Roche in ihrem Zuhause in Liestal.

(Bild: Regierung BL)


Big up: Im nächsten Jahr sind wieder sieben Firmenbesuche angesetzt. Tipp: Warum besuchen die Regierungsräte dann nicht die Firma Biogen in Luterbach (SO), die gerade ihr Richtfest feierte? Die Firma war nahe dran, ins Baselbiet zu ziehen. Doch dann entschied sie sich für den ebenso schönen Kanton Solothurn.

(Bild: Medienmitteilung 5.10.16)

Das Leben im Wirtschaftskanton Baselland ist nicht immer schön. Die Entwicklung von Salina Raurica darbt vor sich hin, die Wirtschaftsoffensive stockt, Firmen ziehen lieber in den Nachbarkanton Solothurn als ins Baselbiet – Bad News auf allen Kanälen.

Also sassen die Marketing-Spezialisten des Kantons zusammen und fanden eine Strategie, wie sie ohne viel Effort Good News produzieren können. Schnell fanden sie eine Lösung: Firmenbesuche – so heisst nun das Losungswort im Landkanton.

Denn der Regierungsrat reist seit einigen Jahren im Kanton herum und besucht seine wichtigsten Firmen. Etwa sechs pro Jahr. Auch die Basler Pharma-Riesen Novartis und Roche stehen auf der Besuchsliste der Baselbieter Regierung.

Warum nicht diese Besuche dokumentieren und die Fotos der lächelnden Regierungsräte an Medienschaffende schicken? Diese würden schon etwas Schlaues daraus machen. Und so verschickt die Regierung seit 2016 Fotos der Regierungsräte auf dem Roadtrip durch Basellands schönste Wirtschaftsstandorte.

Der basel-städtische Regierungsrat besucht übrigens auch Firmen. Nur verschickt er keine Fotos an Medienschaffende – mangels Interesse der Öffentlichkeit, wie Regierungssprecher Marco Greiner sagt.

Konversation

  1. m ersten Bild?

    In Berlin würde sie dafür vom SEK fixiert und vom Bombenroboter vorsorglich gesprengt.

    Apropos „Durchschlagskraft“: „Easy“ hat da wirklich einen durch und durch maskulinen Auftritt.

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  2. Schon peinlich, gellet, wie eine Regierung für grosse Firmen eine Verbeugung macht. Da sehen wir, wer die Macht hat. Arme Politiker, sie kommen mir wie Sklaven vor..

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  3. Ich weiss nicht von welchem Spindoktor die Baselbieter Regierung sich beraten lässt. Die Beratung ist für die Füchse. Man kommt zwar mit seinen Gspänli ins Gespräch, aber höchsten als Lachnummer oder als Fotoromanze in der Tawo. Wir, das geduldige Fussvolk, üben uns derweilen wieder einmal im Fremdschämen. Das soll unsere Regierung sein? Und diese turnusmässigen Klassenausflüge ins schöne Baselbiet dienen tatsächlich der Wirtschaftsförderung? Man klappert also die ansässigen KMU’s ab und lässt sich den Status Quo bestätigen. Danach noch die verschiedenen Karosseriebetriebe und Bubendörfer Malergeschäfte? Novartis und Roche werden ebenfalls tief beeindruckt sein und ihre Strategie betreffend zukünftiger Produktionsstandorte sofort revidieren und allesamt ins Baselbiet verlegen. Wenn die Firma Biogen von dieser Offensive Wind kriegt, wird sie ihre Zelte in Luterbach postwendend wieder abbrechen und zurück in den Schoss der Baselbieter Regierung kommen.

    Vielleicht müsste die Baselbieter Regierung ihre Wirtschaftsoffensive an der Universität Basel lancieren. Hier werden vermutlich die ersten zukunftsträchtigen Spin-Off-Firmen gegründet. Vielleicht im Biozentrum. Aber nicht in Böckten.

    Ein Effort müssten die Baselbieter Regierung bei kommenden Startups zeigen. Dies sind potentiell die Firmen, welche später in «Salina Raurica» Geschichte schreiben werden.

    Oder die Regierung müsste im Ausland nach innovativen Firmen Ausschau halten. Aber die eigene Bannmeile abklappern? Ist vermutlich wenig zielführend.

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  4. danke – jetzt weiss ich endlich, was der volxmund meint mit:
    «blöd in der landschaft herumstehen»

    (am witzigsten noch, wenn sie «blöd aus der wäsche gucken»)

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