#anderschtyystoo: Der Mega-Zug für Toleranz soll noch länger werden

Rund 500 Trommler und Pfeiffer folgten dem Ruf der Rhyschnoogge, gemeinsam für mehr Toleranz, Frieden und Nächstenliebe einzustehen. Sujet-Obfrau Stefanie Gloor hofft auf noch mehr Teilnehmende am Mittwochabend.

Die Aktion «Yystoo» will auf Ungerechtigkeiten in der Welt aufmerksam machen.

Unter dem Sujet «Yystoo!» lud die Clique Rhyschnoogge andere Fasnächtler ein, gemeinsam für mehr Toleranz, Frieden und Nächstenliebe einzustehen. Sechs Stammcliquen und diverse Schissdräggzyygli folgten dem Aufruf und marschierten am Montagabend mit den Rhyschnoogge mit.

Dem «Regionaljournal» zufolge waren rund 500 Trommler und Pfeifer am Umzug beteiligt. Sujet-Obfrau Stefanie Gloor erklärt die Hintergründe der Aktion.

Stefanie Gloor, Sujet-Obfrau der Rhyschnoogge.

Stefanie Gloor, Sie haben sich die Aktion «Yystoo» zusammen mit einigen anderen ausgedacht. Wie ist es dazu gekommen?

Inspiriert hat uns der Film «Everyday Rebellion», bei dem es um verschiedene Proteste gegen Ungerechtigkeiten auf der ganzen Welt geht. Auch eine friedliche Kunstaktion am Rande der G20-Ausschreitungen in Hamburg hat uns beeindruckt. Dort marschierten über 1000 graue Gestalten gegen das G20-Treffen – als graue Masse sozusagen. Mit unserer Aktion wollen wir stellvertretend für alle friedlichen Proteste für unsere Werte einstehen.

Bei den G20-Protesten ging es in erster Linie um Kapitalismuskritik. Ist es auch das, wofür ihr einsteht?

Ja, aber nicht nur. Wir stehen ein für Meinungsfreiheit, Toleranz, Frieden, Nächstenliebe, Diversität, mehr Nachhaltigkeit und gegen politische Missstände im Allgemeinen. Auch wenn es uns hier in Basel einigermassen gut geht, wollen wir dazu aufrufen, dass man nicht wegschaut, wenn es Leuten schlecht geht – egal, wo sie leben.

«Das ist ja das Schöne an der Fasnacht: Es ist der Moment, in dem wir eine Stimme kriegen.»

Ist das Einstehen für diese Themen heute wichtiger als in früheren Jahren?
Das Gefühl habe ich. Es gab schon immer politische Sujets an der Fasnacht. Aber solche Aktionen wie unser Mega-Umzug sind nötig, um den Leuten etwas mitzugeben. Das ist ja das Schöne an der Fasnacht: Es ist der Moment, in dem wir eine Stimme kriegen, etwas publik machen können.

Haben die Leute Ihre Botschaft überhaupt verstanden?

Schwer zu sagen. Wahrscheinlich standen am Strassenrand auch einige, die nicht wussten, worum es geht, und einfach vom langen Zug beeindruckt waren. Ich habe bisher aber nur positive Rückmeldungen gekriegt. Vorweg waren wir unsicher: Macht überhaupt jemand mit? Nun hat sich gezeigt: Die Aktion stiess auf grosses Interesse. Vielleicht entschliessen sich deshalb noch mehr Tambouren und Pfyffer, heute am Mittwochabend mitzumachen. Und wer weiss, vielleicht wird der Zug noch länger.

Was hat es mit dem Symbol auf eurer Laterne auf sich? Zu sehen ist eine Faust, die ein Löwenzahn umklammert.

Der Löwenzahn, der an vielen Orten als Unkraut auftritt, hat starke Wurzeln. Sie sind so stark, dass sie in Städten den Teer aufzubrechen vermögen. Auch das Gute schafft es immer wieder, zum Vorschein zu kommen, wenn wir dafür einstehen. Das ist die Idee dahinter: Das Gute kommt immer wieder hervor.

Auch am Fasnachtsmittwoch haben die Rhyschnoogge zum «Yystoo» aufgerufen. So sah der Zug am Montag aus:

Konversation

  1. #anderschtyystoo klingt wie ein alternatives Sujet, sozusagen mit einer digitalen Blaggedde und einer überraschenden Performance. An der Fasnacht werden wir unserer Gemeinsamkeiten bewusst, dazu gehören aber auch die grossen Unterschiede, wie sie mit der Vielfalt des fasnächtlichen Treibens so eindrücklich dargestellt werden. Wenn dieses friedliche Miteinander durch (welt-)politische Veränderungen bedroht wird, dann kann auch das zu einem Sujet werden. Die UNESCO wird es jedenfalls zur Kenntnis nehmen können.

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