Nadine Fink verlässt Harvard für «Baselworld»

Nadine Fink hängte ihre akademische Karriere vor ein paar Jahren an den Nagel. Viel lieber als der Forschung widmet sie ihre Zeit dem Designen von Schmuck. Nicht ohne Erfolg – an der «Baselworld» trifft sie nun die ganz Grossen aus dem Juwelier-Geschäft und hofft auf internationale Deals.

Die Halb-Jamaikanerin hat in den USA studiert und gelebt. Zuhause fühlt sie sich jedoch in Basel bei ihrer Familie. (Bild: Alexander Preobrajenski)

Nadine Fink hängte ihre akademische Karriere vor ein paar Jahren an den Nagel. Viel lieber als der Forschung widmet sie ihre Zeit dem Designen von Schmuck. Nicht ohne Erfolg – an der «Baselworld» trifft sie nun die ganz Grossen aus dem Juwelier-Geschäft und hofft auf internationale Deals.

Nadine Fink geniesst gerade kostbare Zeit, als wir sie in ihrem Zuhause am Rheinufer in Basel treffen. Ihr kleiner Sohn macht eben seinen Mittagsschlaf, ein perfekter Zeitpunkt, um arbeiten zu können für die 39-Jährige: «Ich arbeite oft über Mittag oder dann nachts. In meinem Atelier bin ich jedoch zurzeit nur selten.»

Der grosse Esstisch im Wohnzimmer ist zum Arbeitstisch umfunktioniert worden. In einer antiken Vitrine sieht man ihre aktuellsten Schmuckstücke – sie tragen alle den Labelnamen Nana Fink. «Ein Grossteil der neuen Kollektion ist im Moment beim Graveur. Kurz vor der ‹Baselworld› muss alles noch perfekt vorbereitet werden», sagt die Designerin.




Nadine Fink glaubt an die Kraft der starken Löwensymbolik. (Bild: Alexander Preobrajenski)

Die Vorfreude auf die Uhren- und Schmuckmesse ist bei Fink gross. Denn an der diesjährigen «Baselworld» hat sie diverse Meetings mit internationalen Schmuckeinkäufern organisiert. Da könnten sich wichtige Geschäftsverbindungen festigen.

Mit Babybauch den ersten grossen Deal abgeschlossen

Ihren ersten grossen internationalen Durchbruch hatte Fink, als sie vor knapp zwei Jahren nach London reiste. Hochschwanger war sie damals. Fink wurde von den Entscheidungsträgern der britischen Luxusmarke Paul Smith nach London eingeladen. Durch eine Freundin seien diese auf ihre Schmuckstücke aufmerksam geworden, erinnert sich Fink. Der Babybauch brachte Glück: Ihre Schmuckmarke verlockt heute kaufkräftige Modeliebhaberinnen bei «Paul Smith» in London zum Kauf.

Die Armreifen und Fingerringe schmücken Löwenköpfe, das typische Markenzeichen von «Nana Fink». «Der Löwe hat mich schon als Kind fasziniert. Er symbolisiert für mich Kraft, Mut und Eleganz. Darum hab ich die Kollektion damals auch Löwenkind getauft», sagt Fink, die am liebsten mit Silber und Rotgold arbeitet.



Die Löwenkind-Kollektion ist die bisher bekannteste von «Nana Fink».

Die Löwenkind-Kollektion ist die bisher bekannteste von «Nana Fink». (Bild: Alexander Preobrajenski)

Fast noch spannender als ihr Schmuck ist die Geschichte von Fink, denn sie ist schier unglaublich. Die Baslerin war mitten in ihrer Forscher-Karriere an der Elite-Universität von Harvard in Boston und ging dort als Postdoc ihrer wissenschaftlichen Arbeit als Entwicklungs-Psychologin nach, als sie sich dazu entschloss, mit dem Forschen aufzuhören und in einen kreativen Job zu wechseln. Ihr wirklicher Traum sollte Realität werden – eine eigene Schmuck-Kollektion.

Eine erfolgreiche akademische Karriere für einen Traum aufgeben? Für Fink war das keine Frage des Mutes. So etwas wie Angst kenne sie nicht, wie sie verrät, «solange es mich mit Freude erfüllt und ich daran glaube». Und es klingt nach einer jungen Frau, die bereit ist zu kämpfen, wenn es um die Verwirklichung ihrer Träume geht.

«Meine Grosstante hat in Jamaika die früheren Hollywood-Diven getroffen.»


Den unkonventionellen Schritt gewagt hat Fink nicht ohne die Gewissheit, dass die nötige Kreativität in ihr steckt. In ihrer Familie – sie hat jamaikanisch-schweizerische Wurzeln – seien alle Frauen kreativ, sagt sie und nennt das Beispiel der Tante ihrer Mutter: «Sie war selber Designerin und hat mit damaligen Hollywood-Diven verkehrt, die auf Jamaika gerne ihre Ferien verbrachten.»




Nadine Fink liebt Schönes und Kurioses aus alten Zeiten. (Bild: Alexander Preobrajenski)

Einen Hang zum Luxus und den schönen Dingen im Leben hat Nadine Fink also von Haus aus geerbt. Den Erfolg hat sie jedoch vor allem ihrem Ehrgeiz und dem Talent, Netzwerke aufzubauen, zu verdanken. «Hinter der Marke Nana Fink steckt ja ein ganzes Team», sagt Fink, «ich arbeite mit extrem professionellen Leuten zusammen – dazu gehören Bildhauer, Steinsetzer, sogar Ingenieure und andere Fachleute.»

Dass ihr Schmuck komplett in der Schweiz hergestellt wird, macht nach ihren Aussagen einen weiteren Teil ihres mittlerweile internationalen Erfolges aus. «Gerade wir Basler lieben es doch, wenn perfekt und genau gearbeitet wird – Schweizer Qualität kommt überall gut an.»




Schmuck muss nicht nur gut aussehen – er muss sich auch gut anfühlen. (Bild: Alexander Preobrajenski)

Und am Ziel ist Fink noch lange nicht: Neben der weltgrössten Uhren- und Schmuckmesse «Baselworld» wartet bereits ein weiteres Highlight auf die fleissige Geschäftsfrau. Sie darf ihre Kollektion im kommenden September während der Pariser Fashionweek an der «Première Classe» vorstellen – Europas exklusivstem Mode- und Accessoire-Event.

Weitere Pläne hat sie auch schon: «Mein kleines Unternehmen soll langsam wachsen. Als Nächstes werde ich mit meinem Label nach München gehen. Düsseldorf ist eine weitere Wunsch-Destination. Vielleicht kommt danach Paris oder sogar der Orient. Aber ich gehe Schritt für Schritt – selber und ständig, wie ich als Selbstständige gerne sage.»

Wenn Fink von ihren Plänen erzählt, schwingt Bescheidenheit mit, und das ist auch angebracht, ist sie überzeugt: «Die bisherigen Erfolge sind für mich alles unglaubliche schöne Schicksalsfügungen. Ich habe enormes Glück und bin dafür sehr dankbar.»

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Der Schmuck von Nadine Fink ist in Basel unter anderem bei «Naked» erhältlich, an der Henric Petri-Strasse 26, 4051 Basel. Die Uhren- und Schmuckmesse «Baselworld» eröffnet am Donnerstag, 19. März, und dauert bis am 26. März.

Konversation

  1. Weil hier der Begriff «Publi-Reportage» angeführt wurde, eine kleine Präzisierung: Publireportagen definieren sich unter anderem dadurch, dass für sie bezahlt wurde. Wenn die TagesWoche einen Artikel publiziert, für den sie Geld oder geldwerte Leistungen bekommen hat, erkennen Sie es am speziellen Layout (farbiger Hintergrund) und der Bezeichnung «Partner-Inhalt». Dass die TagesWoche anlässlich der Baselworld eine Basler Schmuckdesignerin porträtiert, ist der Aktualität und der Suche nach einem lokalen Zugang geschuldet. Wenn sich dieser über spannende Menschen schaffen lässt, umso besser. Das war der Grund, warum wir uns für dieses Porträt entschieden haben.

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  2. „Die Baslerin war mitten in ihrer Forscher-Karriere an der Elite-Universität von Harvard in Boston und ging dort als Postdoc ihrer wissenschaftlichen Arbeit als Entwicklungs-Psychologin nach, als sie sich dazu entschloss, mit dem Forschen aufzuhören und in einen kreativen Job zu wechseln.“

    Diese Worte kommen hoffentlich nicht von Frau Fink. Ob Harvard oder Uni Basel, in der Forschung spielt Kreativität eine zentrale Rolle. Zum Einen hat diese Aussage also eine beleidigende Note für alle, die eben ihre Kreativität in die Forschung investieren. Zum Anderen zeigt dies aber vor allem, wie falsch die öffentliche Wahrnehmung der Arbeit von Forschenden ist.

    Ich weiss übrigens insofern wovon ich spreche, als dass ich ebenfalls Postdoc an derselben „Elite-Universität“ in Boston bin.

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  3. Interessantes Fachgebiet: « … nicht Gegenstand der Entwicklungspsychologie sind also zum Beispiel stimmungsabhängige oder von plötzlichen äusseren Ereignissen verursachte Veränderungen».

    Da staunt der Laie und fragt sich, welches Wissen denn in dieser Fachrichtung überhaupt vermittelt wird?

    Aber abgesehen davon: «Publi-Reportagen» sind ja normalerweise schlecht getarnt. Davon hebt sich dieser Artikel wohltuend ab. Gratulation.

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