Ein richtiger Hampe

Der Sozialdemokrat Hans-Peter Wessels sitzt seit vier Jahren im Regierungsrat. Er ist alles andere als ein Ideologe. Er geht die Probleme praktisch und pragmatisch an – ein bodenständiger «Hampe» eben. Drum nennen ihn seine Freunde auch so.

Der Sozialdemokrat Hans-Peter Wessels sitzt seit vier Jahren im Regierungsrat. Er ist alles andere als ein Ideologe. Er geht die Probleme praktisch und pragmatisch an – ein bodenständiger «Hampe» eben. Drum nennen ihn seine Freunde auch so.

Wenn er von der geplanten Bebauung der Klybeck-Insel spricht, dann macht er seinem Ärger über den Begriff «Rheinhattan» auch gleich Luft. Sowas sei eine Erfindung der Medien. In Wirklichkeit versuche die Regierung dort, wo heute Tanklager und Schrottplätze stehen, neuen Wohnraum zu schaffen. Anders als von Gegnern befürchtet, würden neue Wohnungen auf der Klybeck-Insel nicht die Mieten im heute bestehenden Wohnquartier in die Höhe treiben. Im Gegenteil, sie würden den Preisdruck auf Mieten bei bestehenden Wohnungen mindern.

Konsequenterweise wehrt er sich dagegen, dass die Überbauung der Klybeck-Insel das Quartier «aufwerte». «Aufwerten» hält er wie «Rheinhattan» für einen schlechten Begriff, weil er den Verdacht erwecke, es würde da Wertvolleres und Teureres hingestellt. Wessels weist als positives Beispiel auf das St. Johann-Quartier hin, das vor fünf oder zehn Jahren noch als problematisches Quartier, von der Verslumung bedroht, bezeichnet worden sei. Dank neuer Pärke und Begegnungszonen sei es wohnlicher gemacht worden, sei auch zu einem Trendquartier geworden trotz gleich hohem Ausländeranteil. Und die Mieten seien nicht in unerschwingliche Höhen gestiegen.

Also: Pragmatisch die Planung in den Quartieren angehen – das ist Wessels Devise. So, wie er dort Wohnstrassen mit Tempo 30 einrichten will, wo es die Bevölkerung wünscht. Und nicht Tempo-30-Zonen zum Glaubensbekenntnis machen. Dort Polizisten hinstellen, wo sie nötig sind, nicht an jede Strassenecke. Dort Freiräume schaffen, wo es am wenigsten Anwohner stört, aber: «Konflikte um Freiräume muss man in einer Stadt halt auch aushalten.»

  

Unser Wahlkampf

Wir konfrontieren Hans-Peter Wessels mit den gleichen zehn Fragen wie die anderen zwölf Regierungskandidaten (der wilde Kandidat Chrigel Fisch wollte nicht mit uns reden). Es sind jene zehn Fragen, die sich bei unseren Gesprächen mit den Menschen in den Quartieren und der Stadtgemeinde Riehen als die drängendsten herausgestellt haben.

Sämtliche Berichte über unsere kleine Reise durch die verschiedensten Welten von Basel-Stadt finden Sie in unserer interaktiven Karte «Ab in die Quartiere».

Alle Videointerviews mit den Regierungskandidaten werden ab Anfang Oktober in regelmässiger Abfolge veröffentlicht.

Konversation

  1. Gut, ich kann damit leben, dass in der Innerstadt, die Velos nur wenige Routen haben. Ich kann ja auch woanders einkaufen. Das Velo wäre auch aus dem Grunde praktisch, dass man die Einkäufe nicht so weit schleppen muss.
    Ein Anliegen, das mir sehr am Herzen liegt hätte ich aber noch. Könnte man die Velos in der Innerstadt nicht während der Nacht fahren lassen. Mit dem Velo ist es einfach sicherer als zu Fuss oder beim Warten an der Tramhaltestelle. Man ist damit schnell und wendig und kann so besser eventuellen Gefahren aus dem Weg gehen. Ich sage das nicht ohne Grund, weil ich entsprechende Erfahrungen als Fussgängerin und Velofahrerin habe.

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