Allschwil fordert Fischverbot am Lörzbach

Der Allschwiler Gemeinderat fordert ein Fisch- und Tränkverbot am Lörzbach. Umweltaktivisten fanden im Grenzbach zu Frankreich stark erhöhte Konzentrationen des Gifts HCH. Allschwil kritisiert auch die Informationspolitik des Baselbieter Umweltamts, das seit Jahren Bescheid wusste.

Kann Ihre Gesundheit gefährden: Karpfen aus dem Lörxbach-Weiher. (Bild: ZVG)

Der Allschwiler Gemeinderat fordert ein Fisch- und Tränkverbot am Lörzbach. Umweltaktivisten fanden im Grenzbach zu Frankreich stark erhöhte Konzentrationen des Gifts HCH. Allschwil kritisiert auch die Informationspolitik des Baselbieter Umweltamts, das seit Jahren Bescheid wusste.

Die Berichte über eine offene Giftmülldeponie im elsässischen Hagenthal-le-Bas unweit der Schweizer Grenze haben den Allschwiler Gemeinderat aufgeschreckt. Dieser fordert vom Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) Sofortmassnahmen. Wie Untersuchungen des Basler Altlastenspezialisten Martin Forter ergeben haben, sickert über eine illegale Lagerung auf einem Feldweg in Hagenthal das Gift Hexachlorcyclohexan (HCH) in den Lörxbach, der teilweise die Grenze zwischen Allschwil und Frankreich markiert. Forter hat Konzentrationen gemessen, die den zulässigen Grenzwert um das Dreifache übersteigen.

«Diese Meldung hat den Gemeinderat ebenso überrascht wie verärgert», heisst es in einer Medienmitteilung. «Die Gemeinde Allschwil erhielt nie eine offizielle Erläuterung zu den erhöhten HCH-Konzentrationen, obwohl das AUE und die französischen Behörden schon seit Jahren davon wissen.» Das AUE räumte ein, 2004 und 2005 Proben genommen und HCH-Rückstände festgestellt zu haben.

Bach grenzt an Viehbetrieb

Der Allschwiler Gemeinderat fordert nun, dass das AUE einen sofortiges Tränk- und Fischverbot verhängt. An den Bach grenzt ein Viehbetrieb. «Der Gemeinderat möchte eine Gefährdung des Viehs durch verseuchtes Bachwasser unbedingt ausschliessen», steht weiter. Das Tückische an HCH ist, dass es über die Nahrung aufgenommen wird und sich im Fettgewebe anreichert. Auf Menschen hat es eine hormonelle Wirkung. Bei schwangeren Frauen kann es zu Fehl- und Frühgeburten führen.

Der Gemeinderat verlangt zudem vom AUE, dass es bei den französischen Behörden eine umfassende Stellungnahme und Sanierung einfordert. Alberto Isenburg, Leiter des AUE, konnte auf Anfrage keine Stellung nehmen: «Lörzbach? Sagt mir gar nix, rufen Sie doch morgen wieder an.»

 

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