Bald rollt der erste Lieferdienst für Deutsch

Das Geld ist gesammelt, jetzt geht es in die Produktion: Das Sprachmobil möchte Geflüchteten Deutsch beibringen. Es braucht noch freiwillige Lehrer.

Ein Raum für Begegnungen: Das Sprachmobil ist finanziert.

Von der Idee zur Finanzierung verging nur ein gutes Jahr. Der zündende Moment war ein Gespräch zwischen dem Basler Billy Meyer und einem Geflüchteten. «Wir würden gerne einen Deutschkurs besuchen, aber in unserem Dorf gibt es keinen, und reisen können wir nicht», sagte er zu Meyer. «Dann muss der Deutschkurs eben zu euch kommen», dachte dieser. Das Sprachmobil war geboren – zumindest in seinem Kopf.

Von der Idee begeistert, steckte der Journalist und Coach auch andere an. Er gründete einen Verein und startete Spendenaufrufe. Inzwischen sind bald 45’000 Franken auf dem Vereinskonto eingegangen. 14’700 davon über eine Crowdfunding-Plattform.

Nun wird das Sprachmobil bestellt. Das Fahrzeug mit dem kofferartigen Aufbau wird zum mobilen Zimmer, in dem bis zu sechs Menschen plus Kursleitende in einer Gesprächsrunde sitzen können.

Freiwillige gesucht

Als Nächstes suchen Billy Meyer und sein Team Freiwillige, die das Fahrzeug steuern und Deutschkurse geben. Ab Herbst soll es dann mit dem Unterricht losgehen, frühestens im September, spätestens im November. Das Sprachmobil wird von Ort zu Ort fahren und je zweimal pro Woche am selben Platz stehen. So ist ein regelmässiger Besuch möglich.

Neben dem praktischen Nutzen möchte Billy Meyer auch ein politisches Statement abgeben: «Wir stehen an öffentlichen Orten und sind für alle sichtbar. Damit zeigen wir: Geflüchtete Menschen gehören dazu, sie sind ein Teil von uns.»

Kontakt für Freiwillige: sprachmobil.ch 

Nächster Artikel