Das Birsköpfli erhält ein neues Restaurant

Nächsten Sommer wird ein neuer Restaurationsbetrieb das Naherholungsgebiet beleben. Zudem wurden die Ergebnisse einer Nutzungsstudie über das Areal veröffentlicht.

Ab 2015 sollen hier kulturelle Anlässe und mediterrane Küche angeboten werden. (Bild: Brendan Bühler)

Nächsten Sommer wird ein neuer Restaurationsbetrieb das Naherholungsgebiet beleben. Zudem wurden die Ergebnisse einer Nutzungsstudie über das Areal veröffentlicht.

Im Sommer hörte der ehemalige Pächter des Pavillons am Bisköpfli auf. Neu wird sich ein Trio um die Lokalität kümmern. Die neuen Betreiber, drei Männer, heissen Gabriel Pellicano, Pascal Moor und Thomas Gander.

Das neue Besitzverhältnis ist nicht die einzige Veränderung. Eine Studie, die von der Christoph Merian Stiftung in Auftrag gegeben wurde, hat zudem die Nutzung des Birsköpfli-Areals untersucht.

Die neuen Pächter Pascal Moor, Gabriel Pellicano und Thomas Gander.

Die neuen Pächter Pascal Moor, Gabriel Pellicano und Thomas Gander. (Bild: Brendan Bühler)

Nutzungsstudie zeigt Verbesserungsmöglichkeiten

Das Birsköpfli wird als Freiraum von Jung und Alt geschätzt. Auch Konflikte halten sich laut Studie in Grenzen. Die Gesamtsituation sei gut. Jedoch sehen die Autoren der Studie (siehe Artikelrückseite) auch einige Möglichkeiten für Verbesserungen. Die Studie sieht Handlungsbedarf bei folgenden Punkten:

  • «Qualitäten wahren und in Teilen optimieren»
  • «Raum lassen»
  • «Öffentliches WC bereitstellen»
  • «Chance Pavillon ausgestalten»
  • «Littering gezielt angehen»

Unter Qualitäten verstehen die Autoren den «gut funktionierenden und akzeptierten Freiraum». Verbote, Restriktionen und Ähnliches erscheinen laut den Autoren als nicht sinnvoll. Jedoch schliessen sie eine Erweiterung des Angebots beispielsweise mit Trinkbrunnen oder «kleinräumigen Sportangeboten» nicht aus.

Unter «Raum lassen» steht in der Studie, dass den Besuchern, insbesondere der feiernden Jugend, Raum auf dem Birsköpfli zugestanden werden soll. Kontakte zwischen den Nutzern und involvierten (staatlichen) Stellen sollten nicht «künstlich konstruiert» werden. Jedoch halten es die Autoren der Studie für gut, ein Angebot zu schaffen in Bezug auf Streetworker, Jugendarbeit und Community Policing.

Mediterrane Küche

Die drei letzteren Empfehlungen der Studie werden nun umgesetzt. Der Pavillon wird von einem neuen Team geführt und umgebaut. Das Becken hinter dem Pavillon wird saniert. Der neue Pavillon soll offen sein, wie die neuen Betreiber erklären. «Es geht ein Traum in Erfüllung», sagt Gabriel Pellicano. Er wird für das Gastronomische zuständig sein.

Angeboten wird eine mediterrane/italienische Küche. Wenig überraschend, betreibt Pellicano doch einen italienischen Spezialitäten-Laden. Mittags werden Snacks und Imbisse angeboten, möglicherweise auch zwei verschiedene Menüs – ein vegetarisches und eines mit Fleisch. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die genaue Umsetzung aber noch nicht ganz klar.

Kultur und Sozialraummanagement

Pascal Moor ist im Trio für das kulturelle Angebot zuständig. Geplant sind Anlässe in Kooperation mit Quartierinstitutionen und der Stadt Basel. Jedoch müssen die Betreiber ihre Möglichkeiten mit der Allmendverwaltung abklären. Bei dieser müssen Bewilligungen für Anlässe eingeholt werden.

So soll der neue Pavillon aussehen.

So soll der neue Pavillon aussehen. (Bild: Dietrich Lohmann (Büro Lost Architekten))

Der Dritte im Bunde kümmert sich um das «Sozialraummanagement». Im Klartext: Thomas Gander wird als Ansprechperson bereitstehen. «Ich bin nicht der Sozialarbeiter vom Birsköpfli», sagt er. Jedoch wird Gander bei allfälligen Konflikten als Ansprechperson dienen. Daneben pflegt er Kontakte zur Jugendarbeit und zur Polizei (Stichwort Community-Policing). Jedoch betont Gander, dass das Birsköpfli kein Problemraum ist, sondern ein «toller Flecken Land».

Gander ist unter anderem für sein politisches Engagement als SP-Grossrat und Fanarbeiter des FC Basel bekannt.

Bauliche Änderungen

Nebst dem Umbau des Pavillons werden auch neue Toiletten gebaut. Laut Niklaus Hofmann von der Allmendverwaltung werden diese den heutigen Standards entsprechen. Wie auch die Studie vorschlägt, werden mobile Pissoirs in Erwägung gezogen.

Der Basis-Umbau des Pavillons wird vom Kanton getragen. Dazu gehört unter anderem das Verschieben der Wände. Die Pächter des Lokals wurden per Ausschreibung ausgewählt. Für fünf Jahre wird das Trio für den Pavillion zuständig sein. Danach wird es eine neue Ausschreibung geben, ähnlich wie bei den Buvetten.



Auch das Basin wird saniert.

Auch das Basin wird saniert. (Bild: Brendan Bühler)

Das Problem mit Littering wurde in diesem Sommer bereits angegangen. Vermehrt wurden grosse Container aufgestellt. Weitere Massnahmen sollen folgenen. Laut Hofmann werden die Reinigungsintervalle am Ufer «optimiert».

Es gibt also noch einiges zu tun. Nächsten Frühling wird sich dann zeigen, ob das neue Konzept hält, was es verspricht. Und ob der «Freiraum» Birsköpfli erhalten bleibt.

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