Der keltische Silberschatz von Füllinsdorf

Das Baselbiet ist unerwartet zu Geld gekommen: Die Kantonsarchäologen gruben in Füllinsdorf 293 keltische Silbermünzen aus. Es handelt sich um den grössten Hortfund dieser Art in der Schweiz. Nun werden die Münzen ausgestellt.

Der Silberschatz wird im Foyer des Museums BL gezeigt, bevor ihn Forscher ins stille Kämmerlein bringen. (Bild: Martina Rutschmann)

Das Baselbiet ist unerwartet zu Geld gekommen: Die Kantonsarchäologen gruben in Füllinsdorf 293 keltische Silbermünzen aus. Es handelt sich um den grössten Hortfund dieser Art in der Schweiz. Nun werden die Münzen im Museum BL ausgestellt.

Es fiel dem Baselbieter Kulturdirektor Urs Wüthrich nicht schwer, die Landratssitzung vom Donnerstagmorgen zu schwänzen. Schliesslich hatte er der Öffentlichkeit etwas zu sagen, von dem seine Regierungsratskollegen nur träumen können: Es wurde Geld gefunden im Baselbiet. Wüthrich formulierte es so: «Die oberirdische Geldsuche im Kanton gestaltet sich derzeit mehr als schwierig, wenigstens haben wir unterirdisch einen sensationellen Geldfund gemacht.» Dieser Fund habe zwar keinen Einfluss auf die Staatsrechnung, es gäbe dennoch gute Gründe, ihn vorzustellen.

Es handelt sich um 293 je zwei Gramm leichte keltische Silbermünzen aus der Zeit zwischen 80 und 70 vor Christus. Insgesamt wurde auf einem Grundstück in Füllinsdorf also ein gutes halbes Kilo Silber gefunden. Zunächst hatte ein Privater Teile des Schatzes entdeckt, den Rest fanden schliesslich die Kantonsarchäologen. Das Interessante dabei: Die Münzen lagen auf 50 Quadratmetern verteilt nur wenige Zentimeter unter der Erde. Und – obwohl damals verbreitet – es befand sich keine einzige Fälschung darunter.

Das bedeutet: Ein Kelte muss den Schatz bewusst als Ganzes vergraben haben, sagt Kantonsarchäologe Reto Marti. «Wichtiger als der materielle Wert ist der Umstand, dass wir den Schatz als Ensemble gefunden haben.» Dass die Münzen heute, gut 2000 Jahre später, verteilt und nicht auf demselben Fleck aufgefunden wurden, liegt an der mehrfachen Umwälzung des Feldes durch Bauern. Marti schliesst nicht aus, dass es sich beim Schatz um den Jahreslohn eines Soldaten handelte. Weitere Fragen sind bisher ungeklärt.

Fundort bleibt geheim

Wo genau der Schatz lag, wollte Marti nicht verraten. Und zwar darum nicht, weil es sich um eine völlig neue Fundstelle handle und Experten jetzt noch dabei seien, diese zu untersuchen. «Bis wir wissen, was es mit dem Ort auf sich hat, wollen wir ihn vom Zugriff durch Unbefugte schützen», sagt Marti. Und wies darauf hin, dass es sich bei archäologischen Funden um Staatseigentum handle.

Den «Keltenschatz von Füllinsdorf» selber wollen die Verantwortlichen der Öffentlichkeit aber nicht vorenthalten. In einer kleinen Ausstellung im Foyer des Museum BL in Liestal liegen die Münzen hinter einer Vitrine. Vernissage ist morgen Freitag, 30.März, um 18 Uhr. Die Ausstellung ist zudem am Samstag, 31. März, und Sonntag, 1. April, jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Für Kinder und andere Interessierte besteht die Möglichkeit, Münzen nach dem Originalverfahren nachzuprägen. 

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