Der Ziehvater von Goma ist tot

Als langjähriger Direktor hatte er die Entwicklung des Basler Zollis zur renommierten Vorzeigeinstitution massgeblich mitgeprägt, als Ziehvater des Gorilla-Mädchens Goma wurde er weltberühmt: Wie der Basler Zolli heute Donnerstag mitteilte, ist Ernst M. Lang am 21. Oktober im Alter von 101 Jahren gestorben.

Der Doyen des Basler Zollis ist gestorben. Ernst M. Lang mit seinem weltberühmten Ziehkind Goma. (Bild: Staatsarchiv Basel-Stadt)

Als langjähriger Direktor hatte er die Entwicklung des Basler Zollis zur renommierten Vorzeigeinstitution massgeblich mitgeprägt, als Ziehvater des Gorilla-Mädchens Goma wurde er weltberühmt: Wie der Basler Zolli heute Donnerstag mitteilte, ist Ernst M. Lang am 21. Oktober im Alter von 101 Jahren gestorben.

In einer breiten Öffentlichkeit war und ist der Name Ernst M. Lang untrennbar mit dem der weltberühmten Basler Gorilladame Goma verbunden. In den 1950er-Jahren hatte der damalige Direktor des Basler Zollis das erste in einem europäischen Zoo geborene Gorillababy bei sich zu Hause grossgezogen.

Diese Geschichte ist schon x-tausend Mal erzählt worden, so dass sie hier nicht erneut ausgebreitet werden muss. Zumal sie letztmals vor knapp einem Monat weit verbreitet wurde, als Goma, wiederum begleitet von der Weltpresse, ihren 55. Geburtstag feiern konnte. Nur so viel dazu: Ernst M. Lang hätte Gomas Geburtstag gerne selber erlebt, schreibt der Basler Zolli in seiner Mitteilung zum Tod des ehemaligen Direktors. Aus gesundheitlichen Gründen sei dies aber nicht möglich gewesen.

Die Zeit der grossen Zuchterfolge

Ernst M. Lang anlässlich seines 100. Geburtstags

Ernst M. Lang anlässlich seines 100. Geburtstags (Bild: Zoo Basel)

Langs weltweit beachtete Verdienste um den Basler Zolli lassen sich keineswegs auf diese Gorillageburt beschränken. In den 25 Jahren nach 1953, während denen Lang Direktor der beliebten Institution war, leitete er die Zeit der grossen Zuchterfolge ein. Ein herausragendes Beispiel hierfür war 1956 die Geburt von Rudra, dem ersten je in einem Zoo geborenen Panzernashorn.

Die Reihe der spektakulären Zuchterfolge liesse sich noch lange weiterführen. Zoogeschichte schrieb Lang aber bereits vor seiner Zeit als Direktor, als er noch als Zolli-Tierarzt tätig war. So zum Beispiel 1952, als er fünf junge Elefanten per Schiff und Zug von Afrika nach Basel brachte. Neu war damals, dass beim Fang auf den Abschuss der Muttertiere verzichtet wurde.

Affenhaus und Vivarium

In Langs 25-jähriger Direktionszeit veränderte der Basler Zolli sein Gesicht. Inhaltlich wurde aus der Schauburg für mehr oder weniger exotische Tiere eine Institution, die sich intensiv und wissenschaftlich fundiert für das Gedeihen eigener Tierfamilien einsetzte. «Sein Ziel war es, statt Einzeltiere zu zeigen, Zuchtgruppen zu schaffen und die entsprechenden Geschlechtspartner nach Basel zu bringen», schreibt der Zolli.

Aber auch in Sachen Infrastruktur und Anlagen brachte Lang einiges in Bewegung. Meilensteine sind das 1969 gebaute Affenhaus, das 1972 eröffnete Vivarium und der 1977 eingeweihte Kinderzolli.

Vom Tierarzt zum Zolli-Doyen

Ernst M. Lang wurde am 16. Oktober 1913 in Luzern geboren. Nach seinem Studium der Veterinärmedizin in Bern und Hannover zog er nach Binningen, wo er nicht weit vom Zolli entfernt eine Tierarzt-Praxis eröffnete, von der aus er auch die Tiere im Zolli medizinisch betreute. Von 1953 bis zu seiner Pensionierung 1978 war er Direktor der beliebten Basler Institution. 1972 wurde er überdies ausserordentlicher Professor der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel.

Der ehemalige Direktor blieb dem Zoo ein Leben lang eng verbunden. Von seinem Wohnsitz nahe des Zoos kam er bis ins hohe Alter so oft wie möglich in den Zolli und besuchte regelmässig den monatlichen Presseapéro, schreibt der Basler Zolli.

 

 

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