Die Angst des kleinen Mannes ist die grösste Bedrohung der Zivilisation

Auch wenn das naiv sein mag: Knackeboul setzt lieber auf die Nato statt ständig allem zu misstrauen.

Die Welt ist ein besserer Ort als früher. Damit das so bleibt, braucht es einen Weltpolizisten, findet Knackeboul.

Helft mir! Seit ich mich mit Verschwörungstheorien befasse, werde ich zum umgekehrten Verschwörungstheoretiker. Ich hinterfrage jegliches Hinterfragen und stelle fest (oder bin ich wahnsinnig?!), dass mein eigenes Weltbild und das meines eher linken bis alternativen Umfelds durchzogen ist von Verschwörungstheorien light.

Während es lange Zeit verpönt war, Fakten zu misstrauen und stattdessen religiösen Autoritäten oder «alternativen Wahrheiten» zu glauben, ist es nun zunehmend verpönt, «offiziellen» Darstellungen zu vertrauen. «Ich glaube, dass der Anschlag im Bataclan eine inszenierte Aktion unter falscher Flagge war», dieser Satz löst inzwischen fast weniger Empörung aus, als wenn man sagt, man habe sich durch eine Vielzahl von Artikeln grosser Zeitungen gekämpft und meine nun, ein ungefähres Bild der Lage in Syrien zu haben.

Gerade Krieg oder Despoten werden immer von Verschwörungstheorien light umgeben. «Ja, Assad ist ein Kriegsverbrecher, aber die Amis und das Öl…» «Ja, Gaddafi war ein Irrer, aber geht es Libyen jetzt besser?» «Ja, Putin ist ein homophober Oligarch, aber von seinen guten Seiten wird in den westlichen Medien kaum berichtet.» «Ja, Trump ist ein Idiot, aber Kriegstreiber Obama war auch nicht viel besser.»

Man geht davon aus, dass alles immer anders ist, als es in den offiziellen Berichten steht. Dass man damit riskiert, Diktaturen und Genozide zu relativieren, geht dabei unter.

Eine blauäugige Auslegung der Weltgeschehens

Ich trete deshalb dieser stets misstrauischen Auslegung des Weltgeschehens als Kontrast mit einer vielleicht zu blauäugigen entgegen: In einem Staat herrschen fiktive und reale Missstände – zum Beispiel Dichtestress und Lohnungleichheit. Nationalisten und Demagogen beackern diese Themen, um Gruppen gegeneinander auszuspielen und davon in Form von Machtzuwachs zu profitieren.

Als Feindbilder bieten sich «schmarotzende Ausländer» oder «dekadente Eliten» an. Mit dieser Dualität lassen sich linke und rechte Weltbilder in der Wut einen. Die Demagogen sind geschickt, das Volk ist in Rage, die armen Sündenböcke kommen unter die Räder. Menschenrechtsverletzungen, Krieg und Genozid sind oft die Folgen davon.

Oder Terror. Terror ist der hyperaktive kleine Bruder von Krieg. Auslöser und Ablauf sind aber die gleichen. Es gibt Missstände, dann kreieren Hetzer Feindbilder, es eskaliert in kopfloser Gewalt.

Wenn sich Misstrauen zur Paranoia auswächst, droht eine Zersplitterung der Weltgemeinschaft.

Gehen wir einmal von folgendem zugegebenermassen etwas schön gefärbtem Bild aus: Es gibt eine moderne aufgeklärte Welt, die sich nach den Schrecken der beiden Weltkriege darauf geeinigt hat, die Menschenrechte zu wahren, zusammenzuhalten und im Notfall gezielt gemeinsam gegen Despoten vorzugehen.

Sollte also in einem Land die Gefahr von Unterdrückung einer Gruppe oder gar Völkermord akut werden, muss sich die Nato ein-  und die Aggressoren ausschalten.

Schon klar, die Vorstellung, dass die Nato als «Weltpolizei» im Namen der Menschenrechte kämpft, ist problematisch und vielleicht naiv, auf jeden Fall erfordert sie einen grossen Vertrauensvorschuss. Und hier schiebt sich das erwähnte Misstrauen ins Bild.

Und wenn sich dieses Misstrauen nicht als Skepsis äussert, sondern zur Paranoia auswächst, droht eine Zersplitterung der Weltgemeinschaft und als Folge eine Lähmung der Nato. Und das wiederum gibt Nationalisten und Diktaturen mehr Handlungsspielraum.

Grosse Verbünde sind wichtig, ein möglichst globales Rechtssystem ist ein Garant für den Weltfrieden.

Dieser Prozess ist bereits in vollem Gange. Während sich nach dem Zweiten Weltkrieg eine kollektive Besinnung auf Verständigung und gemeinsames Wahren der Menschenrechte etablierte, während in den Jahrzehnten danach Mauern gefallen, Bündnisse geschlossen und Rechte erkämpft wurden, erleben wir nun seit über 15 Jahren Rückschritte, Zersplitterungen, Streit. Schuld ist das Misstrauen und sein unbegrenzter Spielplatz: dieses Internet.

Meine provokative These lautet also: Nicht die Grossmächte und ihre Institutionen sind die grösste Bedrohung für die moderne Zivilisation, sondern der kleine Mann und seine Angst vor den Grossmächten. Das macht alles viel komplizierter. Das vereint links und rechts, Intellektuelle und Aluhüte, Christen und Moslems.

Das führt dazu, dass Freunde von mir, die diesen Text lesen, denken werden, ich legitimiere die Gehirnwäsche von Grossmächten. Was ich in Wirklichkeit sagen will: Grosse Verbünde sind wichtig, ein möglichst globales Rechtssystem inklusive ausführender Organe ist, solange intakt, ein Garant für den Weltfrieden und die Weiterentwicklung der modernen Gesellschaft.

Die Welt ist so friedlich, gesund und genährt wie noch nie.

Dieses Konstrukt muss natürlich hinterfragt und immer wieder optimiert werden, aber vieles läuft gut. Besser als früher. Im letzten Jahrhundert stand die Welt in Flammen und Millionen sind gestorben an Hunger und Krankheit. Heute gibt es nach wie vor Brandherde, Hunger und Krankheit, wer sich aber die Statistiken anschaut, sieht: Die Welt ist so friedlich, gesund und genährt wie noch nie.

Zu verdanken hat sie das neben dem technischen Fortschritt unter anderem dem Fakt, dass sich Nationen verbinden und verständigen und gemeinsame Institutionen zur Wahrung von Frieden und Gerechtigkeit etablieren.

Grundvertrauen bewahren

Das ständige Misstrauen gegenüber allem Globalisierten, Institutionalisierten vielleicht Westlichen behindert die Entwicklung einer moderneren, friedlicheren Welt. Ich bewahre mir ein Grundvertrauen: in den Journalismus, in die UNO und die EU, ja sogar in die Nato.

Mir ist bewusst, dass das naiv wirken mag. Manche Alternativen dazu wirken auf mich dafür brandgefährlich. Wer die Gefahr nicht sieht, soll sich mal fragen, was es für die Geschichte des Zweiten Weltkrieges bedeuten würde, wenn alles anders sein soll, als gemeinhin angenommen. Wenn alles von den westlichen Mächten, allen voran den USA, zurechtgebogen wurde.

Schneller als man denkt, wird der Holocaust dann zu einer Übertreibung oder gar Erfindung, die dazu dient, die Kriegsverbrechen der Amerikaner zu überdecken. Das glauben mehr Leute, als man denkt. Und das ist brandgefährlich.

Konversation

  1. Ein subversiver berner Mundart-Räpper sehnt sich nach der starken Hand der Nato? Hab ich das jetzt richtig verstanden? Total bizarr…

    Danke Empfehlen (2 ) Antworten
    1. Demokratie lebt nicht von Kohortenmeinungen, sondern von zivilisierter Dissenz. Statt einer pauschalisierenden Verurteilung wären also ein paar Argumente nicht fehl am Platz. Oder ist die Harmoniebedürftigkeit etwa so gross, dass sich das liebe Subjekt lieber mit dem Agressor verbünden möchte, ein Verhalten auch bekannt unter Stockholm-Syndrom?

      Danke Empfehlen (0 ) Antworten
    2. Zwar haben alle alles mitgetragen, aber nach dem Krieg, da haben alle «nichts davon gewusst».

      Geschichte wiederholt sich, weil mit jedem Neugeborenen die Dummheit von neuem auf die Welt kommt.

      Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  2. Wer die NATO in Schutz nimmt, und sich Linker nennen will, hat einfach nicht begriffen, was im Namen dieses Angriffsbündnisses schon alles verbrochen wurde.. Nun gut, ich verstehe, dass „illegale Kriege“ für einen, der Ganser einen Verschwörungstheoretiker nennt, keine infrage kommende Lektüre ist. Auch wenn der NATO-Freund Knackeboul dort seine eklatanten Lücken füllen könnte.

    Zum Text. Dass K. grosse Bündnisse, wie die UNO und NATO notwendig findet ist das eine, dass er aber nicht erkennt, dass durch die Fehlkonstruktion, die diese vorweisen, sie eben immer auch von den Mächtigen missbraucht werden, finde ich tragisch. Wäre es der NATO wirklich ernst mit Frieden, dann würde sie Russland als Partner einladen! Oder sich auflösen, wie damals der Warschauer Pakt. Tönt schrecklich gefährlich, gell? Aber was haben denn die Russen schon alles versucht? Hat man Putin zugehört auf der Sicherheitskonferenz 2007 in München? Hat man ihm zugehört vergangenen 1. März?

    Leider nein, wenn man die Reaktion von Merkel, May bis Macron anschaut. Es geht den Nato-Staaten einfach darum, dass man Russland nicht als gleichberechtigte Kraft ansehen kann und will! Die Amerikaner dulden keine ähnliche Grossmacht wie sie – das verbietet ihnen ihr eigener hegemonialer Anspruch, genannt „American Exceptionalism“. Und die Nato ist ein Werkzeug der USA! Der Oberkommandierende ist seit jeher und für immer ein Amerikaner. Alle anderen Mitglieder sind willfährige Vasallen. Trump droht einmal kurz mit der Bedeutungslosigkeit und alle heben brav ihr Beitragsniveau auf die abgemachten 2%. Dass das NATO-Budget dabei jedes andere Militärbudget weit in den Schatten stellt, scheint Knackboul egal zu sein. Er gibt sich auch der Illusion hin, das ganze Kriegsgerät werde nur defensiv eingesetzt – einfach weil er glaubt, die NATO-Bomben auf Jugoslawien oder Syrien, auf Yemen oder den Sudan, auf Afghanistan oder den Irak …. diese Bomben seien nun mal .. hm. wie soll man sagen?

    Erklärt es mir: Sind diese Bomben so viel besser als die Bomben, die Russland in Syrien abwirft? Knackeboul, geh in dich. Möglichst tief. Und ansonsten: Lass es sein mit solchen unüberlegten Kommentaren.

    Danke Empfehlen (4 ) Antworten
    1. 1. Kriege sind nicht nett.
      2. Ich bin bezüglich der Nato (und weiteren auch undurchsichtigen Strukturen) etwas vorsichtiger, weil lange nicht die ganze Realität offen auf dem Tisch liegt. Weder Sie noch ich kennen sie.
      3. Die Behauptung, dass die Befehlshaber der Nato „Kriegsgurgeln“ sind, sollte sachlicher belegt sein.
      4. Auflösen würde ich die Nato nicht. Die nordeuropäischen Flachgebiete sind zu schön panzergängig, das könnte zu verlockend sein. Erst der Rhein wäre dann ein nennenswertes Hindernis.

      Danke Empfehlen (1 ) Antworten
    2. zu 3) bitte selber googlen, die obersten Befehlshaber haben sich mehrfach in den letzten Jahren diesbezüglich geäussert, um ja keinen Zweifel an der Wehrhaftigkeit des Bündnisses aufkommen zu lassen. Es gilt natürlich da auch zu beachten, dass solche Äusserung auch nach ‚innen‘ gerichtet sind.
      zu 4) Es nicht verstanden zu haben, dass wir es nicht mehr mit derselben NATO wie vor dem Fall der Mauer zu tun haben, führt zum Fehlschluss, dass heute nicht mehr nur die Verteidigung im Fokus dieser Organisation steht, sondern der Angriff. Lybien wurde im Rahmen der NATO niedergebombt. Syrien dito.
      zu 2) Viele der entscheidenden Fakten sind zugänglich, leider etwas verstreut. Entweder man will es wissen oder nicht.

      Danke Empfehlen (2 ) Antworten
  3. Da könnten mehrere Faktoren relevant sein:
    – Der einfache Geist der „Abgehängten“: Wo von aussen wenig ankommt, entsteht leicht eine eigene (realitätsunabhängige) Realität.
    – Das Bedürfnis nach Ruhe und Romantik, „Wellness“: Viele Leute sind mit sich zufrieden, indem sie wesentliche Teile der äusseren Realität ausblenden. So gibt es nicht nur reale, sondern auch geistige „Schallschutzfenster“, – schlicht, weil es einen nicht interessiert. Das eigene Ying… und Flow sind wichtiger.
    – Kulturell bedingt? Es könnte sein, dass die Schweizer Berge nicht nur vor dem bösen Feind, sondern auch von vielen sonstigen Dingen dahinter „schützen“, äh dazu verleiten, es auszublenden, weil man es ja nicht sieht und sich in einer Art Burg (oder doch Gefängnis?) wähnt.
    – Es ist ja nicht nur der Bürger, sondern auch seine staatlichen Stellvertreter, die teilweise des Wahnes sind. Das Gebleche von „fremden Richtern“ impliziert eine Autonomie die es so gar nicht gibt. Der Spagat-Tanz um die EU, den der Bundesrat aktuell aufführt, grenzt schon an Irrsinn, weil jeder einigermassen vernünftige Mensch sofort ahnt, dass es so nicht gehen wird. Einen Resetknopf braucht es da, aber veilleicht bezüglich der tanzenden Crew eher so etwas, was den Schleudersitz auslöst, bevor sich die ganze Angelegenheit ungespitzt in den Boden bohrt. Wer mit seinen Nachbern wohl über 200 Spezial-Verträge hat, kann nicht ganz dicht sein, denke ich.
    – Diese Fake-Geschichte hat noch etwas zutiefst Unchristliches an sich: Es gibt nämlich nicht nur betrügende IV-Rentner, schmarotzende Asylanten und faule Arbeitslose, viel mehr ist es so, dass die anderen, hier nicht erwähnten zu über 99% in der Überzahl sind. Es ist genau diese Mehrheit der Minderheit, die dabei gleich mitdiskriminiert und -geschädigt wird. Wo die Sozialhilfe (als letzte Stelle im Lande) die Gelder kürzt, gleichzeitig aber in der Bel-Etage die Steuern „erleichtert“ werden, da spart man an den Letzten. Wer damit einverstanden ist, das ganz oben die „Steuern erleichtert“ werden, weiss ganz sicher, dass der Staat danach weniger Geld, Steuereinkommen hat. So schafft man Stress, indem Grundbedürfnisse nur noch ungenügend berücksichtigt werden.

    Naja, jeder in seiner eigenen Gasblase…. bis sie platzt.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
    1. Herr Nüsseler,
      Ich bedanke mich für die Antwort – das meine ich ehrlich.

      Abgesehen davon:
      Mein Textli an die Adresse von Knackeboul war deftig, aber die NATO ist nun mal keine Spielgruppe, welche mit Wattebäuschchen um sich wirft. Und schon gar kein abstraktes Konzept, dem der kleine Mann einfach mal so trauen soll.

      Ich könnte sämtliche meiner Anspielungen, welche die „unschönen“ Seiten der NATO Staaten aufzeigen, mit Links belegen. Aber das wären dann ja Verschwörungstheorien. Und was nicht sein darf kann nicht sein, sagte der Strauss.

      Während die Kriegstrommeln so laut scheppern wie seit Jahrzehnten nicht mehr, lässt die TaWo seinen Hofnarren uns dumme, kleine Männer auffordern doch bitte, bitte der NATO zu vetrauen.
      Dies zu verdauen braucht wirklich einen Rossmagen, und so einen habe ich nicht.

      Danke Empfehlen (8 ) Antworten
    2. „Dieser Kommentar ging bis an die Grenze des erlaubten aber nicht darüber …“. Ich schliesse mich dem Kommentar von Andreas Hagenbach an, der Kommentar war satirisch-zynisch und provokativ, was aber bei einem Artikel, in welchem nach der Beschreibung des Authors selbst eine „provokative These“ zur diskussion gestellt wird, durchaus zu erwarten ist.

      Ihre „Rechtfertigung“ ist zudem herablassend formuliert und geht in keinster Form inhaltlich auf den gelöschten Kommentar ein. Ich empfinde das als höchst unbefriedigend. Könnten Sie etwas genauer erläutern, warum Sie den Kommentar gelöscht haben oder noch besser die Löschung wieder rückgängig machen? Ich denke, die Menschen sind stark und aufgeklärt genug, dass sie selbst entscheiden können, ob sie mit dem Gesagten einverstanden sind oder nicht.

      Danke Empfehlen (4 ) Antworten
    3. @JohAnst @Andreas Hagenbach @Beobachter24
      Selbstverständlich ist Kritik erlaubt, aber es ist der Ton, der die Musik macht. Und wie Sie hier eben bewiesen haben, ist es durchaus möglich, fundamentale Kritik zu äussern, ohne dabei gleich das unterste Register ziehen zu müssen. In diesem Sinn wünsche ich weiterhin eine angeregte Konversation und einen schönen Sonntag.

      Danke Empfehlen (3 ) Antworten
    4. Stimmt, er ist nicht mehr zu finden. Also, ihr Redaktoren der Tageswoche, wenn Ihr ein durchaus treffender Kommentar nicht mehr in Eurem Kopf aushalten könnt, dann solltet Ihr Euch ein paar Fragen stellen. a) lest Ihr vorher, was als Kommentar publiziert wird? und b) könnt Ihr ermessen, welche Reaktionen erfolgen? c) seit Ihr bereit, auch in der Sache hart argumentierende Reaktionen zu akzeptieren, vor allem, wenn der Kommentar geradezu nach Ihnen ruft? K.s Schreibe zu publizieren, aber dann nicht dazu zu stehen, respektive deren berechtigten Repliken, ist einfach unredlich. Diesen Kommentar ist bis an die Grenze des erlaubten gegangen, aber nicht darüber, und es ist unserem Gemeinwesen zuzumuten, diesen zu lesen, sich eine Meinung zu bilden. Und bitte nicht jetzt nicht sagen, der entfernte Kommentar habe sich nicht auf das Kommentierte bezogen. Das hat er in seiner Überspitzung sehr wohl, er hat einfach weitergedacht und dasjenige ausformuliert, was K. hat unter den Tisch fallen lassen.

      Danke Empfehlen (5 ) Antworten
    5. „Wer die Gefahr nicht sieht, soll sich mal fragen, was es für die Geschichte des Zweiten Weltkrieges bedeuten würde, wenn alles anders sein soll, als gemeinhin angenommen. Wenn alles von den westlichen Mächten, allen voran den USA, zurechtgebogen wurde.“ – Wer solchen Unsinn schreibt, der hat die letzten 70 Jahre unter welcher Felsplatte gelebt? So einer muss sich nicht um Spott sorgen, aber diesen dann gleich in digitalen Orkus zu entsorgen bedarf einer bedenklichen Unbedarftheit, so dass man der Redaktion ein paar Geschichtsstunden verordnen müsste. Zeitspanne eben die letzten 70 Jahre, geografischer Fokus Südamerika, Asien und Mittleren Osten. Und wenn mit ‚zurechtbiegen‘ auch Mordanschläge in Europa gemeint sind, dann dürfte auch noch diese Region miteinbezogen werden. Aber Vorsicht: Diese Lektüre kann das Vertrauen in die USA stören!

      Danke Empfehlen (5 ) Antworten
  4. “Helft mir”, ok. Knackeboul, wenn du nicht weiter weisst, so höre auf deinen Bauch und wenn dir übel wird, dann mach was; geh in den Wald und denk darüber nach, ist wirklich nicht schwierig.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  5. Wenn Frauen wirklich so viel billiger wären, dann würden Arbeitgeber bevorzugt Frauen einstellen. . . Wie hat man die „Lohnungleichheit“ gemessen? Es ist schwer vergleichbar. Frauen nach dem Kind arbeiten oft Teilzeit ein paar Stunden und das sind oft schlechter bezahlte Posten an einer Kasse z.B. Diese flossen in den Schnitt mit herein und zogen ihn sicher runter. Was ich mir höchstens vorstellen kann, ist, dass Frauen weniger aggressiv darin sind, Lohnerhöhungen einzufordern.

    Danke Empfehlen (1 ) Antworten
  6. Na immerhin bist du schon so weit, dass du deine eigene Haltung als wenigstens zum Teil naiv erkannt hast ;-).

    „Helft mir!“

    Ok ok lieber Knackeboul, wir sind ja für dich da. Also zuerst mal kann ich dir ein simples Grundsatzstatement offerieren, an dem du dich in Zeiten der Not ganz doll festhalten kannst: Das Hinterfragen ist bis auf ganz wenige Ausnahmen etwas Positives! Im Allgemeinen ist es nämlich so, dass wir die Dinge in der Welt hinterfragen, weil wir ein Interesse daran haben, eine möglichst akkurate Vorstellung von ebendiesen zu erlangen. Und über die Zeit hat sich herausgestellt, dass die verstandesmässige Auseinandersetzung gepaart mit einer kritischen bzw. skeptischen Grundhaltung dieses Ziel am ehesten vermag zu erreichen. Nun ist das Hinterfragen an sich ausdrücklich nicht zu verwechseln mit einer Paranoia, da ja dort bereits eine gewisse Überzeugtheit herrscht. Das Hinterfragen geht also in alle Richtungen (ich weiss, das mag jetzt dem einen oder anderen Journalisten etwas komplex erscheinen, aber einfach mal ausprobieren, wenn man erst mal drin ist….). Nun gibt es zum Glück, bei all dieser Unsicherheit darüber wie die Welt nun wirklich ist und der bedrohlich wirkenden aber scheinbar notwendigen Skepsis, eine Möglichkeit, wie man am ehesten herausfinden kann, was der Wahrheit am nächsten kommt. Man nennt diese Möglichkeit „Wissenschaft“ oder „wissenschaftlicher Prozess“. Da tut man dann so möglichst repräsentative, aussagekräftige und präzise Daten sammeln, systematisch analysieren und dann darauf basierend Schlussfolgerungen ziehen. Diese Daten (inkl. die Form der Analyse) sollten am besten für jedermann frei zugänglich sein (hint hint), damit nämlich auch andere überprüfen können, ob denn diese Schlussfolgerungen solide sind. Wie man also sieht, ist das Hinterfragen der Grundprozess jeglicher Wahrheitsfindung und ist daher elementar für eine aufgeklärte Welt.

    Jetzt möchte ich gerne noch eine kurze Geschichte erzählen aus der Zeit, als ich noch ein kleiner Bub war. Und zwar hat mir damals mein Mami mal erklärt: „Mein lieber lieber Sohnemann, weisst du, wenn du angerannt kommst und sagst, da wäre etwas schlimmes passiert und dann kommen alle und wollen helfen, merken dann aber, dass das was du gesagt hast gar nicht stimmt, dann ist das nicht gut, weil wenn dann mal wirklich was ist, dann glaubt dir niemand mehr und niemand kommt dir helfen“. Na kommt dir das irgendwie bekannt vor? Ich sage nur: Danke Mami für die wichtige Lektion!

    „Die Welt ist so friedlich, gesund und genährt wie noch nie“ und „Grosse Verbünde sind wichtig, ein möglichst globales Rechtssystem ist ein Garant für den Weltfrieden.“

    Ja da bin ich ja sogar mal einverstanden. Und dies lässt sich auch empirisch sehr gut belegen. Die obenstehenden Passagen sind etwas provozierend-zynisch formuliert von mir, aber so wie es aussieht scheinst du ja darauf zu stehen ;-). Nun aber mal so richtig ganz im Ernst: Ich glaube ich verstehe was du hier sagen willst und bin sogar zu einem grossen Teil einverstanden. Auch ich glaube, dass es für die weitere Entwicklung der Menschheit in Richtung Kooperation und Frieden weitere Zusammenschlüsse, Bündnisse und übergeordnete Organisationseinheiten braucht. Die grosse Frage ist nur wie genau wollen und sollen wir das anstellen und welche Strukturen und Organisationen eignen sich wirklich um uns alle in ein neues Zeitalter zu befördern, indem es uns dann hoffentlich allen etwas besser geht und wir friedlicher und zufriedener unser Leben verbringen können. Meiner Meinung nach ist der vielversprechendste Weg dorthin ein klares Bekenntnis zur Skepsis und zum wissenschaftlichen Prozess. Es ist ja nicht so, als müsste ich mich zwischen Naivität und Paranoia entscheiden, ich kann durchaus auch sagen, ja wir brauchen übergeordnete Organisationseinheiten (wie u.a. auch die NATO – ja sogar ich sehe auch positives an der NATO, nicht viel, aber ein gewisses Potential bzw. einen gewissen Verdienst gibt es da!) und mich trotzdem gegen illegale Angriffskriege aussprechen und hie und da vermuten, dass der eine oder andere auch mal Unwahres sagt bzw. sagte.

    Die Schlussfolgerung sollte demnach nicht sein, dass „die Angst des kleinen Mannes die grösste Bedrohung der Zivilisation ist“ sondern die Abkehr von einer skeptischen, der Aufklärung verpflichteten wissenschaftlichen Haltung!

    Danke Empfehlen (5 ) Antworten
  7. „Das ständige Misstrauen […] behindert die Entwicklung einer moderneren, friedlicheren Welt.“ – Gott behüte, ja keine kognitive Dissonanz zulassen! Nichts zulassen, was einem stören könnte. Diese ‚snowflake‘-Attitüde der Rechtschaffenheit will nicht sehen und ihrem Gefühl der moralischen Sicherheit verbleiben, aber nicht wahrhaben, dass es gerade dieses Verschliessen der Augen und des Herzens ist, dass die Spannungen und Kriege ermöglicht, welche (unsere!) hehren Werte der Aufklärung als doppelte Standards entleert haben. Der obige Weltsicht ist so abgefahren duckmäuserisch, dass man mit dem Autor schon Mitleid haben kann. ‚Ich habe nichts gesehen‘, ‚ich habe nur Anordnungen befolgt‘ und überhaupt, ‚wie könnte ich mir erlauben eine eigene Meinung zu haben‘. Haben wir alles schon gehabt, aber diese Zeiten möchte ich nicht wieder haben.

    Danke Empfehlen (5 ) Antworten
  8. Es herrschen Missstände:
    Beispiel Dichtestress und Lohnungleichheit.

    –> Nationalisten und Demagogen beackern diese Themen, um Gruppen gegeneinander auszuspielen und davon in Form von Machtzuwachs zu profitieren.

    –> Sozialisten und NGOs beackern diese Themen, um Gruppen gegeneinander auszuspielen und davon in Form von Machtzuwachs zu profitieren.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
Alle Kommentare anzeigen (23)

Nächster Artikel