Die Feldbergstrasse ist um ein Café köstlicher

An der Feldbergstrasse 72 ging dieses Wochenende das Café Huckebein auf. Gastgeber sind ein Neueinsteiger und ein erfahrener Gastronom.

(Bild: Sarah Carter)

An der Feldbergstrasse 72 ging dieses Wochenende das Café Huckebein auf. Tam Lanz vom Restaurant Boo und Tizian Aellig sind die Gastgeber im Herzen des Matthäusquartiers.

Tizian Aellig hat beim ersten Anruf keine Zeit für ein Gespräch. Es ist Vormittag, und der Gastgeber hat alle Hände voll zu tun in der Küche des «Huckebeins». Er bereitet die italienischen Pastrami-Sandwiches vor. Das Café ist erst seit Samstag offen, doch die Sandwiches haben sich herumgesprochen, und schon jetzt sei es vor und während der Mittagszeit «sehr hektisch», erzählt Aellig beim Rückruf entschuldigend. 

Zu erwarten war der schnelle Erfolg nicht zwingend. Das «Huckebein» reiht sich nahtlos in eine wachsende Reihe junger Cafés und Verweilorte im Matthäusquartier ein. Unmittelbare Nachbarn sind die Matthäuskirche und die italienische Pasticceria Da Graziella. Für Aellig war die Entwicklung im Quartier eher Motivation als Gefahr, wie er sagt: «Die Lage an der Feldbergstrasse hat förmlich nach einem neuen Café geschrien.»

 

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Posted by Huckebein on Dienstag, 2. Februar 2016

 

Einst war hier an der Feldbergstrasse 72 eine Druckerei beheimatet, daran erinnert heute nichts mehr. Die Einrichtung ist entspannt und unaufdringlich gestaltet. Beim Eintreten von der geschäftigen Strasse fallen als Erstes die relative Grösse des Raumes und die unterschiedlich gestalteten Sitzgelegenheiten aus Holz und Leder auf. Tische und Stühle werden ergänzt durch gemütliche Bänke an der Wand und ein unheimlich bequemes Ledersofa in der Raummitte.

In den Fenstern stehen hohe Tische mit Barhockern, über denen der Name des Cafés in bewusst schlichten Buchstaben prangt. Durch die grossen Schaufenster des «Huckebeins» hat man quasi einen Rundumblick auf die Umgebung, schräg vis-à-vis steht die Matthäuskirche und vor dem Eingang führt die rastlose Feldbergstrasse mit ihren Passanten vorbei. Das helle Licht kontrastiert angenehm mit dem gemütlichen Dunkel der Bar. Im Hintergrund leuchtet das Neonporträt eines Pin-up-Girls.




(Bild: Sarah Carter)

«Am Samstag sind wir beinahe überrannt worden», erzählt Mitinhaber Tizian Aellig ein bisschen erschöpft vom gelungenen Start ins Geschäft. Da die Betreiber nur auf Facebook und im Freundeskreis Werbung machten, waren sie vom Andrang positiv überrascht. Es seien auch einige Leute aus Neugier hereinspaziert und seien dann überrascht gewesen, dass sie am Eröffnungstag gekommen waren.

Hinter dem «Huckebein» steht ein kreatives Dreiergespann, das viel Energie und persönliche Ideen in die Gestaltung des Lokals gesteckt hat. Mit Tam Lanz, dem das Thai-Restaurant Boo an der Klybeckstrasse gehört, ist ein erfahrener Gastronom mit an Bord. Er und Aellig haben sich vor einigen Jahren kennengelernt. Vor etwa einem Jahr kamen sie auf die Idee, ein Café zu eröffnen.

Lanz ist neben Aellig Mitinhaber des «Huckebeins». Ein Freund der beiden, Léo Honegger, habe die Gestaltung des Konzepts mitgetragen, erzählt Aellig. Honegger lebte einige Zeit in Berlin und weilt nun in Mexiko, das sei miteingeflossen: «Mit den vielen Holzelementen, den Kakteen und den kleinen Farbtupfern brachte Léo ein subtiles Flair von Berlin und Südamerika in unseren Raum.»




Das Herz des Cafés: Das Kühlfach für allerlei Selbstgemachtes. (Bild: Sarah Carter)

Der grosse, gemütliche Raum wird von einem aufgeräumten Tresen mit Kühlelement für Frisches abgeschlossen. Hier stehen die Smoothies, die frischen Getränke und der Schokoladenkuchen, die das «Huckebein» im Angebot hat. Die Bar und viele der Möbel bestehen aus wettergeprägtem Holz. Sie sind in sorgfältiger Eigenregie hergestellt, erklärt Aellig. Sogar den Boden haben sie neu gegossen.

Wie jedes Lokal ist auch das «Huckebein» von der Persönlichkeit seiner Gastgeber geprägt. Tizian Aellig, der früher mit Freunden Weindegustationen und Abendessen organisierte, spielt zusammen mit Léo Honegger in der Band Santa Leone. Entsprechend wird im «Huckebein» Wert auf authentische Musik gelegt. Den Sound im Hintergrund beschreibt Aellig nach kurzem Nachdenken als eine Mischung aus Blues und Rock ’n‘ Roll.

Warum das Lokal Huckebein heisst

Hans Huckebein ist der Name eines schelmischen Raben aus den Geschichten von Wilhelm Busch. Das Bild des Rabens beim Weintrinken, abgebildet auf der Etikette eines portugiesischen Weins, brachte Aellig und seine Freunde zum Lachen, von da an war der Name gesetzt. Aellig versichert mit einem Schmunzeln: «Huckebein ist ein Lausbube, wir aber nicht.»

Der Espresso kostet im Huckebein 2.90 Franken. Der Kaffee ist über die Gasse erhältlich. Die Kaffeebecher-To-Go tragen den schlichten Schriftzug des Cafés. Wer eine Alternative zur Kaffeebohne sucht, sollte unbedingt die rassige Gurken-Ingwer-Limonade probieren. Das Konzentrat wird jeden Morgen frisch gepresst wie auch der Orangensaft und verschiedene frische Smoothies. Mittags bereitet Tizian Aellig feine Pastrami-Sandwiches (12.90 Franken) und weitere Speisen zu. Zum Kaffee bietet sich der selbstgemachte Schokoladekuchen an.

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«Huckebein», Feldbergstrasse 72. Geöffnet Montag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr.

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Konversation

    1. Mein Gott,
      was habt ihr für Probleme…
      habe gerad ein Pastrami-Sandwich
      gefuttert und danach mit Blaulicht zur
      nächsten Zeitungsleiche gefahren ohne Werbung

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    2. Nur zum Teil. Sorgfältig schreibt sich mit einem L, Herr Aellig mit zweien und nur einem I.
      Dazu heisst es ganz unten nicht „über die Strasse“ verkaufen, sondern „über die Gasse“, (auch wenn die Feldbergstrasse natürlich keine Gasse ist). Und als letztes Wort fehlt ein „an“.
      So, fertig geschulmeistert.

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