Die Krankenkassen-Prämien steigen weiter – besonders in den beiden Basel

Die Krankenkassen-Prämien für Erwachsene steigen 2018 um durchschnittlich vier Prozent. In den beiden Basel liegt der Anstieg über dem Durchschnitt. Besonders stark steigen die Prämien für Kinder und Jugendliche.

Und jährlich steigen die Krankenkassen-Prämien. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Das Bundesamt für Gesundheit hat einmal mehr den Anstieg der Krankenkassen-Prämien bekannt gegeben. Dabei gab es erwartungsgemäss keine guten Nachrichten für die Prämienzahler:

Die Krankenkassen-Prämien steigen in Basel-Stadt um 4,3 und in Baselland um 4,9 Prozent. Die beiden Basel liegen damit über dem schweizerischen Durchschnitt von 4,0 Prozent. Im Vergleich mit der Romandie kommt die Region aber gut weg: Besonders hart trifft es die Prämienzahler in den Kantonen Waadt (plus 6,4 Prozent), Wallis (5,9), Neuenburg (5,4) und Genf (5,4). Nur marginal steigen die Prämien in den Kantonen der Inner- und Ostschweiz: In Schwyz etwa gehen sie nur um 1,6 Prozent hoch.

Baselland stösst zur Spitzengruppe vor

Auch wenn die Prämien besonders in der Romandie sehr stark ansteigen, wird der Kanton Basel-Stadt mit 591.80 Franken Standardprämie* auch 2018 seinen Spitzenplatz bei der Prämienhöhe behaupten. Gefolgt von den Kantonen Genf mit 583.30 Franken und Waadt mit 526.40 Franken. Baselland wird mit 511.70 Franken näher an die Spitzengruppe rücken. Am tiefsten werden die Prämien mit 354 Franken in Appenzell Innerrhoden bleiben.

Mit 5,0 beziehungsweise 4,4 Prozent werden die Prämien für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren und für junge Erwachsene bis 25 Jahren überdurchschnittlich ansteigen. In den beiden Basel werden die Kinderprämien jeweils um 4,7 Prozent höher liegen (in Basel-Stadt auf 142.10 Franken, in Baselland auf 122.10 Franken). Junge Erwachsene werden in Basel-Stadt einen Anstieg um 5,1 Prozent, in Baselland gar um 5,5 Prozent zu verkraften haben.

Was das für Sie bedeutet? Finden Sie es heraus mit dem Prämienrechner des Bundes.

* Die angekündigten Erhöhungen gelten für die Standardprämie, das heisst für die obligatorische Krankenpflegeversicherung einer erwachsenen Person mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung. Der Prämienanstieg betrug im Durchschnitt der letzten zehn Jahre jeweils 3,7 Prozent.

Konversation

  1. Jedes Jahr Erhöhungen. Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen können sich die Prämien nicht mehr leisten. Das ist die Realität.
    Es gibt nur noch folgende Lösungsansätze, welche auch nachhaltig wirken:

    1. Einheitskasse – wurde leider abgelehnt. Nochmals versuchen.

    2. Gesetzliche Beschränkungen für Löhne und Gewinne in der Gesundheitsindustrie. Zum Beispiel: Löhne der Ärzte, Gewinne und Margen bei Arztpraxen, Apotheken, Spitäler, Pharmaindustrie usw. sollten eingeschränkt werden oder mit Spezialsteuern belegt werden.

    3. Einführung von Transaktionssteuern an der Börse und im Devisenhandel. Die Banken sollen liefern! Die Einnahmen fliessen in die Prämienverbilligung.

    4. Einkommens- und Vermögensabhängige Prämienzahlungen. Stark progressive Tarife. Gutverdienende und Vermögende sollten höhere Prämien bezahlen. Tiefe und mittlere Einkommen werden noch mehr entlastet.

    Nur so bekommen wir die Sache in Griff und schaffen dabei erst noch mehr Gerechtigkeit in unserem Land.

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  2. Für mich als bekennender Liberaler…ist es ein Rätsel, wieso bei den Grundversicherungen ein Wettbewerb herrschen soll. Grob gesagt müssen die Leistungen überall die selben sein.

    Die GV muss alle Medikamente der Spezialitätenliste SL bezahlen. Sie muss alle Behandlungen des Behandlungskatalog bezahlen.
    UNterschiede gibt es einzig in den Versicherungsmodellen Telemedizin, Äztenetzwerk, Apothekenmodell, Freie Arztwahl, Ärzteliste/Netzwerkmodell etc.

    ABER: Die Wettbewerbsmöglichkeiten sind gering.

    Also: Grundversicherung darf von mir aus staatlich organisiert sein. Am Besten über die Steuern/Lohnabzüge finanziert, ohne komplizierte Verwaltung dabei (So sollte auch die SRG-Gebühr aufgebaut sein…).

    Die Unispitäler werden aus dem Kostenschlüssel ausgenommen und werden solidarisch von Bund und allen Kantonen getragen, weil es Spitäler im nationalen Interesse sind resp. das ganze Land medizinisch versorgen.

    Es sind die Leute zu belohnen, welche nicht sofort zum Spezialisten oder in den Notfall rennen, sondern zuerst niederschwellige, günstige Angebote nutzen, wie z.B. Apotheken oder speziell zertifizierte Hausärzte.

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  3. Die 4% sind wohl die Durchschnittswerte, bei den Meisten wird die Prämie um 5-6 oder mehr Prozent steigen. Dazu noch viel schlimmer die Reduktionen bei hohen Franchisen sowie laufende Reduktionen der Vergütungen und Strahlungen des Leistungskataloges. Die Notfalldienste sollten endlich eine bar zu bezahlende Notfallgebühr einführen (100 CHF oder mehr) um unnötige Notfallbesuche zu reduzieren, keine Schnappsleichen mehr per KK finanzieren und unnötige Therapien hinterfragen. Das Sparpotential ist gross, diejenigen die wenig zum Arzt gehen sollen belohnt werden, diejenigen welche Leistungen in Anspruch nehmen sollen dafür zahlen.
    Viele ältere Leute haben ein Leben lang eine Privatdeckung, welche Sie dann irgendwann auflösen müssen im Alter weil die Prämien zu stark ansteigen. Eigentlich genau dann, wenn sie diese brauchen würden. Das kann es ja nicht sein.

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    1. Die Idee der Notfallgebühr kollidiert damit, dass es medizinisch eine Behandlungsverpflichtung bei Notfällen gibt. Dieser Notfall wird aktuell durch den Patienten definiert und verlangt sofortiges Handeln. Das wird dann auch von der Krankenkasse entsprchend mit Notfallzuschlg bezahlt.
      Die Notfallgebühr, die nicht von der Krankankasse bezahlt wird, berechtigt eben aufgrund der heutigen Regelungen keine Behandlungsverweigerung, auch wenn der Patient kein Geld hat, d.h. den Hunderter nicht in der Lage ist zu zahlen.
      Das andere ist der Betrag: Wer genug Geld hat, sich im Edellokal vollaufen zu lassen, den juckt der Hunderter nicht, der andere, der seine Adresse nur noch beim „Schwarzen Peter“ hat, hat nicht soviel Geld in der Tasche. So ein Papierchen wäre schon längst in Flüssiges umgewandelt worden.

      Das andere ist, dass Gesundheit nur zu einem geringen Teil „verdient“ werden kann. Der Rest ist genetisch weitgehend vorgegeben. Die Idee, dass gesundes Verhalten die Krankheitskosten wesentlich senkt, stimmt in dieser Art nicht.
      Die Leute waren früher deshalb gesünder, weil die Kranken halt früher weggestorben sind. Heute kann man mit Krankheiten überleben. Das führt dazu, dass so mancher Transplantierter, chronisch Kranker auch dank teureren Medikamenten weiterleben kann. Ein insulinpflichtiger Diabetes war früher auf dem Lande ein Todesurteil: kein verfügbares Labor, keine Zuckermessgeräte wie heute, etc.

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    2. Das mit den Chronisch Kranken und der höheren Lebenserwartung und damit verbundenen grösseren Auftreten von Altersleiden wie Demenz. Etc. stimmt natürlich.
      Nur muss man dem auch den halt teuren Fortschritt der Medizin gegenüberstellen. Eine Operation die früher ein grosser Eingriff war mit einem 30cm Schnitt, 3- wöchigen Klinikaufenthalts, jede Menge Medikamente und wochenlang Therapie ist heute ein minimal endoskopischer Eingriff, nach wenigen Tagen gehts nach Hause und bereits 3 1/3 Wochen stehe ich wieder am Arbeitsplatz wo es früher 2-3 Monate ging! Dazu bessere und effizientere Medikamente mit weniger Nebenwirkungen, sanfte Chemotherapie und teure Bestrahlungen. Billiger wird es sicher nicht dafür immer umso besser und effizienter.

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  4. Jetzt habe ich gedacht, dass die Prämien durch die Rückbesinung auf Heimat nun auch billiger würden. Mouthataler Wätterschmöcker oder Appenzeller Nuturheiler müssten langsam zur Hochform auflaufen zwecks heimatlicher Vergesünderung der Schweiz. Selbst das Schweizer Militär konnte nicht einmal zur Vergesünderung der Schweizer Jugend beitragen, sie müssen noch höhere Prämienaufschläge hinnehmen als die Alten, von denen man sowieso schon annimmt, dass sie eh vollkrank sind. Die IV betont eine zunehmende Vergesünderung ihrer Rentner, die so nun aus ihrem Rentenelend entlassen werden (meist in Richtung Sozialhilfe), hier in der Statistik sieht man rein gar nichts davon! Auch die Schweizer Erährung scheint kaum einen Einfluss zu haben, betrachtet man mal die Kantone, deren Bürger weniger die Möglichkeit haben, sich EU-mässig zu ernähren.

    Habe ich da ein Problem?

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