Die Mülhauserstrasse bittet zur Demo

Am Samstag soll es in Basel zu einer grossen Kundgebung gegen die Wohnpolitik der Stadt kommen. Dabei vereinen sich ganz unterschiedliche Kreise.

Solidarisches St. Johann: Transparent zur Unterstützung der «Müli 26».

(Bild: Naomi Gregoris)

Am Samstag soll es in Basel zu einer grossen Kundgebung gegen die Wohnpolitik der Stadt kommen. Dabei vereinen sich ganz unterschiedliche Kreise.

Protestmarsch, offenes Mikrofon, Menschenkette. Die betagten Bewohner der Mülhauserstrasse 26 blasen zum letzten Gefecht – mit Mitteln, die eher in anderen Kreisen anzutreffen sind. Wenn aber am Samstag die Demo am Claraplatz startet, sind diese Kreise vereint: Dann soll der Widerstand gegen die Basler Wohnpolitik auf die Strasse – Rentner und Jugendliche, Linke, Bürgerliche, Apolitische. 

5000 Aufrufe haben die Initianten in die Briefkästen im St. Johann eingeworfen, um gegen den Rauswurf der Mieterschaft aus der Liegenschaft an der Mülhauserstrasse zu protestieren. Dort plant die Pensionskasse Basel eine Totalsanierung, Veränderung der Grundrisse inklusive. Die TagesWoche berichtete mehrfach über den Fall. Noch neun Parteien in der Liegenschaft suchen eine neue Bleibe, sechs davon beteiligen sich aktiv am Protest.

Zwei Welten

«Das ist das Schöne an dieser doch recht hässlichen Geschichte», sagt Urs Wiget, einer der Bewohner des Hauses, «dass sich da zwei Welten gefunden haben.» Seine Welt ist die der langjährigen Angestellten, die sich auf einen geruhsamen Lebensabend in jener Wohnung eingestellt haben, in der sie seit Jahrzehnten zu Hause waren.

Die andere Welt, das sind die jüngeren Bewohner der Wasserstrasse, die Wiget und Konsorten bei ihrem Kampf zur Seite stehen. Eine Hausgemeinschaft, die der bürgerlichen Gesellschaft skeptisch gegenübersteht. Und die Erfolg hatte, als auch sie rausgeworfen und ihre Häuser aufgewertet werden sollten. 

Die Bewohner der Wasserstrasse helfen an allen Stellen, um die Senioren zu unterstützen. Sie schreiben Transparente, verteilen Flyer, organisieren die Demo. Und sie haben auch angeboten, für die ältesten Bewohner der Mülhauserstrasse die Einkäufe zu erledigen. Es ist diese Erfahrung, die bleibt, sagt der 73-jährige Wiget, ungeachtet dessen, ob ihr Protest erfolgreich sein wird. 

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Die von der Polizei bewilligte Demonstration startet am Samstag, 21. Januar, um 14 Uhr auf dem Claraplatz und führt über die Schifflände an die Mülhauserstrasse 26. Dort wollen die Demonstranten eine Menschenkette um das gefährdete Haus bilden.

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