Die TagesWoche zeigt (fast) alle Schnitzelbänke

Keine Fasnacht auf tageswoche.ch ohne Schnitzelbank-Videos. Alle Basler Comités haben uns herzlich eingeladen, ihre Darbietungen zu filmen – ausser das Schnitzelbank-Comité. Schön wird das Ganze trotzdem. Doch lesen Sie selbst.

(Bild: Anthony Bertschi)

Keine Fasnacht auf tageswoche.ch ohne Schnitzelbank-Videos. Alle Basler Comités haben uns herzlich eingeladen, ihre Darbietungen zu filmen – ausser das Schnitzelbank-Comité. Schön wird das Ganze trotzdem. Doch lesen Sie selbst.

Die Fasnacht verlangt allen Aktiven Höchstleistungen ab. Auch die Basler Medien legen sich ins Zeug, um ein möglichst originelles Bild der originellsten drei Tage im Basler Jahr vermitteln zu können. 

Ein Grundpfeiler der Fasnacht sind bekanntermassen die Schnitzelbängg. Klar, dass die in der Fasnachtsberichterstattung nicht fehlen dürfen. Am besten und nachvollziehbarsten mit bewegtem Bild und Ton – was ein Onlinemedium hervorragend leisten kann.

Oder besser: könnte. Denn das Basler Schnitzelbank-Comité will das Filmen seiner Bängg «nicht tolerieren und erlauben», wie Comité-Obmann Walo Niedermann der TagesWoche per Mail mitteilte. «Falls Sie es trotzdem, machen, (…) werden wir Ihnen den gleichen Betrag, wie ihn Telebasel für die Ausstrahlungsrechte an uns bezahlt, in Rechnung stellen.»

Hoppla! Die anderen Schnitzelbank-Gesellschaften (BSG, VSG, Comité 2000, Bängg fir Basel, Bebbi-Bangg) freuen sich darüber, dass die TagesWoche im Rahmen ihrer Berichterstattung ein paar wenige Auftritte «ihrer» Bängg aufzeichnet und unentgeltlich ins Netz stellt.

Wer hat eigentlich das Urheberrecht?

Anders sieht man es beim Schnitzelbank-Comité. «Es ist üblich und wird so seit Jahrzehnten gehandhabt, dass wer Comité-Bänke aufnimmt und kommerziell verbreitet, ein Entgelt entrichtet, das schlussendlich in Form von Subventionen an die Bänke wieder ausgeschüttet wird», beantwortet Niedermann unsere Frage, warum das Schnitzelbank-Comité das Aufzeichnen untersagt. Auf weitere Fragen gibts keine Antwort mit der Begründung: «Einzelne Fragen wollen und müssen wir nicht beantworten.»

Auch die Frage nicht, wie es ums Urheberrecht steht – wie also die Rechte der ausübenden Künstler an ihren Darbietungen zwischen den einzelnen Bängg und dem Schnitzelbank-Comité geregelt sind. Eine Nachfrage bei den Bängglern ergab: Es gibt keine rechtliche Vereinbarungen zwischen den Schnitzelbänklern, die unter dem Label Comité-Bängg unterwegs sind, und dem Comité, das von den Restaurants und von den TV-Stationen SRF und Telebasel «ein Entgelt» einfordert.

Die Fasnacht bei der TagesWoche

Die TagesWoche ist natürlich keine Spielverderberin und hält sich an das Filmverbot. Gerne verweisen wir die Bangg-Liebhaber auf die Website fasnacht.ch: Hier werden am Fasnachtsmontag zwischen 18.50 und 23 Uhr alle Banggvorträge des Schnitzelbank-Comités live aus dem Schauspielhaus übertragen. Und nach dem Livestream wird die Aufzeichnung ab Mittwoch, 25. Februar 2015, auf der Schnitzelbank-Comité-Seite zur Verfügung stehen.

Die Bängg des «Striggede-Fescht» (mit Ausnahme natürlich jener des Schnitzelbank-Comités) können Sie, liebe Leser und Zuschauerinnen, ab Fasnachtsmittwoch auf tageswoche.ch sehen.

Und damit nicht genug. Auf unserem Liveblog laufen ab Montag, 00:01 Uhr, alle Fäden zusammen. Bilder, Töne, kurze Videos, Artikel und Bratwurst-Ratings, alles live und direkt aus der Innenstadt. Und nicht zu vergessen: unser legendärer «Fasnachtsfotiautomat», wo Sie ein Foto von sich schiessen können.

P.S.: Nach der Fasnacht ist ja bekanntlich wieder vor der Fasnacht. Dann, so Niedermann, wolle man sich gerne mit der TagesWoche zusammensetzen, um «für die Fasnacht 2016 eine für beide Teile akzeptable Lösung» zu finden. Wir sagen: E grosses Danggscheen im Voraus – und wünschen schöne Fasnacht!

Konversation

  1. Meine Lieben, ein Comite-Bangg am Striggedde-Fescht ist so undenkbar wie Funkenmariechen an der Cortege. Also lasst dieses Gezünsel…

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  2. @Bärbeiss
    als dankbarer Wahlbasler ist es mir nicht beschieden, jemals ein Urbasler zu werden. Daher, und als Nicht-Fastnächtler steht mir kein Urteil zu. Dennoch muss ich das Folgende loswerden:
    Basel hat sicher die Fasnacht mit dem höchsten Niveau das ich mir vorstellen kann. Die Larven und Laternen samt ihren witzig-satirischen Versen sind nicht nur künstlerisch künstlerisch einmalig. Statt grölende Haufen Besoffener und Bierleichen auf der Strasse finden wir in den Quartieren die Schyssdräggzygli.

    Ja, die Zeedeli und Schnitzelbängg sind sehr gemischt, was da als Witz, Humor oder Satire angeboten wird, ist oft nicht mein Ding, gelegentlich etwas gar simpel. Andererseits ist ein guter Teil davon intelligent, frech und treffend – geradezu notwendig! Und erst noch hervorragend präsentiert: Das ist Satire auf einem Niveau, das wir in der Schweiz nirgendwo sonst finden!

    Ihre Kurzfassung „Drei Tage Thiel“ finde ich daher absolut unfair.

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    1. Ach, wissen Sie, Herr Martens. Ich hab‘ ja nie behauptet, dass die, die in Politik, Wirtschaft und Geisteswissenschaften führen, Dummköpfe sind.

      Aber dass die auch noch in allen wichtigen Gremien der Fasnacht sitzen, die «besten» Schnitzelbängge machen und sozusagen die Narren ihrer selbst spielen, ist doch ein wenig dick aufgetragen.

      Wäre es nicht schon so, man könnte denken, die verkaufen die Leute für blöd.

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    2. auch dann, @Bärbeiss:
      wenn der „unterste“ Teil der Schnitzelbanggverse simpel, provinziell und einfältig daherkommen; das oberste Fünftel ist besser als alles was Sie hier in allen Medien finden, im Inhalt wie auch von der Präsentation.
      Unter Thiel’s Niveau geht dort kaum ein Vers.

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