Diese Serien bringen Sie gut durch die Feiertage

Egal, ob Sie auf Krimis, Liebeskomödien oder Sci-Fi-Thriller stehen: Mit diesen sieben Flimmerkisten-Tipps kommen Sie garantiert gut unterhalten ins neue Jahr.

Etwa so haben wir bei «Westworld» in den Fernseher zurückgestiert. 

(Bild: ©HBO)

Egal, ob Sie auf Krimis, Liebeskomödien oder Sci-Fi-Thriller stehen: Mit diesen sieben Flimmerkisten-Tipps kommen Sie garantiert gut unterhalten ins neue Jahr.

Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester bringen Zeit. Die will genutzt sein – glücklicherweise bietet die internationale Fernsehindustrie genügend Nachschub, um sie auch richtig zu geniessen. Denn was gibt es Schöneres, als mit Grog und Gutzi auf der Couch zu fläzen und einfach mal wieder gemütlich TV-Serien zu bingen?

Damit Sie sich im alljährlichen Tsunami der Neuproduktionen nicht verlieren, haben wir sieben Serien für Sie herausgesucht, die Sie jetzt sehen müssen.

1. «The Crown» spielt in der Königsklasse

Royals ziehen immer, dachten sich die Macher von «The Crown» wahrscheinlich, und investierten schlappe 10 Millionen Pfund pro Folge. Kann sich das rentieren? Es kann. Entstanden ist eine prunkvolle Inszenierung der Geschichte der Windsors von 1947 bis 1955, mit der unverwüstlichen Queen Elizabeth im Zentrum. Über gesamthaft sechs Staffeln soll man auf Netflix dem britischen Königshaus von der Hochzeit Elizabeths bis hin zur Gegenwart folgen dürfen. 

Für Hobby-Historiker sind schon die ersten zehn Episoden ein Schmaus. Eine wieder Mensch gewordene Queen und einen grobschlächtigen Churchill im Streitgespräch zu erleben, macht den Zuschauer fast zum Zeitzeugen. Aber aufgepasst: Zwischen all den Blaublütern und hochrangigen Politikern fällt es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. 

Zu sehen bei Netflix.


2. «Rectify»: Die zu unrecht Unbekannte

Sie ist eine der sehenswertesten Serien auf Netflix – und keiner kennt sie. Dies sollte sich schnellstmöglich ändern. «Rectify» erzählt wunderbar ruhig und in ästhetischen Bildern die Geschichte von Ex-Con Daniel Holden, der nach 19 Jahren Internierung in der staatlichen Todeszelle wieder den Himmel sehen darf. Seine Wiedereingliederung in die amerikanische Südstaaten-Kleinstadt erweist sich jedoch als schwierig. Daniel ist nicht mehr der Gleiche, das nährt die Zweifel der Nachbarschaft an seiner Unschuld, und zehrt an den Nerven seiner protektiven Familie.   

Über vier Staffeln hinweg vollzieht sich der Kampf um Glaubwürdigkeit und Wahrheit, langsam und stetig, ohne Verfolgungsjagden auf vielbefahrenen Highways. In der Ruhe liegt die Kraft – über diese verfügt die Serie. Besäuselt von melodiösem Südstaaten-Genuschel werden wir hineingezogen in die Untergründe einer Kleinstadt und ihrer Bewohner, und dank exzellenter Schauspieler nicht mehr losgelassen. Wieso «Rectify» noch ohne Emmy ist, ist dabei wohl das grösste Mysterium.

Zu sehen bei Netflix und auf DVD/Blu-Ray.


3. Als Warm-up: Sci-Fi-Anime «Ghost in the Shell: Stand Alone Complex» 

Wem die Manga-Verfilmung «Ghost in the Shell» aus dem Jahre 1995 kein Begriff ist: Nachholen! Nahe Zukunft, Menschen werden zu Cyborgs, Hacker korrumpieren das System und sorgen für Unruhe – die Story ist eine altbekannte. Wie zuvor «Akira» (1988) lenkte der Film die internationale Aufmerksamkeit auf den japanischen Zeichentrick und avancierte so zum Kultwerk.

Natürlich blieb «GiS» auch dem hollywoodschen Spürnäschen nicht verborgen, und so dürfen wir Ende März nächsten Jahres Powerfrau Scarlett Johansson als Hauptcharaktere Motoko von den Hochhäusern springen sehen. Ganz in echt, versteht sich (siehe Trailer).

Nach, beziehungsweise vor dem Film, sollte man sich der etwas jüngeren Serie mit dem Anhängsel «Stand Alone Complex» von 2002 zuwenden (hier genau lesen, japanische Franchisen sind eine konfuse Nummer für sich). Zeitlich spielt die Serie nach dem Film, und auch von der Qualität her sind Film und Serie nicht deckungsgleich. Nichtsdestotrotz lebt die Cyber-Krimiserie von präzisen Dialogen und rabiaten Kampfszenen, was sicherlich nicht schaden kann.

Zu sehen auf DVD/Blu-Ray.


4. Zurück auf den Boden der Tatsachen in «Love» 

Gibt es nicht schon genug Romantic Comedies? Ja, schon. Trotzdem lohnt sich «Love». Seit Anfang Jahr kann man auf Netflix die Überlebenskämpfer Mickey und Gus dabei beobachten, wie sie sich erfrischend unklischiert durch ihr Liebesleben wälzen. Die Radioproduzentin und der Filmset-Tutor sind dank ihrer Fehlbarkeit charmant und greifbar – affektiertes herumstolzieren in Designerkleidern sucht man hier vergebens. Die zweite Staffel steht bereits in den Startlöchern. 

Zu sehen bei Netflix


5. Kurz und heftig: «The Honourable Woman»

Der stets aktuelle Nahost-Konflikt bietet prinzipiell genügend Stoff für zig wochenfüllende Serien. Mit «The Honourable Woman» haben sich die britische BBC und das amerikanische SundanceTV jedoch dafür entschieden, die brenzlige Thematik als Grundlage einer bloss achtteiligen Miniserie zu wählen. Entstanden ist ein raffinierter Spionage-Thriller, der mit überraschenden Wirrungen und Wendungen glänzt.

Gleichermassen strahlend ist Maggie Gyllenhaal in der Hauptrolle der jüdischen Unternehmerin Nessa Stein. Als Erbin des väterlichen Grosskonzerns will die Philanthropin in Palästina Glasfasernetze verlegen. Man kann sich bereits denken, dass dies nicht gefahrlos vonstatten gehen wird. Geschäftspartner verschwinden spurlos, zuvorkommende Kellner mutieren zu Mördern – naher Osten halt. Den Zuschauer erwarten acht spannungsgeladene Stunden, die jede post-weihnachtliche Tristesse verschwinden lassen.

Zu sehen auf Dailymotion und auf DVD/Blu-Ray


6. «Dirk Gently’s Holistic Detective Agency»: Geheimpolizeilicher Wahnsinn nach Douglas Adams

Wer Douglas Adams‘ Romane kennt, weiss, wie schwer sich dieser Literatur gewordene Aberwitz verfilmen lässt. Nach «Per Anhalter durch die Galaxis» wurde mit den beiden Detektivromanen von Adams um Dirk Gently nun ein weiterer Versuch gestartet: Netflix und BBC America packten den irren Stoff in die vorerst achtteilige Serie «Dirk Gently’s Holistic Detective Agency». 

Es ist in den ersten Episoden zwar nicht genau klar, was weshalb geschieht, aber so wichtig ist das eigentlich auch gar nicht. Samuel Barnett spielt den nervös-aufgedrehten Dirk Gently, Elijah Wood den verdatterten Sidekick Todd Brotzman, und beide machen ihre Arbeit tadellos. Als selbstständiges Detektiv-Duo werden sie von einer Absurdität zur nächsten geschleudert – Holismus, auch Ganzheitslehre, Gentlys verinnerlichte Lebensphilosophie, ist hier das treibende Stichwort. Dabei verknotet sich der rote Faden zwar manchmal, dafür macht das Entwirren ungewohnt viel Spass. 

Zu sehen auf Netflix


7. Scripted Reality in grausam: «Westworld» 

Nach Zuschauermagneten wie «The Wire» und «Game of Thrones» hat der amerikanische Kabelsender HBO ein neues Schmankerl in die Bildschirme der (vorerst nur) eigenen Landsleute gebracht. Basierend auf den etwas unbeholfenen gleichnamigen Film von 1973 wurde ein meisterlich besetztes Glanzstück gefertigt, welches in seinen besten Momenten an George R. R. Martins Romanverfilmung erinnert. 

Die Story ist hingegen eine ganz andere. Im Vergnügungspark «Westworld», irgendwo in der amerikanischen Wüstenlandschaft, wird für die Besucher der Wilde Westen wieder zum Leben erweckt. Wobei «Leben» nur zum Teil stimmt, denn besiedelt wird die Anlage von sogenannten «Hosts», synthetische Androide, die für ein einmaliges Vergnügen der Normalsterblichen sorgen sollen. Dies ganz ohne moralische Bedenken, denn die vermenschlichten Roboter funktionieren im immerselben 24-stündigen Loop. Theoretisch. Denn auch hier trifft man wieder auf das Muster Mensch gegen Maschine bzw. Maschine gegen Mensch. Das Ganze stellt sich jedoch als verzwickter heraus, als anfangs gedacht. Dranbleiben lohnt sich!  

Zu sehen u.a. bei PrimeWire.ag.


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