«Dieses Vorgehen ist fast schon bösartig»

Die Regierung will offenbar am Klybeckquai Fussballplätze errichten lassen, damit sie den Wagenplatz räumen kann. Die BastA!-Grossrätin Heidi Mück hält nicht viel von diesem Vorschlag.

Heidi Mück hegt grosse Sympathien für den Wagenplatz. Entsprechend deutlich fällt ihr Urteil über die Fussballplatzidee der Regierung aus. (Bild: Hans-Jörg Walter, Montage: Nils Fisch)

Die Regierung will offenbar am Klybeckquai Fussballplätze errichten lassen, damit sie den Wagenplatz räumen kann. Die BastA!-Grossrätin Heidi Mück hält nicht viel von diesem Vorschlag.

Das lange Warten auf die neue Zwischennutzung auf dem letzten freien Areal am Klybeckquai hat wohl bald ein Ende. Im Moment steht dort noch der Wagenplatz, dieser ist jedoch bloss «geduldet» bis eine definitive Nutzung für die Fläche gefunden wird. Die «Schweiz am Sonntag» nahm am Wochenende Gerüchte auf, wonach die Regierung dort zwei Fussballplätze errichten will (Artikel online nicht verfügbar). Dies nachdem die Suche nach einem Zwischennutzer offenbar keine Erfolge zeitigte, welche mit den Interessen der Regierung übereinstimmten.

Heidi Mück ist Grossrätin der BastA!, wohnt in Kleinhüningen und engagiert sich seit längerem für den Wagenplatz. Zur Fussballplatzidee findet sie deutliche Worte:

Frau Mück, was dachten Sie, als Sie von den neuesten Plänen für das Migrolareal hörten?

Die Idee ist doch völlig absurd. Mir kamen bereits am Donnerstag solche Gerüchte zu Ohren, ich konnte es aber nicht recht glauben.

Warum nicht?

Mir scheint das Vorgehen der Regierung fast schon bösartig – die Art und Weise, wie hier schamlos Alternativkultur und das Bedürfnis nach Grünflächen gegeneinander ausgespielt werden. Ganz offensichtlich will man den Wagenplatz um jeden Preis loswerden. Dabei haben diese Leute den Klybeckquai deutlich aufgewertet und belebt.

Auch Fussballplätze würden den Hafen beleben, oder nicht?

Doch wahrscheinlich schon. Ich frage mich bloss, ob diese Fussballplätze dann auch wirklich von den Quartierbewohnern genutzt würden. Oder nicht vielmehr von Vereinen aus der ganzen Stadt. Ausserdem stellen sich mir viele weitere Fragen dazu: Was kostet das alles? Der Rasen, die Beleuchtung, eine Zaunanlage, auch Parkplätze bräuchte es wohl. Das ist doch ein riesiger Aufwand für eine Zwischennutzung.

Konversation

  1. Ich sehe auf dem Foto oben einen riesigen, leeren Platz mit ein paar Wagen am Rand. Würde das nicht für beides, die Wagen und ein etwas kleineres Fussballfeld, reichen?

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  2. Ein Fussballplatz ist auch nur für eine sehr kleine Zielgruppe von Mehrwert, nämlich junge Männer. Der Wagenplatz wäre doch einerseits eine Gelegenheit mal einer Zielgruppe etwas Gutes zu tun, die sonst zu kurz kommt. Andererseits bemühen die Bewohner sich ein kulturelles Angebot zu schaffen. Die Stadt sollte sich lieber mal mit den Bewohnern des Wagenplatzes zusammen setzen und überlegen, was dort angeboten werden kann, damit es für alle ein Gewinn ist. Dort wurde schon so viel investiert und Schönes geschaffen, man muss es sich nur einmal anschauen gehen.

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  3. Das wahre Drama ist, dass der Platz jetzt über ein Jahr flach gewalzt ist und wohl auch diesen Sommer nicht für die Bevölkerung genutzt werden kann….

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  4. Von Heidi Mück wird in den Raum gestellt, dass die Wagenleute Quartierbewohner seien. Sie wurden es einstmal, allenfalls. Würde man die vielen Migranten und deren Kinder fragen, die im Quartier wohnen, dann wäre die Antwort wohl eindeutig für die Fussballfelder. Hier zeigen sich dann halt die ideologischen Gräben, die emsig kultiviert werden. Und die Leute, für welche man vorgibt, sich einzusetzen, bleiben aussen vor. Mich stören die Wagenleute nicht, aber ein solcher Raum muss letztlich im Sinne von möglichst vielen Menschen in der Stadt genutzt werden können.

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  5. Auf Fussballfeldern spielen die Grossen und kaum die Kinder. Aber neben dem Wagenplatz hat es riesig viel Platz, auf dem aus dem Quartier mit Eigeninitiative was Tolles entstehen könnte. Da hätten die Kleinen und die Grossen was davon und finanziell wäre der Staat raus. Wie wär’s mit wachsen, grünen und bunt werden lassen? Es hat im Klybeckquartier und auch sonst in Basel genug kreative und initiative Menschen, die Ideen haben, wie man etwas auf die Beine stellt, ohne gewinnorientiert zu denken. Wir haben das schon gesehen und wir haben alles abgerissen.

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  6. Ich teile die Auffassung von Heidi Mück weil ich finde dass ein Fussballfeld für einen Verein in Kleinhüningen reicht. Das da was der Wagenplatz gegen einen Fussballplatz ausgespielt ist einfach nur erbärmlich für eine Rot/Grüne Regierung

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  7. Ganz egal, was man vom Wagenplatz hält, die Regierung darf da nicht einfach machen, was sie will! Es gibt ein in der Verfassung verankertes Mitwirkungsrecht, und einen Vertrag zwischen der Stadt und dem Quartier, der den AnwohnerInnen das Recht zur Mitwirkung bei diesen Zwischennutzungen gibt. Scheint die Damen und Herren Regierungsräte aber nicht zu interessieren.
    Die Regierung weiss wohl wieder mal besser als wir selber, was gut für uns ist. Warum sollen die hohen Damen und Herren auch mit dem ortsansässigen Pöbel diskutieren? Sobald Rheinhattan realisiert ist, sind sie diese unangenehmen Querulanten eh los.

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