Ein geheimes Restaurant aus 160 Tonnen Material

Während der Art Basel kann es in den Restaurants der Stadt eng werden. Da kommt ein temporäres Lokal am Marktplatz genau richtig – mit Feinschmecker-Fünf-Gang-Menü und Live-Boxmatch.

So etwa könnte das Restaurant aussehen – lasst euch überraschen!

Während der Art Basel kann es in den Restaurants eng werden. Da kommt ein temporäres Lokal am Marktplatz genau richtig – mit Feinschmecker-Fünf-Gang-Menü und Live-Boxmatch.

Sami Khouri sitzt mir gegenüber und lächelt verschmitzt. Es geht um die Frage, wie man sein Projekt vorstellt, ohne zu viel zu verraten. Ist gar nicht so einfach – schliesslich ist schon der Ort geheim.

Fangen wir die Geschichte also anders an. Vor einiger Zeit begann Sami Khouri damit, alte Restaurantküchen auseinanderzubauen und zu verkaufen, was sich verkaufen liess. Vor allem Chromstahl war beliebt. Und irgendwann, vor rund drei Jahren, landete der Zürcher mit palästinensischen Wurzeln selber in der Gastronomie: Er gründete den Palestine Grill – eine Imbissbude an der Zürcher Langstrasse, vor der die Schlange bald einmal wuchs und wuchs. 

Eine Bar getarnt als Tante-Emma-Laden.

Nur hinter jenem Tresen zu stehen war aber nix für den Umtriebigen. Also wagte er sich zusammen mit seinem Team an andere Projekte. Und zwar an solche, in denen sich das, was sich bei seinen Küchenräumungen angesammelt hatte, wiederverwerten liess: Für jeweils kurze Zeit eröffnete er Restaurants, meist in Zürich, aber nicht nur. Kleine In-Places auf Zeit.

Gross an die Glocke hat er das nie gehängt. Hat er nicht müssen, denn das Publikum fand ihn auch so. So ist das auch bei der Negroni-Bar, die gerade im Moment an der Tellstrasse in Zürich als Tante-Emma-Laden getarnt die Leute anlockt.

Nun wagen Khouri und sein Team ihr Restaurant-Experiment in Basel, vor und während der Art Basel. Ein bisschen ausgetestet haben sie die Atmosphäre hier schon im vergangenen Jahr, als sie im «Les Trois Rois» für einen Abend ein Restaurant im Stil der Roth-Bar aufbauten.

Essen mit Box-Match – für 110 Gäste

Sein temporäres Restaurant befindet sich ganz in der Nähe, am Marktplatz. Wo genau, das verraten wir nicht. Mehr steht auch nicht auf dem Flyer und den Plakaten, die man bald in der Stadt finden wird. «Boxclub Restaurant» kann man da lesen, und dass man tanzen kann und jeweils sonntags live Boxkämpfe geboten werden.

Vor allem aber wird man essen können: «Es gibt ein Fünf-Gang-Menü», sagt Sami Khouri, «gekocht von Pascal Schmutz.» Der Koch ist kein Unbekannter in der Gastroszene, er kochte bis vor Kurzem im Zürcher Kaufleuten und darf einige Auszeichnungen sein Eigen nennen.

Im «Boxclub Restaurant» wird er Schweizer Küche anbieten – fürs internationale Art-Publikum. Was genau, das weiss auch Sami Khouri nicht. Nur dass es das Menü auch in einer vegetarischen und einer veganen Variante geben wird.

Wo es zum 5-Gang-Menü geht, erfährt man wie bei einer illegalen Party per SMS.

Noch wird im Restaurant auf Zeit fleissig gewerkelt. Vier Lkws mit je 40 Tonnen Ladung gilt es zu verbauen, bevor am 9. Juni eröffnet wird. Sogar eine Wand wird noch durchbrochen, damit die Gäste durch die Küche in den Speisesaal geführt werden können. 110 Gäste werden dort Platz finden.

Wer einer davon sein will, der muss allerdings reservieren, sonst kommt man nicht rein. Und dafür gibts nur einen Weg: Eine SMS senden an die Nummer +41 76 596 82 62. Dann wird einem auch verraten, wo am Marktplatz man sich einzufinden hat.

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«Boxclub Restaurant», 9. bis 19. Juni, täglich ab 18 Uhr. Reservierung via SMS unter +41 76 596 82 62.

PS: Auch in den Galerien von Bartha und Idea Fixa kann während der Art Basel gespeist werden: Bei von Barthas kocht das «Rhyschänzli», in der Idea Fixa die Künstlerin Sandra Knecht. Reservieren muss man beiderorts!

Konversation

  1. @wetzel

    «Eure Kommentare sind erbärmlich! Kunst kann alles und muss nichts. Sind wir alle froh haben wir die grösste Kunstmesse der welt in dieser Stadt!»

    ich erinnere Sie ganz gerne nochmals an Ihr dezidiertes statement – könnten Sie rasch erhellen, wie Sie denn nun die tolle art raubtierkunst situieren, für die wir als muntere komparsen die pitoreske szenerie «humoristenstadt basel» mit unzähligen markigen «quotes» von erasmus bieten dürfen?
    mich persönlich kotzt das an!
    raubtiere gehören ins gehege – meinetwegen ins freigehege mit glarner’schem stacheldraht drumrum – «campus art» – absurd, wenn man eher die umwelt wegsperrt, nicht?

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  2. art-off is on&in …
    für speziell verdauungswillige zittert schinz selbst muhammad ali rum – bis die ganze beuys’sche fettecke weggefressen ist.

    (kotztüten gibt’s wie immer nur per sms)

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    1. Kotztüte war Gestern ! Heute wird der Mageninhalt auf eine Leinwand verteilt , trocknen gelassen und anschliessend mit fünfstelligem Preisschild an die Wand der Galerie „aanebäbbt“ ! (En ächti Occasion- s hett solang es hett ! )

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    1. @wetzel

      «Kunst kann alles und muss nichts.»

      soweit die theorie – das gilt dann halt bis auf die sozialpolitischen aspekte der kunst … man lasse gfälligscht das frisbee-spielen – das ist ein seriöser anlass, da geht’s schliesslich um viel geld. proscht.

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    2. „X kann alles und muss nichts“. Man könnte für X Donald Trump, Hillary Clinton, C. Blocher, Bill Gates usw einsetzen. Eher eine Beschreibung von Herrschaft, als Beschreibung von völliger Losgelöstheit und Ungebundenheit. „Absolutum“ = das Losgelöste. Eigentlich der „Satz des Herrschenden“. Man kann die Verben vertauschen: „X muss alles und kann nichts“, das wäre dann der „Satz für den Sklaven“. Nicht die Beschreibung/Definition von Kunst, sondern eher die Beschreibung des Kunstverständnisses einiger Zeitgenossen. Dieses Motiv hat eine jahrhundertealte Tradition. Es erstaunt gewissermassen, dass einige Zeitgenossen immer noch dieser Phantasie nachhangen. Wir leben im 21. Jh, und die stärkste Kraft, welcher jeder Mensch unterliegt, also die Natur, hat seit einiger Zeit ihr Veto eingelegt, immer bestimmter. Es gibt dieses Aussen halt doch.

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    3. @wetzel

      Ihr kommentar ist auch erbärmlich, so sorry.
      wenn ich mich dazu nicht äussern kann, weil ich primär froh sein muss, wird’s schwierig – bezüglich kunst sowieso. weder überzeugt mich das argument «die grösste kunstmesse wo gibt weit&breit» schon an sich noch erscheint mir ein projekt subito als gewichtig, weil es fantastische 160 tonnen material verzehrt bevor ich dann mein 3minutenei bekomme.
      minimal artig.

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