Ein Lokal für alle Tageszeiten

Es lag viel Staub auf jener alten Quartierbäckerei im Kleinbasel. Bis Pierre Mendy kam und ihn aufwirbelte. Ein Jahr später kommen Basler aus allen Quartieren ins «Avant-Gouz» und finden dort je nach Tageszeit ein Bistro mit erstklassigen Sandwiches oder eine Bar mit sanfter Musik.

Pierre Mendy hat die ehemalige Bäckerei in ein schmuckes Bistro verwandelt. (Bild: Nils Fisch)

Es lag viel Staub auf jener alten Quartierbäckerei im Kleinbasel. Bis Pierre Mendy kam und ihn aufwirbelte. Ein Jahr später kommen Basler aus allen Quartieren ins «Avant-Gouz» und finden dort je nach Tageszeit ein Bistro mit erstklassigen Sandwiches oder eine Bar mit sanfter Musik.

Die ehemalige Bäckerei an der Ecke Hammerstrasse/Oetlingerstrasse setzte über ein Jahr lang Staub an – bis ihr Pierre Mendy neues Leben einhauchte. Nun ist daraus ein schickes Lokal mit Art-déco-Elementen geworden, das sich nicht auf eine Funktion eingrenzen lässt. Bar, Café, Bäckerei, Brunch, Bistro oder Wein zur Abendstunde, das «Avant-Gouz» hat viele Facetten. 

Eine der Attraktionen sind die Sandwiches, deren Brote Mendy selbst bäckt. Als wir an die Theke treten, bekleckert er gerade mit lockerem Schwung die Brötchen mit Mayonnaise aus einem grossen Glas: «Hausgemacht, wie die meisten Zutaten.»

Das Café ist zur Mittagsstunde gut gefüllt. Die Kundschaft jung, gut gekleidet oder zumindest eines davon. Im Hintergrund läuft Musik von Soul-Sänger Omar. Das Nebenzimmer wird ganz von der Kaffeemaschine dominiert, die golden glänzend im Raum thront. Das Interieur mit Vintage-Anleihen ist «alt, aber contemporain», wie Mendy mit französischem Akzent sagt. Der 34-Jährige kam vor zehn Jahren von Marseille nach Basel.

Ein versteckter Ort

Auf unsere Sandwiches warten wir sicher zwanzig Minuten. Doch die Geduld lohnt sich. Warm und knusprig liegen die Brote in unseren Händen. Gefüllt mit gegrillten Auberginen beziehungsweise Süsskartoffeln und schmelzendem Gorgonzola. «Essen soll nicht nur schnell gehen», sagt Mendy, dem die Idee für dieses Lokal kam, als er selbst auf der Suche nach einem Mittagessen war: «Hier im Quartier braucht es eine Alternative zu Kebab, Indisch und Pizza.»

Zu Beginn sei er besorgt gewesen, ob es nicht schwierig würde, Leute an diesen versteckten Ort zu locken. Heute muss sich Mendy eher über zu rasches Wachstum Sorgen machen. «Wir wollten uns langsam entwickeln, bis sich alles einpendelt», sagt er.

Zunächst hat Mendy das Lokal im Alleingang betrieben, doch mit einem stetig steigenden Kundenstrom sei die Anstellung weiterer Mitarbeiter unabdingbar gewesen. Schon morgens um vier Uhr kommt ein Bäcker, der die Viennoiseries frisch zubereitet, bestehend aus Croissants, Pains au chocolat und weiteren hausgemachten Köstlichkeiten.

Basler kaufen lieber Sandwiches statt Kleider

Am Wochenende finden Abende unter dem Titel «Vinyls & Vine» statt, die jeweils auf Facebook angekündigt werden. In diesem Rahmen legen DJs Jazz oder Electro auf, der in Nachtclubs zu gemütlich wirken würde. Lärmklagen von der Nachbarschaft gab es trotzdem schon, nicht wegen der Musik, sondern wegen des Lärms vor dem Lokal. Mendy ist sich dieses Problems bewusst. Er versucht den Lärm zu vermeiden, sagt aber auch: «Ich kann nicht immer nach den Gästen schauen, die draussen stehen.»

Das Ambiente, die Einrichtung, das Angebot – ja sogar die Wände vor der Küche, bekleistert mit Seiten der Zeitschrift «Marie Claire» aus den 1960er-Jahren – alles wirkt wie aus einem Guss. Und das hat einen Grund: Pierre Mendy absolvierte in Frankreich eine Modeschule. Davor hatte er eine Ausbildung zum Koch gemacht und auch in Restaurants mit Michelin-Sternen gearbeitet.

In Basel dann betrieb er kurzzeitig das Modegeschäft Magaz-1 in der Feldbergstrasse. Doch der Umsatz stagnierte: «Das Kleinbasel war noch nicht bereit dafür.» Umso besser kamen dafür seine Sandwiches an, die er dort servierte. Später eröffnete er die Lady-Bar und fand so wieder zur Gastronomie zurück. Ob er schon bald wieder etwas Neues auf die Beine stellt? «Das kann schnell gehen bei mir», antwortet Mendy. «Wenn ich Lust habe und die Möglichkeiten da sind, warum nicht?»


«Avant-Gouz», Hammerstrasse 141, Basel. Geöffnet Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 22 Uhr, Freitag und Samstag von 8 bis 24 Uhr. Brunch gibt es am Samstag von 8 bis 14 Uhr, siehe auch: Wo Sie in Basel bis am Nachmittag brunchen können

Konversation

  1. Meine Freundin wohnt in direkter Nachbarschaft und wir kaufen regelmässig dort die wirklich hervorragenden franz. Crossaints. Das dort Veranstaltungen stattfinden, haben wir noch nie von der Lautstärke her mitbekommen. Insofern spricht das wohl für den Wirt und seine Kundschaft.

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  2. Also die gesponsorten Gastroberichte der Tawo gehen mir auf den Geist und Magen. Journalismus sollte ohne Zuwendungen auch wenn es nur ein Heissgetränk und ein Stück Backware ist ervollgen. Habt doch etwas mehr Ehre in eurem Beruf.
    Der Cafe ist hier eifach zu bitter und eher was für Alcoholiker . Alles eher etwas ungemütliche Einrichtung. Die Backwaren sind ok.

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    1. Lieber Herr Maier
      Wir haben für die Sandwiches bezahlt, wie alle anderen Kunden auch. Ich war persönlich sehr begeistert von diesem Lokal. Nur weil es nicht ihrem Geschmack entspricht, heisst das nicht, dass unsere Gastroberichte „gesponsert“ sind.

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    2. Lieber Herr John
      Heben sie die Quittung für das Sandwich gut auf, vielleicht brauchen sie die noch.
      Im Jornalismus braucht es mehr ehrliche Leute zu denen Sie ja jetzt auch gehören wo das Sandwich ja bezahlt wurde wie Sie versichern.
      Zweifel bleiben für mich trotzdem.
      Das Local «Avant-Gouz» ist sicher eine Bereicherung, nur der Cafe und Ihre Berichterstattung sowie Ihre Antwort auf meinen Beitrag haben einen bitteren Nachgeschmack.

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