Fasnachtsschau, vorwärts marsch!

Die Basler Fasnacht ist fast schon Unesco-Weltkulturerbe, jetzt soll sie überdies (wieder) zum Ausstellungsgut werden: Das Museum der Kulturen reaktiviert mit aktiver Hilfe des Vereins Basler Fasnachtswelt seine Fasnachtsausstellung aus dem Jahr 2004.

Aufgefrischte Nostalgie: Fasnachtsbeiz in der reaktivierten Ausstellung «Basler Fasnacht» im Museum der Kulturen (Bild: Dominique Spirgi)

Die Basler Fasnacht ist fast schon Unesco-Weltkulturerbe, jetzt soll sie überdies (wieder) zum Ausstellungsgut werden: Das Museum der Kulturen reaktiviert mit aktiver Hilfe des Vereins Basler Fasnachtswelt seine Fasnachtsausstellung aus dem Jahr 2004.

Der Ausdruck Win-Win-Situation fiel zwar nicht explizit. Zumindest nicht akustisch. Aber die fröhlichen Mienen der Beteiligten implizierten ihn: Die Fasnachtsstadt Basel bekommt endlich seine Fasnachts-Dauerausstellung. Dank des Museums der Kulturen Basel, das die Ausstellung und die Infrastruktur zur Verfügung stellt, und des Vereins Basler Fasnachts-Welt, der die Manpower für den Ausstellungsbetrieb zur Verfügung stellt.

Aber eigentlich gibt es die Fasnachtsausstellung in einem historischen Nebengebäude des Museums bereits seit zehn Jahren. Es handelt sich um einen Teil der von Dominik Wunderlin kuratierten Sonderausstellung «Teufel, Tod und Harlekin», die in eine Dauerausstellung überführt worden war. Nur war sie seit der Eröffnung des sanierten und erweiterten Museumshauptbaus 2011 nur noch auf Anfrage und während der Fasnacht selber zu besichtigen.

Künstlerlarven als Ausstellungsprunkstücke

Ab Samstag, 8. November, wird die kleine, aber feine Fasnachtsausstellung – sie zeigt nur etwa sieben Prozent der Fasnachtssammlung des Museums – nun wieder regelmässig zu besichtigen sein. Prunkstücke der Ausstellung sind sicherlich die wunderbaren Künstlerlarven, die unter anderem in den Ateliers der Pioniere der Basler Larvenkunst, Adolph Tschudin und Alphonse Magne, entstanden sind. Prächtig sind auch die historischen Laternenfragmente.

Künstlerlarven aus dem Atelier Tschudin

Künstlerlarven aus dem Atelier Tschudin (Bild: Dominique Spirgi)

Andere Ausstellungsstücke, wie etwa die Fasnachtsinstrumente, eine nachgebaute Fasnachtsbeiz und das Larvenatelier, sind aber eher atmosphärische Ausschmückungen für Touristen, die Basel ausserhalb der scheenschte drey Dääg besuchen. Denn, das betonten auch die Beteiligten der Ausstellungs-Kooperation: Als lebendige Tradition lässt sich die Fasnacht nur schwerlich ins Museum bannen.

Lightversion des erträumten Fasnachtsmuseums

Dass die kleine Ausstellung nun wieder mit regelmässigen Öffnungszeiten aufwarten kann (jeweils von Donnerstag bis Sonntag), darf dennoch als glückliche Fügung bezeichnet werden. Denn das Museum kann seine quasi eingemottete Fasnachtsausstellung wieder als zusätzliche Attraktion der Öffentlichkeit präsentieren. Und der Verein Basler Fasnachts-Welt kommt endlich zu seinem Museum, für das er schon so lange Zeit kämpft.

Zumindest «in einem gewissen Sinne», wie Vereinspräsident Dominique Mollet an der Medienorientierung zur Wiederbelebung der Fasnachtsausstellung sagte. Denn ursprünglich strebte man nach Höherem. Das heisst nach einem eigenständigen Fasnachtsmuseum, das darüber hinaus sogar als eigentliches Fasnachtszentrum mit Schulungsräumen und weiterem mehr hätte ausgebaut werden können.

Freiwillige für die Museumsaufsicht

Mollet bezeichnete die Kooperation dennoch als «das Beste, was uns geschehen konnte». «Ein eigenes Museum zu betreiben, wäre mit einem enormen Aufwand verbunden gewesen», sagte er.

Ganz unaufwändig ist für den Verein die Kooperation mit dem Museum aber nicht. Über 50 Helferinnen und Helfer musste der Verein rekrutieren, die in den vergangenen Wochen eine Kurzschulung in der Museumsaufsicht durchliefen. Und auch das Museum selber betritt mit der Zusammenarbeit Neuland. «Wir freuen uns aber sehr darüber, sagte Museumsdirektorin Anna Schmid. «Und ich bin zuversichtlich, dass es gut herauskommen wird.»

Ausstellung «Basler Fasnacht». Öffnungszeiten: Do-Sa: 13-17 Uhr, So: 11-17 Uhr.
Am Samstag, 15. November, ist die Ausstellung an einem Tag der offenen Tür kostenlos zu besichtigen.

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