Gefordert: Christian Trachsel

Christian Trachsel ist Hobbyfischer und Teilnehmer am diesjährigen Galgen-Wettfischen in Basel.

Mit dem Galgen um die Wette fischen: Christian Trachsel rechnet sich Chancen aus. (Bild: Nils Fisch)

Christian Trachsel ist Hobbyfischer und Teilnehmer am diesjährigen Galgen-Wettfischen in Basel.

Das Wasser steht gut für Christian Trachsel. Ist der Rheinpegel hoch, sammeln sich die Fische hinter dem Wehr vor seinem Galgen. Beste Bedingungen für das Wettfischen vom kommenden Wochenende. Bei seiner letzten Teilnahme hatte Trachsel Pech – er zog ­keinen einzigen Fisch aus dem Wasser.

Das gegenwärtige Hochwasser verschafft Trachsel sogar besondere Vorteile gegenüber seinen Konkurrenten. Bei manchen Fischergalgen ragen die Wehre nicht so weit aus dem Wasser heraus wie bei Trachsels Galgen. Werden die Holzbretter vom Wasser überspült, finden die Fische keinen ausreichenden Schutz vor der Strömung und suchen sich einen anderen Ort zur Erholung.

60 Galgen in Basel

In Basel stehen rund 60 Fischergalgen an den beiden Rheinufern. Ihr Ursprung geht aufs Mittelalter zurück. Früher wurden die Galgen vor allem von Berufsfischern bedient. Doch die Zeit der grossen Fangerträge ist längst vorbei; die Galgenfischerei ist bloss noch Hobby von ein paar wenigen Nostalgikern. Punkto Ehrgeiz stehen die Hobbyfischer ihren Vorfahren allerdings in nichts nach.

Am kommenden Sonntag um 5 Uhr früh beziehen sie wieder Stellung, legen hinter ihrem Wehr das quadratische Netz auf den Grund und warten ein paar Minuten. Dann kurbeln sie es wieder aus dem Wasser und wieder zurück – bis die Arme schmerzen. Von Zeit zu Zeit bleibt vielleicht ein Fisch im Netz liegen. Jede Beute wird gewogen: Wer am meisten Fisch aus dem Rhein holt, der gewinnt den Wanderpokal.

Es braucht vor allem: Glück

«Das Galgenfischen ist Zufallsfischerei», sagt Trachsel. «Es braucht vor allem Glück.» Der letztjährige Gewinner hatte es auf seiner Seite und kurbelte einen knapp sechs Kilo schweren Zander aus dem Rhein.

Trotz allem Optimismus, Trachsels Wünsche sind bescheiden. «Ich bin glücklich, wenn ich zwei Forellen fange.» Brachsmen, Barben und Nasen schmecken ihm nicht. Diese werden am Sonntag nach dem Wägen sofort wieder ins Wasser entlassen. Sollte sich aber eine Forelle, ein Hecht oder ein Zander im Netz verfangen, kommt die Delikatesse noch am selben Tag auf den Tisch. Petri Heil!

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Erschienen in der gedruckten TagesWoche vom 21.06.13

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