Gymnasium Leonhard führt Steiner-inspiriertes Unterrichtssystem ein

Am Leonhard werden künftig weniger Fächer gleichzeitig unterrichtet. Dies soll die Konzentration der Schüler fördern.

Gegen das Verzetteln: Am Gymnasium Leonhard wird mit Epochenunterricht experimentiert.

Nach einer dreijährigen Testphase wurde am Gymnasium Leonhard ein neues Unterrichtssystem eingeführt, wie die «bz Basel» berichtet. Statt wie bis anhin zwölf Fächer parallel zu unterrichten, sollen sich die Lehrpersonen künftig blockweise auf noch sechs bis sieben Fächer konzentrieren. Die Unterrichtseinheiten werden jeweils mit einer Prüfung abgeschlossen.

Das neue System lehnt sich an den Epochenunterricht an, wie er in Rudolf-Steiner-Schulen Alltag ist. Dabei fokussieren die Klassen während einiger Wochen auf ein einziges Thema. In der «bz Basel» zeigen sich die Lehrpersonen begeistert. Die Schülerinnen und Schüler könnten sich so besser in die Materie vertiefen und würden den Stoff zwischen den Lektionen weniger vergessen. (mop)

«bz Basel»: An Steiner-Methoden angelehnt – Gym Leonhard kämpft mit neuem System gegen das Vergessen

Konversation

  1. Unser Schulsystem basiert auf den Erkenntnisssen und Bedürfnissen des 19. Jahrhunderts. Leider suchen wir dieses Schulsystem im Historischen Museum, wo es neben Dampfmaschinen, Schriftgiessereien und Morsegeräten in gut ausgeleuchteten Vitrinen stehen sollte, vergebens. Wenn Pädagogen sich einen Tag Zeit nehmen würden, um zu beobachten, wie und was Kinder von Geburt bis Schuleintritt alles erlernen, würden Sie verstehen, das diese gut ausgeleuchteten Vitrinen der beste und sicherste Ort ist, für all dass was sie bisher über Pädagogik selber erlernt und anderen dazu beigebracht haben. Wer es noch kürzer haben möchte, nimmt sich die rund 2×50 Minuten Zeit, die man benötigt, um sich mit der aktuellen TV-Dokumentation auf Arte „Die Schule von morgen“ vom 19. ist 21. Jahrhundert zu katapultieren oder upzudaten. Sag Ja zur Schule für das 21. Jahrhundert, gute Unterhaltung:
    https://www.arte.tv/de/videos/075778-002-A/die-schule-von-morgen-1-2/

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  2. Klar muss man sich Gedanken machen wie man die Verabreichung des Schulstoffes dem Schulbildungsniveau der Schüler anpasst. Letzteres wird in BS nicht besser aufgrund der bereits bekannten Probleme resp. Handicaps. Leider ist dies der falsche Weg, denn die Studiengänge und letztendlich die Berufswelt passt sich nicht dem Niveau der Schulabgänger an.

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  3. Vielleicht bin ich der Einzige hier in der Gegend, der nicht weiss, was genau unter Steiner-Pädagogik zu verstehen ist, die paar Schlagwörter reichen mir aber nicht. Vielleicht gibt es ja ausnahmsweise noch zwei Eltern, die davon keine Ahnung haben.
    Vielleicht müsste man das mal genauer erklären auch uns Doofen.

    Wenn Scientology dann auch noch eine Unterrichtsrichtung anbietet, dürfte es spätestens interessant werden, was denn genau darunter zu verstehen ist.

    Hat das Pädagogik-System nicht nur positive, sondern auch negative Seiten? In der bz hatte man den Eindurck einer „gesponserten Publireportage“.

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    1. @Cesna
      Das Gymnasium Leonhard führt keine Steiner-Pädagogik ein sondern übernimmt die Idee, Fächer hintereinander statt gleichzeitig zu unterrichten. Ist ziemlich einfach zu verstehen. Gleichzeitig heisst in diesem Fall das ganze Jahr durch regelmässig wöchentlich. Hintereinander meint die Schwerpunktfächer werden intensiv abwechselnd in Blockwochen unterrichtet, aber nicht das ganze Jahr durch.

      Die negative Seite von letzterem ist: beim lesen von stilistisch vernachlässigten Kommentaren tun einem die Augen weh.

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    2. Ist das wirklich sinnvoller?
      Es gab Fächer, da war ich nach einer Lektion froh, dass sie vorbei waren. Dann konnte ich mich wieder Interessanterem zuwenden. Bei den Dingen, die mich mehr interssierten, ging die Vertiefung dann entweder über die Bibliothek oder nach der Lektion quetschte ich noch etwas den Lehrer aus.
      Ist das andere System denn soviel besser?
      Man weiss von Gruppen, dass da manchmal nur zwei sich wirklich interessieren, der Rest schreibt dann mehr oder weniger ab.
      Das sind dann später die berühmten“Kopfnicker“.

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  4. Man glaubt seinen Augen & Ohren nicht zu trauen. Das Leonhard Gym erfrecht sich ein Steiner-inspiriertes Unterrichtssystem einzuführen. Die Verantwortlichen wissen hoffentlich, wie toxisch sich das auf gewisse SchulvertreterInnen auswirken kann. In Zwingen ist kürzlich der Schulleiter E.R. fristlos entlassen worden, weil er sich erdreiste in einer Klasse testhalber Epochenunterricht anzubieten. Obwohl er damit gute Erfahrungen gemacht hat, opponierte der Kanton gegen ein solches Ansinnen. Nein, es wurde dem Schulleiter verboten, solche Anleihen zu machen und er wurde unwiderruflich in die Wüste geschickt.

    Offensichtlich sieht der Kanton Basel-Stadt dies anders. Offensichtlich ist eine liberaler Haltung gegenüber anderen Lernmethoden möglich. Das Baselbiet orientiert sich diesbezüglich eher konservativ-rückständig. RR Monica Gschwind und ihre Entourage nimmt sich dabei die Starke Schule zum Vorbild.

    Was doch eine popelige Kantonsgrenze alles bewirken kann….

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