Hafen wendet sich mit Flugblatt an die Besetzer

Zwei Wochen hat es gedauert, bis die Hafenverwaltung mit den Besetzern des Migrol-Areals Kontakt aufgenommen hat. Sehr diplomatisch ist man dabei nicht vorgegangen.

Auf dem ehemaligen Gelände der Migrol haben sich am Karfreitagmorgen einige Besetzer niedergelassen. Zu den eigentlichen Zwischennutzungen besteht (ausser der Nachbarschaft) kein Zusammenhang. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Zwei Wochen hat es gedauert, bis die Hafenverwaltung mit den Besetzern des Migrol-Areals Kontakt aufgenommen hat. Sehr diplomatisch ist man dabei nicht vorgegangen.

Seit knapp zwei Wochen ist das ehemalige Migrol-Areal im Kleinhüninger Hafen inzwischen besetzt. Kurz nach der Landnahme haben sich die Wagenleute in einer E-Mail an die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) und die Kunstmesse Scope gewandt und ihre Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die SRH ist Eigentümerin des Geländes und die Scope wird dort im Mai ihre Zelte aufschlagen. Am Mittwoch haben die Besetzer zudem einen offenen Brief an die Regierung und die Hafenverwaltung auf ihrer Website veröffentlicht.

Nachdem die E-Mail lange unbeantwortet geblieben ist und sich die SRH lediglich über die Medien zur Besetzung äusserten, ist es in den letzten Tagen nun zu einer ersten Kontaktaufnahme seitens der SRH gekommen. Wobei «Kontaktaufnahme» etwas zu hoch gegriffen ist. Die SRH liess die Wagenleute mit einem Flugblatt wissen, dass man ihren Aufenthalt auf dem Kiesplatz als illegal betrachte. Die Knappheit der Mitteilung liess die Besetzer daran zweifeln, dass tatsächlich die Hafenverwaltung Absenderin des Flugblattes sei. Irritiert habe auch der angeblich harsche Tonfall (was genau im Flugblatt stand, wollten die Besetzer allerdings nicht preisgeben). Dass es sich bei dieser «Notiz am schwarzen Brett» um eine offizielle Mitteilung der SRH handle, habe erst eine Nachfrage ergeben.

Verwaltung fühlt sich nicht zuständig

Der Direktor der SRH, Hans-Peter Hadorn, bestätigt gegenüber der TagesWoche, diese «Kontaktaufnahme» veranlasst zu haben. Und auch er will den Inhalt des Flugblattes nicht wiedergeben.

Hadorn sagt, dass er noch im Gespräch sei mit der Verwaltung, namentlich dem Präsidialdepartement (PD). Das Thema der Gespräche: Wie mit dieser Besetzung umzugehen sei. «Den persönlichen Kontakt mit den Besetzern werden wir erst suchen, wenn wir uns mit der Verwaltung über das weitere Vorgehen geeinigt haben», sagt Hadorn. Die Frage nach neuen Freiräumen sei nämlich immer eine politische, weshalb man zwingend in Absprache mit dem Kanton handeln wolle, sagt Hadorn.

Beim PD wiederum stellt man sich auf den Standpunkt, dass die Besetzung allein in den Verantwortungsbereich der SRH falle. Schliesslich sei diese die Landeigentümerin, wie Departementsprecherin Melanie Imhof betont. Die Gespräche zwischen PD und SRH seien lediglich dazu da, allfällige Massnahmen breit abzustützen. Wie diese Massnahmen aussehen werden, soll erst kommuniziert werden, wenn definitive Entscheidungen gefallen seien, erklärt Imhof.

Konversation

  1. Und das war der 2. Akt. Bis jetzt find ich’s noch unterhaltsam, wenn auch nicht richtig. Daher gehe ich mit Herrn Brändle einig.

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  2. Die Schweizerischen Rheinhäfen SRH sind mitnichten Eigentümer des Klybeckquais, vielmehr ist dies der Kanton Basel-Stadt. Offensichtlich will sich das PDep stellvertretend für die ganze Verwaltung aus der Verantwortung stehlen.
    Es berührt peinlich, dass die Stellungnahme der SRH von mehr Umsicht und politischem Bewusstsein zeugt als die des für Kultur, Stadtentwicklung und Freiräume zuständigen Departementes Morin.

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  3. Weiter so. Vielleicht klappts diesmal wäre an der Zeit.
    Der Fussball hats ja auch geschafft mit viel mehr Geld im Hintergrund, also bitte es ist ein Bedürfnis.
    Lasst Basel nicht fallen gebt uns wieder mehr Platz für gute Ideen.
    Guete Nacht

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