In Basel gibt es gleich viel leere Wohnungen wie 2011

Der Basler Wohnungsmarkt ist im schweizerischen Städtevergleich relativ entspannt. Trotzdem besteht Handlungsbedarf. Am Dienstagvormittag wurden die Zahlen zum Immobilienleerstand präentiert.

Im Kanton Aargau standen Anfang Juni rund 4957 Wohnungen leer. (Bild: Keystone)

In der Region Basel ist der Anteil leerstehender Wohnungen im letzten Jahr konstant geblieben. 0,5 Prozent sind es in Basel-Stadt, 0,4 Prozent in Baselland. Das entspricht den Vorjahreswerten. Dies, obwohl die Bevölkerung wiederum leicht gestiegen ist.

Eine «hohe Dynamik» gebe es auf dem Basler Wohnungsmarkt, sagte Stadtentwickler Thomas Kessler an der Medienkonferenz zum Leerstand im Immobilienbereich am Dienstagvormittag. Vorgestellt wurden die aktuellen Zahlen von leerstehenden Immobilien in den beiden Basler Halbkantonen.

Entspannung dank neuem Wohnraum

Die Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt wächst seit den letzten vier Jahren um etwa 1000 Personen jährlich. Zugleich gibt es weniger neue Wohnfläche auf dem Markt. Gegenüber 2011 ist aber auch im 2012 die Leerstandsquote mit 0,5 Prozent stabil geblieben (Stichtag: 1. Juni).

Grund dafür, dass der Wohnungsmarkt die Zuwanderung auffangen konnte, war, dass viele neue Wohnungen im 2. Semester des Jahres 2011 auf den Markt kamen und viele auf 2012 angekündigte bereits im 1. Semester des laufenden Jahres bezugsbereit waren, sagte Madeleine Imhof, Leiterin vom Statistischen Amt Basel-Stadt. 

«Im Vergleich mit anderen Städten in der Schweiz ist der Basler Wohnungsmarkt nach wir vor deutlich entspannter als in Zürich, Lausanne oder Genf», sagte Imhof weiter. Ausserdem könnten der Kreis Lörrach und das Elsass zudem Lücken auf dem Basler Wohnungsmarkt auffangen, so Kessler.

Junge Bevölkerung ist willkommen

Überdurchschnittlich viel leere Wohnungen gibt es bei den Einzimmerwohnungen. Jedoch hat in den letzten Jahren vor allem der Bedarf an kleineren Wohungen zugenommen. Dies sei vor allem auf die Zunahme der jungen Bevölkerung in Basel, etwa von Studenten, zurückzuführen. «Das ist ausdrücklich erwünscht», sagte Stadtentwickler Thomas Kessler. Diese Leute seien die Fachkräfte von morgen. Das sei wichtig für ansässige Unternehmen, die hier ihr Personal rekrutieren.

Auch bei den Mieten steht Basel im schweizerischen Städtevergleich gut da: Um 11 Prozent sind die Preise zwischen 2005 und 2011 gestiegen. In Zürich waren es 18,3 Prozent, in der Westschweiz gar 27,1.

Fläche von 71 Fussballfeldern ungenutzt

Bei den leerstehenden Industrie- und Geschäftslokalen sieht die Bilanz jedoch etwas anders aus: rund  356’350 Quadratmeter (das entspricht 71 Fussballfeldern) in den beiden Basler Halbkantonen. Das ist ein Rekord. Den grössten Anteil machen hier die ungenutzten Büroflächen aus mit über 160’000 Quatratmetern – das entspricht einer Fläche von 18 Fussballfeldern. «Um diese Fläche umzunutzen und daraus Wohnraum zu machen, braucht es Investitionen und Planung», sagte Thomas Kessler.

Michel Molinari, Präsident des Schweizerischen Verbands für Immobilienwirschaft (SVIT) beider Basel, zog schliesslich das Fazit, dass der Wohnflächenmarkt in der «Acht-Milionen-Schweiz» langsam aber sicher an seine Grenzen stosse. «Hier sind grundsätzliche Korrekturen in der Raumordnung erforderlich.» Es müssten nun Taten folgen, um die «Siedlungsentwicklung nach innen zu erreichen». 

Der Regierungsrat Basel-Stadt hat nun eine Wohnraumstrategie erarbeitet, die nächste Woche vorgestellt wird.

Konversation

  1. Basel braucht in der Tat neuen Wohnraum, aber nicht unbezahlbaren wie er auf dem Ex Kispi Areal entsehen soll. 1800.- für die günstigste Wohnung, Herr Kessler soll doch mal selbst versuchen so eine Miete mit einem Einkommen von 3000 bis 4000 Franken im Monat zu zahlen was nicht unüblich ist für Menschen die gerade eine Ausbildung beendet haben, ganz zu schweigen von Studenten und Lehrlingen. Herr Kessler spricht jedoch immer wieder davon, dass 40% der Wohnungen in Basel unter 1000.- Miete kosten würden (zuletzt gestern 22.8. in der Baz), dies kann ja sein wenn man für 999.- im Monat auf dem Klo sitzend im Kochtopf rühren und gleichzeitig die Wohnungstüre öffen möchte. Herr Kessler ist für diese Stadt untragbar geworden und sollte endlich mal einsehen das er unerwünscht ist und die Stadt einen Dreck auf seine Politik der Aufwertung und Vertreibung gibt.

    Rheinhattan wird versenkt werden.

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