#MenAreTrash: Männer wollen einfach nicht über Gewalt gegen Frauen reden

Der Hashtag «MenAreTrash» soll auf Gewalt von Männern gegen Frauen hinweisen. Stattdessen wird er genutzt, um Feministinnen zu beschimpfen. Das zeigt exemplarisch: Egal, was Frauen tun, am Schluss redet jeder darüber, was frau sich eigentlich erlauben darf und niemand über ihre Botschaft.

Gewalt gegen Frauen: Männer sind die Opfer.

Auf Twitter passiert wieder einmal, was so oft passiert, wenn Frauen es wagen, Männer politisch an den Pranger zu stellen: Sie werden beleidigt und auf ihre Fickbarkeit reduziert. Beispielsweise, indem sie als «untervögelte Fotzen» oder «fett» beschimpft werden.

Der heutige Anlass: Frauen protestieren mit #MenAreTrash gegen Männer, die Frauen schlagen, vergewaltigen, töten. Den Anfang nahm der Hashtag in Südafrika: Im Jahr 2017 verschwand dort eine 22-jährige Frau. Die Polizei fand heraus, dass ihr Freund sie getötet hatte.

Die Bloggerin Rufaro Samanga nahm den Mord an der jungen Frau zum Anlass, auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Und lancierte auf Twitter den Hashtag #MenAreTrash, also «Männer sind Müll». Jetzt ist der Hashtag über Umwege wieder aufgetaucht. Die deutsche Taz-Autorin Sibel Schick etwa twitterte:

Nun läuft auf Twitter ein Shitstorm gegen die Journalistin. Männer wehren sich gegen die «generalisierende Verurteilung» und Frauen regen sich darüber auf, dass ihre Männer, Väter und Söhne in einen Topf mit Gewalttätern geworfen werden. Die einen formulieren ihre Kritik auf zivilisierte Art, andere gehen unter die Gürtellinie, wie etwa dieser:

Dabei geht die eigentliche Botschaft, sowohl der südafrikanischen wie auch der deutschen Autorin, unter. Nämlich, dass wir ein Problem mit Gewalt gegen Frauen haben, drüben in Südafrika wie auch hüben in Deutschland. Oder in der Schweiz.

Nun kann man in der Tat argumentieren, dass eine Aussage wie «Männer sind Müll» oder «Männer sind Arschlöcher» beleidigend und daher nicht konstruktiv ist und eine Diskussion über Gewalt an Frauen abwürgt.

Doch das Tragische ist: Egal, was Frauen tun, und wie sie ihre Botschaft formulieren, die Mehrheit der Männer hört nicht zu. Die meisten Politiker, Journalisten, Wirtschaftsbosse oder Kulturgrössen erkennen nicht an, dass Gewalt gegen Frauen ein Problem ist, das es zu lösen gilt. Ihre Reaktion auf die Botschaft ist häufig ähnlich: Entweder sie ignorieren die Frauen, suchen andere Sündenböcke oder sie machen die Opfer oder die Überbringerin der Botschaft lächerlich.

So schreibt die Schweizer Bloggerin Marie Baumann auf Twitter:

Dazu vier Beispiele.

Beispiel 1: «Fick sie, bis ihr Steissbein bricht»– alles Kunst?

Letzten Dezember spielte das Radio SRF den Song «Ave Maria» der deutschen Rapper Farid Bang und Kollegah. Eine der Songzeilen: «Dein Chick ist ‚ne Broke-Ass-Bitch, denn ich fick‘ sie, bis ihr Steissbein bricht.» Das sorgte für Kritik. Der Tenor: Der Text erwecke den Eindruck, Gewalt gegen Frauen sei cool. Die Nationalrätinnen Natalie Rickli (SVP) und Chantal Galladé (SP) forderten deshalb vom SRF, das Stück nicht mehr zu spielen.

Die Rapper gingen nicht auf die Kritik oder das Thema Gewalt ein. Stattdessen machten sie gegenüber dem Portal «Nau» die Politikerinnen runter: «Die Gutmenschen und Kunstbanausen aus der Schweizer Politik werden für ihre antifreiheitlichen und von provinzieller Dummheit geschwängerten Aussagen noch die ein oder andere Punchline von Boss und Banger abbekommen!» Und drohten: «Es werden wieder Mütter gefickt!»

Kurz darauf diskutierte die Kulturwelt der Schweiz über die Frage, ob man Kunst einschränken dürfe oder ob das kulturfeindlich sei. Gewalt an Frauen an und für sich: zweitrangig.

Beispiel 2: #Me-Too – stille Männer, hysterische Frauen

Zugegeben, die Me-Too-Debatte, die kam in der Schweiz an. Alle Medien diskutierten über sexuelle Gewalt gegen Frauen. Ausser natürlich, die Vorwürfe betrafen die Medienwelt selbst: Als der «Tages-Anzeiger» aufdeckte,  dass der bekannte Journalist Werner de Schepper als damaliger Chefredaktor des «Blick» immer wieder Mitarbeiterinnen belästigt hatte, da blieb es seltsam still. Kein grosses Medienhaus nahm das Thema auf, positive Ausnahme: Watson.

Was ausserdem auffiel: Während der ganzen Me-Too-Debatte waren es vor allem Frauen, die über sexuelle Gewalt redeten, ihre Erfahrungen teilten und Lösungen suchten. Und Journalistinnen, die ihnen zuhörten und darüber berichteten. Journalisten, mit wenigen Ausnahmen, sagten nichts dazu. Und wenn doch, dann unterstellten sie den Frauen häufig, sie seien hysterisch und würden übertreiben, aus einer Mücke einen Elefanten machen, ein Kompliment zu einem Übergriff hochstilisieren. Oder sie zogen sich auf die Position zurück, ein Übergriff sei erst berichtenswert, wenn er strafrechtlich relevant ist, wie die «Basler Zeitung» analysierte.

So vermieden sie es bequem, ihre eigene Position als Mann zu reflektieren und sich zu fragen, ob sie selber auch Grenzen überschreiten oder davon profitieren, dass Männer das mächtigere Geschlecht sind.

Beispiel 3: Verprügelte Genferinnen – Ausländer sind schuld

In Genf werden vier Frauen verprügelt. Linke Frauen rufen zur Demonstration auf, um gegen die konstante Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft zu demonstrieren. Die Reaktion von rechter Seite kommt postwendend: Die Ausländer sind schuld. So behauptete die Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz gegenüber dem «Blick», bei den Tätern handle es sich um Maghrebiner. «Die Männer aus diesen Ländern haben keinen Respekt vor Frauen. In ihrer Heimat geschieht ihnen nichts, wenn sie Frauen verprügeln. Die Männer aus diesen Kulturen sind exzessiv gewalttätig.»

Was macht Amaudruz hier? Sie schiebt den Sündenbock ins Ausland. Und  verweigert sich so einer Diskussion darüber, ob Schweizer Männer sich Frauen gegenüber systematisch sexistisch und gewalttätig verhalten.

Beispiel 4: #MenAreTrash – die Männer sind die Opfer

Und jetzt eben: #MenAreTrash. Auch hier redet die Twitter-Welt lieber über die Frage: «Darf man Männer Müll nennen?» Und niemand über die Frage: «Gibt es hierzulande systematische Gewalt von Männern gegen Frauen?» Und wenn ja: Warum? Und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Das ist schade. Das Thema hätte Beachtung verdient. Frauen werden ständig verprügelt, vergewaltigt, getötet. Von Männern. Nicht alle Männer sind Prügler und Vergewaltiger, aber manche sind es. Und zu viele schauen weg. Das ist ein Fakt.

https://tageswoche.ch/form/interview/menaretrash-ein-mann-hat-privilegien-aber-diese-kosten-ihn-auch-einiges/

Gemäss einer Studie der Weltgesundheitsorganisation erlebt jede vierte Frau in Europa Gewalt. Und die meisten Vergewaltiger und Prügler sind keine fremden Männer hinter dem Busch, sondern Freunde, Partner, Väter, Brüder. Bei jedem zweiten Tötungsdelikt in der Schweiz kennen sich Täter und Opfer, 34 Prozent finden in der eigenen Familie statt, wie die Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen. Und das sind nur die Tötungsdelikte.

Diese Gewalt hat System: Sie ist möglich, weil wir in einer Gesellschaft leben, in der Männer immer noch mehr wert sind als Frauen. Daraufhin wollte die Südafrikanerin Rufaro Samanga mit dem Hashtag «MenAreTrash» hinweisen. Es ist ihr nicht gelungen.

Dossier Nur noch schwarz und weiss

Hashtags ändern sich, die Debatten bleiben hässlich. Das kriegen wir besser hin, oder nicht?

Alles zum Thema (10)

Konversation

  1. Ich sehe den Artikel hier äußerst kritisch. Insbesondere die Analyse der verschiedenen Fälle stößt bei mir auf völliges Unverständnis.

    Fangen wir doch bei Ihrer Analyse zu Farid Bang’s geistigen Ergüssen an. Ihre Analyse ist, dass basierend auf den Äußerungen der beiden Rapper eine Diskussion über Gewalt an Frauen hätte stattfinden sollen. Ich widerspreche Ihnen hier in aller Ernsthaftigkeit. Farid Bang und Kollegah lassen sich über die Opfer des Holocaust aus, fantasieren über Mord und Totschlag von allen möglichen Menschen – und passend zu den sonstigen Inhalten zelebrieren sie auch Vergewaltigungen.

    Sie aber blenden die Witze über die Opfer des Holocausts aus, blenden aus, dass in den Texten reihenweise Männer erschossen werden und fokussieren sich auf die Gewalt an Frauen, die ebenfalls thematisiert wird. Ist das konsequent? Nein! Heißt das, dass die Gewalt an Frauen im allgemeinen Diskurs nicht diskutiert werden sollte? Ebenfalls nicht! Im Diskurs um Farid Bang und Kollegah sollte jedoch nicht die Gewalt an Frauen im Fokus stehen, sondern die Gewaltverherrlichung in der „Kunst“. Entsprechend war es absolut korrekt, in diesem Diskurs nicht auf die Gewalt an Frauen, sondern auf die Gewalt in der Kunst zu verweisen. Denn das war das Problem. Frauen waren in diesem Fall nur ein Teil der Opfer, Sie aber stellen sie als einzige dar, was ich generell für eine fragwürdige Schlussfolgerung halte.

    Gehen wir weiter mit zur #MeToo Debatte. Hier haben wir es mit einem tatsächlichen Problem der Gewalt an Frauen zu tun, das in dieser Form auch thematisiert werden sollte. Die #MeToo Debatte ist im gleichen Maße aber auch völlig aus dem Ruder gelaufen. Statt auf einer rationalen Ebene über die Geschehnisse zu diskutieren, wurden Schlüsse gezogen, die in dieser Form nicht nachvollziehbar sind. Ja, es gibt ein Problem mit sexueller Gewalt an Frauen. Das hat auch kaum jemand je abgestritten, der sich zur #MeToo Debatte geäußert hat. Es gab aber auch Probleme mit der Art und Weise, wie die Debatte geführt wurde, die unbedingt angeprangert werden mussten.

    Statt auf einer rationalen Ebene zu diskutieren, wurde blind auf alles geschossen, was in irgendeiner Form mit einer Beschuldigung verknüpft wurde. Schauspieler wurden gefeuert, ihre Rollen wurden gestrichen, Männer wurden angeprangert, wurden entlassen und standen unter Dauerbeschuss. All das ohne eine gerichtliche Verurteilung. In der modernen Welt gilt mit gutem Grund die Unschuldsvermutung und diese wurde während der #MeToo Debatte mit Füßen getreten. Rund 10% der Sexualdelikte, die vor Gericht behandelt werden, werden verworfen, weil es sich um einen erwiesenermaßen vorgetäuschten und damit erfundenen Sexualdelikt gehandelt hat. Das ist nur jeder 10. Fall, es zeigt aber das Problem auf, wenn die beschuldigten Männer ohne Verurteilung Konsequenzen zu befürchten haben oder angeprangert werden.

    Relativiert das die Gewalt an Frauen oder rechtfertigt es sie sogar? Nein! Es bedeutet aber, dass es absolut legitim ist, eine Debatte darüber zu führen, ab welchem Punkt ein beschuldigter Mann mit Konsequenzen zu rechnen hat. Man kann keine Debatte über die Grundrechte der Frau (körperliche Unversehrtheit) führen und zugleich die Grundrechte der betroffenen Männer (die Unschuldsvermutung) mit Füßen treten. Doch genau das wurde während der #MeToo Debatte in einem Ausmaß getan, wie ich es noch selten gesehen habe. Es ist falsch, an dieser Stelle diesen Diskurs anzuprangern, denn er war an dieser Stelle genauso notwendig wie der Diskurs über die Gewalt an den Frauen.

    Auch an dieser Stelle möchte ich nochmal betonen: ich relativiere damit die Gewalt an den Frauen nicht. Es ist eine Schande, dass die Gewalt an Frauen die Ausmaße annimmt, die sie teilweise annimmt. Nur ist die körperliche Unversehrtheit genauso sehr ein Grundrecht wie die das Recht, dass jeder Angeklagte bis zum rechtsförmlich erbrachten Beweis seiner Schuld als unschuldig gilt. Und Grundrechte sollen gewahrt werden und wenn dagegen verstoßen wird, soll darüber eine Debatte geführt werden dürfen.

    Und nun kommen wir schließlich zur Gewaltspirale in den vergangenen Tagen und Wochen. Auch hier wäre ein rationaler Diskurs wieder nötig gewesen und wieder wurde dieser Diskurs nicht geführt. Warum? Statt auf die Probleme der Gewalt der Männer an Frauen zu verweisen und darüber zu debattieren, wurde mit dem #MenAreTrash zum Gegenangriff ausgeholt. Ist das sinnvoll? Natürlich nicht! Gewalt mit (verbaler) Gegengewalt zu lösen ist kein Weg. Mit solchen Verallgemeinerungen und solchen Gegenschlägen würde man jede Debatte auf eine andere Bahn lenken. Entsprechend ist es nicht nur falsch, das männliche Geschlecht in dieser Form verallgemeinert als „Trash“ zu bezeichnen, es ist vor allem der Debatte abträglich.

    Die Debatte über die Gewalt an Frauen muss rational und geordnet geführt werden. Sie muss zielführend geführt werden, indem klar und geordnet darüber diskutiert wird, wie es dazu kommt und wie man es verhindern kann. Ich bin offen für jede Debatte über Gewalt. Ich bin auch offen für eine Debatte über Gewalt an Frauen und halte es für notwendig, dass darüber diskutiert wird. Indem man die geistigen Ergüsse eines Rappers auf die Gewalt gegen Frauen reduziert, indem man die Grundrechte der beschuldigten Männer untergräbt und indem man ein ganzes Geschlecht diffamiert wird man aber nie eine geordnete Debatte führen können. Mit diesem Debattierverhalten untergraben die Leute ihre eigene Debatte und lösen so zwangsläufig eine Verzerrung der Debatte aus.

    Danke Empfehlen (1 )
  2. Auch wenn Widmer ein ( … ) ist, im Kern hat er nicht Unrecht.

    Liebe LeserInnen, Schön, dass Sie sich für die Wutbürger Gazzette «Der rechte Blick» interessieren! Jede Frau kennt ihn, den bangen Moment, wenn sie spätnachts nach Hause läuft und denkt, hoffentlich kommt jetzt kein Rechtspopulist und wirbt für mehr Sicherheit (Ironie off).

    In Genf wurden fünf Frauen nach einem Clubbesuch von einer Gruppe Maghrebiner krankenhausreif verprügelt. Sozialistenweiber einer antikapitalistischen, feministischen Bewegung und die Jungsozialisten nutzten dieses Verbrechen um in Genf, Zürich, Bern und Basel gegen Gewalt gegen Frauen zu protestieren. Von Sexismus, Integrität und struktureller Gewalt war die Rede. Ein Angriff auf eine Frau sei ein Angriff auf alle Frauen. Man könnte meinen, es handele sich bei Frau um eine besondere Spezies!

    Seit Jahren kämpft die SVP gegen Kriminalität und für mehr Sicherheit! Und es vergeht kein Tag, an dem nicht Schweizer Burschen und Männer von Sommarugas Gästen angegriffen und verletzt werden! Dann hört man von Sozialistenweibern kein Mucks! In Genf suchen die Ermittlungsbehörden nach den nordafrikanischen Angreifern ohne eine Personenbeschreibung zu veröffentlichen. Auch dieses idiotische Vorgehen fusst auf dem Bockmist von Sozialistenweiber. Wer wählt die eigentlich noch?

    Danke Empfehlen (3 )
    1. „Dann hört man von Sozialistenweibern kein Mucks! ….Auch dieses idiotische Vorgehen fusst auf dem Bockmist von Sozialistenweiber.“
      So spricht ein Respektloser (und, nebenbei bemerkt, offensichtlich der Grammatik nicht Mächtiger) und beweist gerade damit, dass die Debatte notwendig ist. Gewalt fusst nämlich auf mangelndem Respekt. Deshalb werde ich nie die SVP wählen. Ihre Werte sind in meinen Augen tatsächlich weitgehend Bockmist.

      Danke Empfehlen (0 )
  3. Anscheinend ist Dialog heutzutage nur mit Häschtägg, Twitter und Souschel Miidia möglich. Wer sich diesen Kanälen verschliesst kann/darf nicht mitdiskutieren.

    Ein Fortschritt? Eher nein.

    Und wieso ich mich als weisser Mann per se nun als erstes beschimpfen lassen und zum Allroundtäter machen lassen soll, erschliesst sich mir nicht so recht. Ich diskutiere gerne – aber bei einem respektvollen Umgang miteinander. Jemand anderes als Erstes als Abfall zu bezeichnen, bewirkt eher das Gegenteil. Bei mir zumindestens.

    Danke Empfehlen (5 )
  4. „Ihr Weiber, seid euren Männern untertan im (Glauben an) den HERRN, wie sich’s gebührt“.
    Und dies seit 2018 Jahren. Was ist da schon ein bisschen „#MenAreTrash“ dagegen?
    Getroffene Hunde bellen…

    Danke Empfehlen (0 )
    1. Gegenprobe, Herr Despacito:

      „«Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. So kommt zu eurem Saatfeld, wann und wie ihr wollt.»
      Und dies seit 1386 Jahren. Was ist da schon ein bisschen „#MuslimsAreTrash“ dagegen?
      Getroffene Hunde bellen…“

      Danke Empfehlen (2 )
  5. Aus dem Artikel:

    „Die Deutsche Taz-Autorin Sibel Schick etwa twitterte:

    Es ist ein strukturelles Problem, dass Männer Arschlöcher sind.

    Nun läuft auf Twitter ein Shitstorm gegen die Journalistin.“

    Dazu eine aktuellere Twittermeldung, mit der Frau Schick ihre Geisteshaltung verdeutlicht:

    https://twitter.com/sibelschick/status/1030110312937254918

    „Good bye, Aretha, and thank you for being as bossy as it gets, for all the love you gave me and pointing out men are trash continuously.“

    Danke Empfehlen (0 )
  6. „Die Leitmedien haben die #MenAreTrash-Kampagne auf Twitter entdeckt und diskutieren darüber, ob man Menschen aufgrund biologischer Merkmale wie ihrer Geschlechtszugehörigkeit als „Abfall“ bezeichnen darf.

    Das bietet die reizvolle Gelegenheit zu sehen, welche Medien gegen menschenfeindliche Hate Speech Einspruch erheben und welche gut damit leben können. Und das wiederum liefert eine gute Orientierung, um zu sehen, welche Medien aus echter Überzeugung gegen Hate Speech aus anderen Lagern protestieren und wo es sich lediglich um Heuchelei handelt, um den politischen Gegner abzukanzeln.“

    https://genderama.blogspot.com/2018/08/ja-ich-bin-abfall-leitmedien-und.html

    Danke Empfehlen (1 )
  7. Ich habe noch nie eine Frau geschlagen, vergewaltigt oder getötet, oder dabei zu- bzw. weggeschaut.

    Nun verteidigen Sie, Frau Förster, in Ihrem Artikel die Aussagen ich, weil Mann, sei „Müll“ oder ein „Arschloch“. Darüber sprechen wollen Sie aber nicht (obwohl Sie sich selbst zugestehen sich wortreich dazu zu äussern). Das finde ich merkwürdig, aber ich erfülle Ihren Wunsch und lasse es ohne weitere Kommentare im Raum stehen.

    Statt dessen möchten Sie, dass ich über Gewalt gegen Frauen spreche. OK. Ich lehne Gewalt gegen Frauen vollumfänglich ab, es gibt – ausser unmittelbarer Notwehr – keine Rechtfertigung dafür.

    Und nun? Zurück bleibt ein seltsam leeres, unbehagliches Gefühl und die Zweifel ob dieses (eher einseitige) „Gespräch“ irgendwie dazu beigetragen hat die Situation irgendeiner Frau zu verbessern.

    Was genau wünschen Sie sich von mir, Frau Fopp? Was kann ich jetzt noch beitragen zu diesem „Reden über Gewalt gegen Frauen“, dass Sie einfordern?

    Danke Empfehlen (1 )
  8. „Sie ist möglich, weil wir in einer Gesellschaft leben, in der Männer immer noch mehr wert sind als Frauen.“
    Es wurde ja schon gezeigt, welche Wirkung so ein hashtag hat, wenn man Männer durch ein anderes identitätstiffendes Merkmal ersetzt.

    Ich möchte gerne noch etwas ergänzen, deswegen mein Zitat. 75 % der Selbstmorde begehen Männer. Genauso sieht es bei Obdachlosen aus. Die große Mehrzahl drogenabhängiger sind männlich. Männer sterben im Schnitt 4 jahre früher als Frauen. Der Großteil der Gefängnisinsassen sind Männer, 9 von 10 arbeitsbezogenen Todesfällen sind Männer. Da klingt der genannte Satz schon irgendwie leicht zynisch. Feministinnen, die mit den Worten strukturelle Benachteiligung um sich werfen, können mal erklären, warum die die genannten Dinge nach ihrer Logik nicht als solche zu klassifizieren sind.

    Danke Empfehlen (2 )
  9. MenAreTrash bezieht sich nicht auf gewalttätige Männer, sondern auf Männer im Allgemeinen. Das wäre in etwa so, wie wenn ich Muslime pauschal verunglimpfen und dann einschränken würde, ich hätte ja nur die Bombenleger gemeint. Und nein, es gibt keine systematische Gewalt gegen Frauen, denn das würde ja bedeuten, dass die Mehrheit der Frauen von der Mehrheit der Männer Gewalt erleben würde, und das ist laut Statistik nicht der Fall (obwohl JEDE betroffene Frau eine zu viel ist). Aber eigentlich ist es mir zu dumm, das überhaupt erklären zu müssen. Wer diesen Unterschied nicht erkennt, dem fehlt es an Sachverstand.

    Danke Empfehlen (3 )
  10. Also ich finde diese Gewalt sollte verurteilt werden unabhängig vom Geschlecht des Opfers. Oder ist es denn wirklich schlimmer wenn das Opfer weiblich ist als wenn es männlich ist? Dies würde ja bedeuten, dass wenn in Genf 5 Männer so brutal zusammengeschlagen worden wäre sich niemand aufregen würde….

    Danke Empfehlen (4 )
    1. „…unabhängig vom Geschlecht des Opfers…“

      Ein Grossteil der heutigen Feministinnen und Feministen (und ein erschreckend hoher Anteil der Linken) sind dem Neoliberalismus auf den Leim gegangen:

      „Genau in dem Maß, in dem der Neoliberalismus den Menschen die Aussicht auf eine bessere Zukunft genommen hat, kam ihm die Propaganda der Identitätspolitik zu Hilfe und ließ sie nun, statt nach vorne, nach hinten blicken: wer keine Zukunft mehr hat, der braucht eben mehr Herkunft. Und wer nicht mehr hoffen kann, irgendetwas Interessantes zu werden, der muß eben darauf pochen, irgendetwas Kostbares, Verletzbares zu sein.

      … Die Identitätspolitik hat das gesellschaftliche Leid und seine Anerkennung nach oben, zu den Eliten, umverteilt.“

      https://www.ipg-journal.de/rubriken/soziale-demokratie/artikel/herkunft-ist-kein-ersatz-fuer-zukunft-2914/

      Danke Empfehlen (0 )
  11. P. S. Die Gewltverherrlichenden, maximal Unterbelichteten
    „Kollegah und Farid Bang“ als Muell zu bezeichnen, adelt selbstverständlich jeden Muell, nur: wer ist im Ernst so krank, solchen Geisteskranken zuzuhören…

    Danke Empfehlen (3 )
  12. Die Errungenschaft von Twitter: Jedes noch so komplexe Thema wird in maximal 140 Zeichen abgehandelt. Und dann wundert man sich. (Ich weiss, es sind mittlerweile 280 Zeichen. Das ändert aber nichts am Problem.)

    Danke Empfehlen (1 )
    1. Die Errungenschaft von Twitter: es ist unglaublich, dass sich die ganze Komplexität eines Themas in 140 Zeichen spiegeln kann.

      Danke Empfehlen (0 )
    2. Ich glaube nicht dass mehr Zeichen bei Twitter die Diskussion irgendwie ändern würden. Es gäbe nur mehr vom Gleichen. Das ist kein Problem von Twitter sondern von sogenannten „Diskussionen“ in Internet-Medien allgemein. Diese beschränken sich in aller Regel auf ein gegenseitiges an-den-Kopf werfen von Meinungen und Urteilen. Echter Austausch findet kaum statt.

      Aber dann wiederum: Ist das „offline“ wirklich so anders?

      Danke Empfehlen (1 )
  13. Tja, wenn man dieses wichtige und richtige Anliegen thematisieren möchte, dann tut man gut daran, nicht als erstes in dermassen beleidigender Weise zu Generalisieren, denn wie man in den Wald ruft… MfG: ein nicht Muell und nicht Arschloch sondern ein Mensch…

    Danke Empfehlen (3 )
  14. „Und jetzt eben: #MenAreTrash … Nicht alle Männer sind Prügler und Vergewaltiger, aber manche sind es. Und zu viele schauen weg. Das ist ein Fakt.“

    Nicht alle Muslime sind Prügler und Vergewaltiger, aber manche sind es. Und zu viele schauen weg. Das ist ein Fakt. Trotzdem kein berechtiger Grund für #MuslimsAreTrash

    Nicht alle Mütter sind Prüglerinnen und Kindesmissbraucherinnen, aber manche sind es. Und zu viele schauen weg. Das ist ein Fakt. Trotzdem kein berechtiger Grund für #MothersAreTrash

    Nicht alle Italiener fangen Singvögel und verspeisen sie, aber manche tun es. Und zu viele schauen weg. Das ist ein Fakt. Trotzdem kein berechtiger Grund für #ItaliansAreTrash

    Nicht alle Türken verleugnen den Armenier-Genozid , aber manche tun es. Und zu viele schauen weg. Das ist ein Fakt. Trotzdem kein berechtiger Grund für #TurksAreTrash

    Nicht alle Fussball-Fans sind Hooligans, aber manche sind es doch. Und zu viele schauen weg. Das ist ein Fakt. Trotzdem kein berechtiger Grund für #SoccerFansAreTrash

    Danke Empfehlen (12 )
    1. Der Lead unsere werten Redaktorin lautet:

      „Der Hashtag «MenAreTrash» soll auf Gewalt von Männern gegen Frauen hinweisen. Stattdessen wird er genutzt, um Feministinnen zu beschimpfen. Das zeigt exemplarisch: Egal, was Frauen tun, am Schluss redet jeder darüber, was frau sich eigentlich erlauben darf und niemand über ihre Botschaft.“

      Wer Lesen kann, ist klar im Vorteil – ein Spruch aus den Anfängen des Internets…

      „…am Schluss redet …niemand über ihre Botschaft.“

      Die werte Redaktorin sieht die Eindeutigkeit der Botschaft in #MenAreTrash nicht.

      Wer auf Gewalt von Männern gegen Frauen hinweisen will UND logisch denken kann, nimmt eine andere Botschaft als „Men are Trash“.
      Wer auf Gewalt von Männern gegen Frauen hinweisen will UND logisch denken kann, distanziert sich klar und deutlich von der Botschaft „Men are Trash“.

      Danke Empfehlen (8 )
  15. Mal vorweg – Gewalt, egal in welcher Form oder durch wen – ist nur selten eine Option.
    Ausnahmen sind Notwehr und Notwehrhilfe.

    Dann zum grossen Ganzen – im Welt-Bericht ‚Gewalt und Gesundheit‘ der UNO von 2003 wird die Thematik aufgerollt.

    „… Im Jahr 2000 verloren weltweit schätzungsweise 1,6 Millionen Menschen das Leben durch Gewalteinwirkung, das ist eine Rate von fast 28,8 pro 100 000 (s. Tabelle 1). Bei etwa der Hälfte dieser Fälle handelte es sich um Selbstmord, fast ein Drittel waren Tötungsdelikte und ungefähr ein Fünftel fiel bewaffneten Auseinandersetzungen zum Opfer.
    Selbstverständlich ist nicht jeder Mensch dem Gewaltrisiko gleichermaßen ausgesetzt. Eine gründlichere Analyse des Problems zeigt deutlich, wer hauptsächlich Opfer von Gewalteinwirkung wurde und wo er lebte. Männer machen zwei Drittel aller Opfer von Tötungsdelikten aus, die entsprechende Ziffer war um mehr als das Dreifache höher als bei Frauen.
    …“
    Gewalt an sich ist ein Problem, weniger bei uns als in wenig entwickelten Ländern.

    Wer schliesslich, vor dem Hintergrund dieser Fakten, Männern das Attribut Arschloch anhängt, der tut es der mit Abstand grössten Opfergruppe von Gewalt überhaupt und handelt im Besten Sinne selber wie eines.

    Die ganzen Debatten und #tags‘ bringen nix, solange in solcher Weise eingedroschen wird.

    Und ja, da versteht es sich dann wohl von selbst, dass sich die andere Hälfte der Menschheit mehrheitlich der Diskussion verweigert.

    Danke Empfehlen (5 )
Alle Kommentare anzeigen (28)

Nächster Artikel