Nach Problemen mit der Bewilligung wird in der Lady Bar weitergetanzt

In den letzten Wochen brodelte im Restaurant Feldberg nur die Gerüchteküche: die Lady Bar sei Geschichte. Stimmt nicht. Nach Patentproblemen öffnet das Lokal heute wieder. Die Abschiedssause erfolgt Mitte April.

Noch bis Mitte April 2016 lockt die Lady Bar die Menschen an, so wie hier das Wohnzimmerkonzert von AnnenMayKantereit.

(Bild: Niels Franke)

In den letzten Wochen brodelte im Restaurant Feldberg nur die Gerüchteküche: die Lady Bar sei Geschichte. Stimmt nicht. Nach Patentproblemen öffnet das Lokal heute wieder. Die Abschiedssause erfolgt Mitte April.

Drei Wochen lang war die Lady Bar geschlossen – und man fragte sich: Wars das? Noch nicht, sagt Tom Brunner und bricht das Schweigen. Man hatte mit Bewilligungsproblemen zu kämpfen, ausgelöst durch einen Wechsel beim Wirtepatent und einen formalen Fehler: Brunner vergass, dem neuen Patent auch eine Kopie des bestehenden Mietvertrags beizulegen. Statt dass man ihn darauf hinwies, tauchten im Januar plötzlich Polizisten auf. Im Auftrag des Bewilligungsbüros pochten sie darauf, dass der Laden an der Ecke Feldberg- und Klybeckstrasse geschlossen würde. Bis die Unterlagen komplett eingereicht und geprüft worden waren, dauerte es seine Zeit.

Das hatte zur Folge, dass die Küche im Feldberg geschlossen blieb, Partyveranstaltungen abgesagt wurden und die Wohnzimmerkonzerte, die Konzertbooker Dominic Oehen durchführt, ins Exil zogen: mal ins Café Singer wie bei Domi Chansorn, mal in die Tour Vagabonde wie gestern Mittwoch bei And The Golden Choir.

Das grosse Schlussbouquet kommt erst

Tour Vagabonde heisst die jüngste Bühne auf jenem Hafenareal, bei dem Brunner ebenfalls als Zwischennutzer Zeit und Geld reinsteckt. Als Kündigungen in der Lady Bar ausgesprochen und das Team in den Hafen disloziert wurde, verstärkte dies das Brodeln in der Gerüchteküche. Ein Abzug, ein stilles Ende?

«Aufgeben wollten wir nicht», sagt Brunner. «Aber wir mussten den Mitarbeitern künden, weil unklar war, wie lange man uns hinhalten würde.» Er hätte sich mehr Kulanz von den Behörden erhofft, ist jetzt aber auch einfach nur froh, dass die Bewilligung eingetroffen ist und er am Feldberg heute Donnerstag wieder die Tür öffnen kann. Denn die Betriebsschliessung bedeutete: täglich Kosten, keine Einnahmen.

Auch Dominic Oehen, Programmkurator der Wohnzimmerkonzerte, ist froh, dass er für die weiteren Veranstaltungen wieder in der Lady Bar Gastrecht geniessen kann. Als nächstes steht ein Auftritt von Leyya auf dem Programm. Ganz Ende Gelände ist gemäss Brunner in neun Wochen: «Am 17. April ist unsere Zwischennutzung zu Ende, in den Nächten davor planen wir ein grosses Schlussbouquet.» 
_
Wohnzimmermusik #69: Leyya. Mittwoch, 10. Februar, 21 Uhr, Lady Bar, Basel.

Konversation

  1. war da nicht was mit einem kellerbetrieb ohne bewilligung? das scheint bei Brunners so standard zu sein. Fpür die Bauten am Hafen wurden, wenn überhaupt, auch erst nachträglich bewilligungen eingeholt..

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  2. „Statt dass man ihn darauf hinwies, tauchten im Januar plötzlich Polizisten auf.“
    Diesen Satz hätte man auch anders formulieren sollen: „Statt dass Brunner bei der Stadt frühzeitig nachfragte, wo die neue Bewilligung bleibt, macht er einfach ohne Bewilligung weiter.“ Danach wünschte er sich dann noch mehr Kulanz von den Behörden – das ist auch berechtigt. Da die Behörden in seiner Zwischennutzung auch das Rauchen kulant tolerieren, ist es durchaus überraschend, dass man den Weiterbetrieb ohne Bewilligung nicht gestattet;-).
    Im Ernst, ich bin einverstanden, dass wenn eine Behörde einen unvollständigen Bewilligungsantrag erhält, sie dies dem Antragsteller unverzüglich melden soll. Aber offensichtlich arbeiten auch bei den Behörden einige Leute, die lieber mal einfach mal abwarten und schauen was passiert, da scheinen sich also 2 gefunden zu haben.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten

Nächster Artikel