Nach Zahlung an Trump-Anwalt: Chefjurist verlässt Novartis

Wechsel in der Chefetage von Novartis: Chefjurist Felix Ehrat wird den Konzern verlassen. Grund ist der letzte Woche publik gewordene Deal mit Trumps Anwalt Michael Cohen.

Am 1. Juni muss die Brille ab: Felix Ehrat gibt seinen Posten als Chefjurist bei der Novartis auf.

Es wird nicht leiser um die Novartis: Chefjurist Felix Ehrat wird den Konzern nach sieben Jahren per 1. Juni 2018 verlassen. Das schreibt die Novartis in einer Medienmitteilung vom Mittwochmorgen.

Ehrat hatte gemeinsam mit dem damaligen Novartis-CEO Joe Jimenez die Vereinbarung mit Trumps Anwalt Michael Cohen unterschrieben: Gesamt 1,2 Millionen Dollar zahlte die Novartis im letzten Jahr an dessen Scheinfirma «Essential Consultants», über die Zahlungen an eine Pornodarstellerin geflossen sind.

Die Novartis bedauert den Vertrag und spricht von «schlechtem Urteilsvermögen damaliger Entscheidungsträger». Einer dieser Entscheidungsträger war Felix Ehrat.

Schweizer Behörden beraten sich

«Dieser Vertrag, obwohl juristisch nicht zu beanstanden, war ein Irrtum», wird Ehrat in der Medienmitteilung zitiert. Mit seinem Rücktritt wolle er Verantwortung übernehmen und die öffentliche Debatte beenden.

Ob ihm das gelingen wird, bleibt jedoch fraglich: Am Dienstag wurde bekannt, dass die Schweizer Bundesanwaltschaft mit der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt zur Sache «im Austausch» steht. Im US-Senat wird derweil vermutet, dass es sich bei den 1,2 Millionen Dollar um eine Schmiergeldzahlung handeln könnte. Konzernsprecher Markus Jaggi weist die Vorwürfe zurück. Man wolle aber mit dem Senat kooperieren.

Felix Ehrats Nachfolgerin ist übrigens bereits bekannt: Chef-Ethikerin Shannon Klinger wird seinen Posten übernehmen. Sie wurde bereits im April Teil der Chefetage. Die TagesWoche hatte damals vergeblich versucht, mit ihr ein Interview zu führen.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/alles-sauber-oder-was-novartis-will-hoechste-ethische-standards-erfuellen/

Konversation

  1. Mitarbeiter von so grossen und global tätigen Firmen werden genötigt jährliche Trainings in elektronischer Form zu absolvieren zu genau solchen Themen wie Compliance, Bevorteilung, Schmieren, Geschäftsgeheimnissen etc. Egal ob Direktor, Pförtner, Reinigungskraft oder Schreibtischtäter. Also wirklich all jene, welche in ihrem Berufleben vermutlich gar nie in eine solche Situation kommen werden. Und dann ist da ausgerechnet der Chefjurist, welcher solche Spielchen macht ? Hat er die e-Learnings verpasst damals oder vielleicht nicht bestanden ?

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  2. 1,2 Millionen Schmiergeld? Was musste da geschmiert werden? Da gebe es viele mögliche Antworten. Müsste da die Staatsanwalschaft nicht neugierig werden?

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