Neger-Tinu, Trolle und Trash-Typen

Dass einer behauptet, er sei weder Rassist noch Sexist, heisst noch lange nicht, dass er keiner ist. Knackeboul über das Wutgeschrei beleidigter weisser Männer.

Nein, das ist nicht lustig. Das ist rassistisch.

Neulich stiess ich auf den Hashtag #menaretrash. Ich fand ihn etwas übertrieben. Dann hab ich die männlichen Reaktionen darauf gelesen und wurde Fan … des Hashtags.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/menaretrash-maenner-wollen-einfach-nicht-ueber-gewalt-gegen-frauen-reden/

Momentan empört man sich gern über Empörte: Jetzt reichts dann mal! Als Normalo fühle ich mich diskriminiert! Man kann auch aus jeder Mücke einen Elefanten machen! Die Urheber solcher Plattitüden sind meist weisse Männer, meist an medialen Stammtischen wie den Kommentarspalten von Gratiszeitungen.

Während viele mir ständig sagen, ich solle mich nicht auf die paar wenigen Ignoranten, Rassisten und Sexisten im Internet fixieren, sage ich: Die sind keine Randerscheinung, sondern die Spitze des Eisbergs. Die Schweiz (und auch die restliche Welt) hat ein Rassismus- und Sexismus-Problem. Es ist strukturell, es ist tief verwurzelt und es ist beschämend. Wer jetzt dagegen laut wird, wer sich empört, wer flucht und angriffig ist, braucht kein Anger-Management. Diese Leute brauchen Nachahmer.

Wenn sich Tinu aus Binningen als «lustiger Neger» mit dicken Lippen und Afroperücke verkleidet, ist das Rassismus.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Kritik an der Basler Guggemuusig «Negro Rhygass» und ihrem Sujet legitim. Da können sich ihre Anhänger noch so lange solidarisieren. Logo und Name sind rassistisch.

Wenn sich Tinu aus Binningen als «lustiger Neger» mit dicken Lippen und Afroperücke verkleidet, ist das Rassismus. Er kann den Rassismus nicht einfach wegzaubern, weil er aus seinen dick geschminkten Lippen ein breites «Ich bin kein Rassist» absondert. Dass man den eigenen Rassismus nicht erkennt, heisst nicht, dass er nicht da ist. Ich würde sogar meinen, die fehlende Einsicht in den Rassismus eigener Denkschemen ist die Hauptursache für Rassismus.

Das Schöne ist, dass es durchaus Tinus gibt, die gerne dazulernen. Und da helfe ich gern: Es ist nicht an Männern zu entscheiden, was für eine Frau sexistisch, diskriminierend oder belästigend ist. Es ist nicht an Weissen zu beurteilen, was für dunkelhäutige Menschen rassistisch und diskriminierend ist.

Dunkelhäutige und Frauen werden diskriminiert. Wer das abstreitet, ist Teil des Problems.

Rassistische und sexistische Worte und Bräuche wären vielleicht weniger problematisch, wenn sie nicht einen tragischen Bezug zur Realität hätten. Denn die Schweizer Geschichte und der Schweizer Alltag sind rassistisch. Dunkelhäutige und Frauen werden diskriminiert. Permanent und immer wieder. Wer das abstreitet, ist Teil des Problems.

Die moderne Gesellschaft ist nicht so gerecht, wie sie scheint. Sie war auf gutem, einem besseren Weg als heute. Es gab in den letzten Jahrzehnten zunehmend mehr Gerechtigkeit für Menschen mit dunkler Hautfarbe und Frauen. Aber selbst im modernen Europa sind wir meilenweit davon entfernt, dass die sexuelle Belästigung von Frauen oder der Alltagsrassismus gegen Schwarze verschwunden wären.

Wir haben eine Sandburg der Gleichberechtigung gebaut. Nun wollen die Trolle sie zerstören.

In einer Zeit, in der wieder xenophobe alte Männer in wichtigen politischen Positionen sind, schreien die, die sich für Gleichberechtigung unter den Menschen eingesetzt haben, besonders laut. Das ist keine Hysterie aus Langeweile, keine Frustration wegen Unterfickung, wie das einige Kommentatoren suggerieren. Das ist nichts anderes als Solidarität mit den Opfern von Diskriminierung und die Sorge um die moderne Gesellschaft.

Man muss sich die moderne Gesellschaft als Sandburg vorstellen, an der eine Gruppe Kinder emsig arbeitet. Die letzten Jahrzehnte waren sehr ergiebig, weil die Bullies und Kotzbrocken-Kinder, die sich vor allem freuen können, wenn sie etwas kaputtmachen oder andere quälen, sich entweder beruhigt haben oder vom Spiel ausgeschlossen wurden. Die Burg wurde immer grösser und schöner. Die Kinder freuen sich.

Nun, nach ein paar Jahrzehnten der Ruhe und des Fortschritts kommen plötzlich wieder diese Trolljungs daher und wollen das Kunstwerk kaputtmachen. Sie kommen der Burg bedrohlich nah. Erste fangen an, Türmchen zu zerstören. Die Kinder schreien und wehren sich mit allen möglichen Mitteln. Sie wollen die Burg beschützen.

Wären dunkelhäutige Frauen an der Macht, dürfte sich jeder Fasnächtler über Dunkelhäutige und Frauen lustig machen.

Das ist das Missverständnis. Die Leute schreien, weil vor ihren Augen etwas Kostbares, an dessen Aufbau sie beteiligt waren, zerstört wird. Nicht weil sie hysterisch sind. Die Schreie sind legitim. Die über die Empörung Empörten verwechseln die Sandburgbauerinnen mit den Trollen. Und vielleicht ist die Sandburg die falsche Metapher. Denn von einer modernen und gerechten Gesellschaft profitieren alle. Auch die Trolle und ihre Advokaten.

Würden wir in einer Gesellschaft leben, in der seit Jahrhunderten fast nur dunkelhäutige Frauen in politischen und wirtschaftlichen Machtpositionen wären; in der man weniger verdienen würde oder erst seit Kurzem abstimmen dürfte, weil man einen Penis hat, in einer solchen Gesellschaft dürfte man einen ganzen Fasnachtsumzug mit Sujets machen, die sich über Dunkelhäutige und Frauen lustig machen.

Gute Komik und Kunst sticheln immer gegen oben. Nie gegen unten.  Leider sind weisse Männer an der Macht. Schwarze und Frauen werden strukturell unterdrückt. Es gibt eine grössere Solidaritätswelle mit einer Kleinbasler Guggemuusig als mit den Tausenden von ertrinkenden Flüchtenden auf dem Mittelmeer. Daran müssen wir schleunigst arbeiten.

Wer das nicht sieht, soll sich bilden. Wer das bekämpft, ist Trash.

Dossier Nur noch schwarz und weiss

Hashtags ändern sich, die Debatten bleiben hässlich. Das kriegen wir besser hin, oder nicht?

Alles zum Thema (10)

Konversation

  1. Eingeborenenkostüm

    Nein, diesen Tinu aus Binningen oder weiss nicht woher, gibt es nicht. Es waren Girls, die damit die Metoo Debatte anregen wollten, so wie ich mich erinnere und mit den Kostümen noch einen draufsetzen wollten.

    Lieber Knackeboul sie verbreiten ultimativ Fakenews. Ich glaube bald, sie sind die männliche, linke Ausgabe von Tamara Wernli.

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  2. ‚Wir haben eine Sandburg der Gleichberechtigung gebaut. Nun wollen die Trolle sie zerstören. Die über die Empörung Empörten verwechseln die Sandburgbauerinnen mit den Trollen. (…) Wer das nicht sieht, soll sich bilden. Wer das bekämpft, ist Trash.‘

    Denken & differenzieren. Ganz grossartig geschrieben. Danke.

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  3. Ich finde es amüsant, dass ausgerechnet ein Komiker, der sich primär über andere lustig macht in seinen Videos, sich darüber empört, dass man sich über andere lustig macht. (Und noch eine sehr stille Frau daneben stehen hat, die nur als Projektion dient, soviel zur Gleichberechtigung).

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  4. Gähn gähn gähn
    Was für eine intelligente Diskussion … über fasnächtliche, ernste Sujets mit Kostümen. Es gibt nichts Ernsteres als Fasnacht, wenigstens in Basel. Nicht mal das begreift der Autor. Undann diese sämtlichen fetten Texte. Fett gedruckt heisst nicht „wahr“, sondern allerhöchstens „an solches Zeug glaube ich ganz fest, ich als alleinseligmachende Journalistik- Person“. Wenn Sie so weiterschreiben landen Sie höchstens im elektronischen Friedhof. Klick, schon geschehen.

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  5. Wenn eineR behauptet, er/sie sei nicht antihomosexuell, dann heisst das noch nicht, dass er/sie es auch objektiv nicht ist. Rassenclichés – um das geht es hier nämlich – sind Zeugnis veralteter stillgestandener und uninformierter Denkweisen. Wo läuft in Afrika noch ein Schwarzer so herum, wie es das Logo der Negro-Rhygass zeigt? Immer wieder greifen Leute auf Bilder von Schwulen zurück, die längst nicht mehr zutreffen.

    Übrigens ärgern mich viele Bilder von Frauen, die in sexistischer Art täglich produziert werden, obwohl diese Darstellungen mit alltäglichen Frauen nichts zu tun haben. „Dagegen“ gibt es jetzt in regelmässigen Abständen „me-too“-Debatten. KeineR merkt es. Es ist für mich ein widerliches „heterosexuelles Spiel“ das da gespielt wird – auch in der Diskriminierung der Hautfarben.
    Schwule können da durchaus auch mitreden. Denn Heteros sehen kulturell in Schwulen das was sie üblicherweise in Form einer Frau im Bett haben – aber eben nicht als Mann.

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  6. Alle diese Dispute sind mühsam und bringen leider nicht sehr viel. Ich habe festgestellt, dass wir vor ein paar Jahren lockerer miteinander umgegangen sind. Ich bin auch überzeugt, dass viel Rassismus importiert wurde. Die heftigste Ausgrenzung habe ich persönlich von Schwarzafrikanern erlebt. Und NEIN, es ist NICHT die Bezeichnung, die es ausmacht, sondern das Verhalten. In Kuba z.B. gibt es gar keine andere Bezeichnung als „Negro“ aber Rassismus existiert praktisch nicht. Andererseits herrscht dort auch Toleranz gegenüber anderen Minderheiten, wie Schwulen und Lesben. Warum wohl? Vielleicht ist Akzeptanz etwas, das auf Gegenseitigkeit beruht.
    Vor allem aber ist das eigene Selbstbewusstsein, das Selbstverständnis der Betroffenen entscheidend. Wer jedes unangenehme Ereignis immer sofort mit seiner eigenen Andersartigkeit in Verbindung bringt, wird immer Probleme haben.
    Die Schwulen haben damals das einzig richtige getan. Sie haben das Schimpfwort „schwul“ als Aushängeschild verwendet, und ihr Auftreten in der Gesellschaft geändert. Wäre es so schlecht, wenn auch ein Schwarzer sagen könnte: Ich bin Negro, und das ist gut so!
    Etwas anderes ist die Frage, ob es wünschenswert wäre, ein Clique mit dem Namen „Schwuli Rhygass“ zu erleben. Aber na ja, wenn sie mit dem rosa Tütü durch die Strassen defilieren würden, wär auch noch ein Sujet…

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  7. „Wer das nicht sieht, soll sich bilden. Wer das bekämpft, ist Trash.“

    Absolut richtig. Wer aber ALLE männer als trash bezeichnet und nicht differenziert, ist sexist…

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  8. Prof. Dr. Maria-Sibylla Lotter – Ruhr-Universität Bochum:

    „Hat man ein Schuldnarrativ parat, das Träger anderer allgemeiner Charakteristika wie „weiß“ oder „Mann“ einer Tätergruppe zuordnet, so erwirbt man sogar das weitere Privileg, sagen zu können, was diese anderen als Täter denken und wollen. Es sind allerdings so gut wie nie die tatsächlichen „Opfer“, sondern meist selbst ernannte Opfervertreter, die sich die Befugnis zuschreiben, anderen aufgrund ihrer Identität das Recht auf Verständnis oder auch nur freie Meinungsäußerung zu bestimmten Themen zuzusprechen oder zu verweigern. So hat die Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen moralischen und politischen Übeln die Gestalt einer Anklage durch selbst ernannte Richter angenommen, die Menschen je nach Hautfarbe oder anderer nicht selbst erzeugter Eigenschaften als Opfer und Täter vergangenen und systemischen Unrechts identifizieren.

    https://www.zeit.de/2018/34/schuldgefuehl-moral-verantwortung-macht-debatte/seite-2

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  9. Gehe hier weitgehend einig! Und was die Clique angeht, so wurde sie in einer Zeit gegründet, da waren die Völkerschauen, wo Menschen aus Afrika wie Tiere zur Schau gestellt wurden noch normal! Also sicher eine ziemlich rassistische Zeit, wie ich noch die Nachwehen dazu aus meiner Kindheit in bester Erinnerung habe. Die Clique wurde aber mit Namen und Logo nicht als rassistisches Statement gegründet, es war schon anders, aber die heutige Diskussion darf nicht verwundern. Man hätte weiser und vorausblickender selber damit umgehen können. Welche Cliquen mehr Anstand kennen und welche weniger, ob die traditionellen Formationen oder eben Guggen eher zu Rassismus neigen, das weiss eigentlich der Insider ganz gut. Den Negros allerdings einfach Rassismus unterstellen wäre falsch, aber nicht ganz aus der Luft gegriffen. Und darf man wegen einzelnen Rassisten in Fasnachtsgesellschaften die ganze Gesellschaft deswegen so abstempeln? Ich finde weniger, aber Kritik müssen die sich nun mal gefallen lassen, sind es doch die Mitglieder die eine Clique ausmachen. Und beim Protestmarsch war wer hinten dabei? Die Linke soll sich bei jeder Gelegenheit von allem möglichen distanzieren, hier hätten die Fasnächtler das auch tun können, aber man beschränkte sich auf Halbherzigkeit, was wiederum die Suppe am Köcheln hält. Ist das nun auch ein Fehler der Gutmenschen? Darum geht es letztlich.

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  10. @Knackeboul: Von der Menschheit Respekt und Toleranz verlangen aber selbst Menschen mit anderen Denkweisen als „Trash“ zu bezeichen ist in Ordnung? Wenn Deine Denkweise mehrheitsfähig wäre, dann würde nicht in halb Europa bei fast jeder 2. Wahl eine populistische Rechtspartei in die Regierung kommen. Man kann auch etwas „Gutes“ tun wollen und damit genau das Gegenteil erreichen … Einfach mal darüber nachdenken, wenn dies mit den vorhandenen Resourcen möglich ist …

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  11. „Momentan empört man sich gern über Empörte: Jetzt reichts dann mal!“

    Soso. Das klingt ganz danach, als würdest du dich gerade empören über …. die Empörten! Und das Ganze dann auch noch als weisser Mann! Also da muss man ja geradezu sagen „jetzt reichts dann mal!“ Die Ironie Knackeboul, die Ironie….

    „Als Normalo fühle ich mich diskriminiert!“

    Woher weisst du denn, dass du ein „Normalo“ bist? Möglicherweise fehlt dir einfach die Einsicht, in die eigenen extremen Denkschemen..

    Naja, es soll ja durchaus auch Knackis geben, die gerne dazulernen. In dem Fall helfe ich natürlich gerne:

    Es ist eben so, dass es verschiedene Meinungen zu unterschiedlichen Sachverhalten gibt. Das ist auch in Ordnung, solange man sein Gegenüber respektiert und auf zivile Art und Weise über die Meinungsverschiedenheiten diskutiert. Problematisch wird es dann, wenn man alle, die nicht der gleichen Meinung sind, pauschal als Trolle, xenophob oder sonst was verurteilt. Kannst ja mal darüber nachdenken.. Würde der Qualität deiner Artikel kaum schaden.

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    1. Meine Nachbarin fragte mich vorhin im Stegenhaus:
      „Herr Zedermann, wie geht eigentlich dieser Herr Knackeboul mit der Tatsache um, dass er eines Tages auch ein alter, weisser Mann sein wird?“

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    2. Haha, sehr gut! 😀 Schönen Gruss an ihre Nachbarin.

      Aber bis dann wird es sicher gute Therapiemöglichkeiten geben, vielleicht könnte man sich am Vorbild amerikanischer homosexueller Camps orientieren oder so? 😉

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    3. Die Nachbarin lässt danken!

      Und sie erzählte mir von ihrer Grossnichte (mit den einleitenden Worten „Ich halte die junge Frau ja für einen intellektuellen Rotzlöffel“), welche da meinte, vielleicht sei ja in Zukunft für jene, die einen „Korrektheits-Unbedenklichkeits-Nachweis“ vorlegen, das „Black-Facing“ dann wieder erlaubt…

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  12. @Knackenboul
    Wie Sie wissen, leben wir in einem Rechtsstaat. Stehen Sie zu Ihrem Wort. Gehen Sie zum nächsten Polizeiposten und melden Sie dort den Rassismus: „Logo und Name sind rassistisch.“. Sie müssen nicht einmal eine Anzeige machen, denn ein Verstoss gegen die Rassismus-Strafnorm ist ein Offizialdelikt, das der Staat von sich aus verfolgen muss, wenn er davon Kenntnis hat.

    http://www.ekr.admin.ch/themen/d185.html

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    1. Es gibt den sehr, sehr eng gefassten und alles andere als vollständigen Rassismus in der Anti-Rassismus-Strafnorm.
      Und dann gibt es noch sehr viel mehr Rassisten und Rassismus. Ganze Aufsätze voller möglicher Definitionen. Diesbezüglich hat der Gesetzgeber mit dem Namen und dem Text der Strafnorm der Sache einen Bärendienst erwiesen.

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    2. Es steht ihnen natürlich frei, das so zu sehen aber im Rechtsstaat Schweiz gilt zum Glück immer noch das, was im Gesetz steht und nicht das, was z.B. von den Medien verbreitet wird.

      Im Gegenteil, wenn Sie jemanden des Rassimus‘ bezichtigen, der dies gar nicht ist, kann dies als Ehrverletzung gar strafrechtliche Folgen für Sie haben. Aber hier handelt es sich zum Glück um ein Antragsdelikt, das nicht automatisch von Staats wegen verfolgt wird.

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    3. Und zum guten Glück leben wir in einem Rechtsstaat, in dem die Grenzen unseres Handels klar definiert sind.

      Alles was darüber hinaus geht – „noch sehr viel mehr Rassisten und Rassismus“ – betrifft allenfalls die Grenzen des Anstands.

      Und es gehört zum Leben dazu, mit vermeintlichen und/oder tatsächlichen Unanständigkeiten umgehen zu lernen, ohne die Sittenwächter eines Moralstaates auf den Plan zu rufen. In einem Sittenwächter-Staat wäre – beispielsweise – Homosexualität immer noch verboten.

      Und so bin ich froh in einem Staat zu leben, in dem Unanständigkeit (sofern sie keine Rechtsnormen verletzt) nicht verboten ist.

      Mit Unanständigkeiten leben zu lernen – das geht aber auch nur, wenn wir den Schneeflöckchen nicht andauernd einen „Safe-Space“ zur Verfügung stellen.

      Und zum Glück leben wir nicht in einem Moralstaat. Denn die Moral hilft nicht weiter, wenn es kein Recht gibt. Das sollte sich auch und vor allem jenem bewusst sein, dessen Kollegen in anderen Staaten wegen „Unanständigkeiten“ eingeknastet sind.

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    4. Daenny: Es wäre das einzig Richtige, diesen NIE salonfähig gewesenen Namen und die dazugehörigen Embleme, aus Anstand und Respekt gegenüber der hier lebenden Menschen mit dunkler Hautfarbe, zu entfernen. Die Diskussion ist eigentlich eine Schande zu einer Zeit, wo die Diskriminierung gegenüber allem Fremden wieder auf dem Vormarsch ist.
      Bezeichnend ist aber auch, dass es Guggen und nicht Cliquen sind, die sich mit rassistischen Emblemen schmücken. Sich hinter Paragrafen zu verstecken, wie Sie das tun, gibt dem Ganzen einen mehr als schalen Geschmack.
      Seltsam ist auch, dass sich das Fasnachts-Komitee meines Wissens bisher dazu nicht geäussert hat. Aber auch von anderen Guggen und Cliquen hätte man eine Stellungnahme erwarten dürfen.

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