Papier oder Fön – Händetrockner als Zankapfel der Wissenschaft

Papier oder Luft? Um die Frage auf dem Klo ist ein Wissenschaftskampf ausgebrochen: Eine Studie zeigt, dass Handtrockner regelrechte Bakterienschleudern sind. Trocknerhersteller Dyson kritisiert die Forscher und findet, die Studie sei nichts als heisse Luft.

Hier gibts Gratis-Bakterien. Eine neue Studie bezeichchnet solche Händetrockner als unhygienisch. (Bild: flickr)

Papier oder Luft? Um die Frage auf dem Klo ist ein Wissenschaftskampf ausgebrochen: Eine Studie zeigt, dass Handtrockner regelrechte Bakterienschleudern sind. Trocknerhersteller Dyson kritisiert die Forscher und findet, die Studie sei nichts als heisse Luft.

Elektrische Handtrockner bilden das Zentrum von Bakterienstürmen. Ein wenig appetitlicher Gedanke. Um das für ihre Studie zu messen, hat die Universität Leeds (GB) harmlose Milchsäurebakterien (Lactobacillus) benutzt, die einem eher von Joghurts ein Begriff sind und die sich gewöhnlich eher nicht in der Luft öffentlicher Toiletten befinden.

Mit solchen Bakterien verunreinigte Hände wurden zum Trocknen unter beziehungsweise in die Handtrockner gehalten und sollten schlecht gewaschene Hände simulieren. Dutzende Luftproben direkt am Händetrockner und einen sowie zwei Meter davon entfernt wurden analysiert. Und siehe da: Die Bakterien wurden kräftig verteilt. Mark Wilcox, Leiter der Studie: «Wenn Sie in einer öffentlichen Toilette einen elektrischen Handtrockner benutzen, können Sie Bakterien verteilen, ohne es zu wissen. Und Sie können mit Bakterien berieselt werden, die von den Händen anderer Leute stammen.» 

Selbst nach einer Viertelstunde liessen sich noch Bakterien in der Luft nachweisen.

Die elektrischen Trockner verteilen diese Bakterien in die Luft – und auf die Menschen, die sich zufällig in der Nähe aufhalten. Dabei bleiben Bakterien deutlich länger als die 15 Sekunden in der Luft, in denen sich der Durchschnittsnutzer die Hände trocken blasen lässt. Knapp die Hälfte der beim Trocknungsvorgang aufgewirbelten Laktobakterien wurde auch fünf Minuten später noch in der Luft festgestellt. Selbst nach einer Viertelstunde liessen sich noch Bakterien nachweisen. 




(Bild: flickr)

In der Nähe von Jet-Air-Trocknern, die ja besonders kräftig blasen, waren die Bakterien 27-fach häufiger anzutreffen als rund um Papiertuchspender. Bei Warmlufttrocknern waren es immerhin 4,5 Mal mehr Bakterien als bei Tuchspendern.

Dyson kündigt schon Gegenstudie an

Finanziert wurde die Studie vom European Tissue Symposium, einem Papierhersteller-Symposium. Wilkox betont zwar, er habe sich streng an wissenschaftliche Standards gehalten. Dennoch: Airblade-Hersteller Dyson hat sich bereits zu Wort gemeldet und moniert, dass seine Modelle mit einem Filter ausgestattet seien, der fast alle Bakterien zurückhalte. Man habe daher eine eigene Studie in Auftrag gegeben, diesmal bei der Uni Bradford. Ob auch dort Papier gegen heisse Luft siegt?

Konversation

  1. Tatsache ist, dass unsere Welt nicht keimfrei ist.

    Was ist wenn der Mensch neben mir niest? Wieviele Bakterien bekomme ich da verpasst, selbst wenn er die Hand vor die Nase hält?
    Wenn ich am Morgen die Post im Briefkasten hole, hat die der Pöstler mit seinen Händen dahinein gelegt. Das macht er ohne Handschuhe und Mundschutz. Was ist, wenn er am Abend mit Grippe im Bett liegt?

    Ich fragte mal, als ich zu Besuch war, ob ich mein verschneuztes Papiernastuch in ihrem Kehrrichtsack entsorgen dürfe. Die Antwort war nein. Der Grund: „Es ist mit Keimen verseucht!“ Seither getraue ich mir nirgends mehr so etwas zu fragen.

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  2. Die Gefahren lauern überall… Da kannst Du Dir die Hände noch so lange waschen und mit Dyson oder sonst wem abtrocknen, am Ende stehst Du wie der Aviator Howard Hughes minutenlang in der Toilette und hoffst, dass eine gütige Hand Dich erlöst, die Tür öffnet und Dir selbst den Griff auf die vor phösen, grinsenden, lechzenden Bakterien strotzende Klinke erspart.

    Beware of Computermäuse, Türöffner im ÖV oder Einkaufswagengriffen! … Die Baziellen lauern auf Dich! Uahahahaaaaaa….

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    1. „Es ist so schön, von dir geliebt zu werden…“
      Wenigstens die haben einen noch gern!
      Im Grunde sind wir ja das Erstklass-Hotel für sie!
      Wahrscheinlich sind die nicht so blöd, uns umzubringen, da sie sonst sich ein neues Hotel suchen müssten.

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