Rauchen und Bier trinken

Am Samstag findet der erste Basler Biermarkt im St. Johann statt. Das Lustige daran: Ausgerechnet das Baudepartement unterstützt ein Fest, an dem auch geraucht werden darf.

Heute findet der erste Basler Biermarkt im St. Johann statt. Das Lustige daran: Ausgerechnet das Baudepartement unterstützt ein Fest, an dem auch geraucht werden darf.

«Schau, die rauchen!», sagte neulich ein Freund entrüstet, als er in einem alten Film qualmende Menschen in Beizen sah. Er klang, als gelte das Rauchen in Restaurants als Sünde, die seit Jahrhunderten der Vergangenheit angehört. Doch mit seiner höhnischen Bemerkung über das Ende der Fümoar-Beizen zeigte er sogleich, dass er trotz Entrüstung ob dieses obszönen Filmausschnitts sehr wohl auf dem Laufenden ist: «Solche Szenen sieht man ja nicht mal mehr in Basel!»

Der hat gut lachen, dieser militante Ex-Raucher, dachte ich mir, als ich anderntags die Medienmitteilung des Baudepartements zum ­1. Basler Biermarkt (am 31. August auf dem Vogesenplatz im St. Johann) in den Händen hielt. «Kleinbrauer aus der Region präsentieren ihre selbst gebrauten Biere und probieren andere Biere», hiess es darin.

Unterstützt vom Fümoar-Feind

Es waren aber nicht diese Zeilen, die mich in einen Glücksrausch versetzten, sondern der Umstand, dass die Party auf einem ungedeckten Platz, also in einer Raucherzone stattfinden wird. Denn Urteile wie «anfangs leicht süsslich, in der Mitte säuerlich, herber Abgang» oder «schlank und leicht, gut eingebundene Bittere, vollmundig, kräftige Struktur» lassen sich nur rauchend kompetent fällen.

Die Vorstellung, die drei Tätigkeiten (rauchen, trinken, Urteil fällen) mit Unterstützung des Fümoar-Feindes Nummer 1 ausüben zu dürfen, gefiel mir auch nicht schlecht. Schliesslich verantwortet das Baudepartement den Niedergang des Rauchervereins und steht bei Gesundbetern als Sieger da. Aber Obacht, liebe «Quartierförderer»: Die Bierparty kann nach sorgfältiger Prüfung als Umgehung des Rauchverbotes betrachtet werden.

  • Am 31. August 2013 von 16 Uhr bis 22 Uhr präsentieren Hobby- und Kleinbrauer aus der Region auf dem Vogesenplatz im St. Johann ihre selbstgebrauten Biere und bieten sie zum Probieren und Verkauf an.

Artikelgeschichte

Erschienen in der Wochenausgabe der TagesWoche vom 23.08.13

Konversation

  1. Als rigoroser Nichtraucher in den Beizen habe ich kein Problem damit, dass an der FRISCHEN LUFT geraucht wird. Wer soll da ein Problem haben Frau Rutschmann? Gratulation an das Baudepartement zu dessen gesundem Menschenverstand. Sektierer hat es genug.

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  2. Mein Urteil nach dem Kuss einer Raucherin: „anfangs leicht süsslich, in der Mitte säuerlich, herber Abgang mit Aschenbechergeschmack“. Und nach dem 2. Versuch (mit Bier): „schlank und leicht, gut eingebundene Bittere, vollmundig, kräftige Struktur nach wie vor mit mit Aschenbechergeschmack“.

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  3. ich weiss nicht ob Wessl raucht.
    nur dieses dep ist ein ärgernis
    für jeden KMU.
    es ist leider anzunehmen, dass
    dort einige beamte in einer
    dunstwolke leben……..

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