Schiessplatz geräumt

Um sechs Uhr früh wurde der Schiessplatz in Allschwil geräumt. Die Besetzer wurden überrascht.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Um sechs Uhr früh wurde der Schiessplatz in Allschwil geräumt. Die Besetzer wurden überrascht.

Die Kantonspolizei Baselland ist am Dienstagmorgen mit einem massiven Aufgebot am Schiessplatz in Allschwil aufmarschiert. Ergänzt wurde der Räumungstrupp von zahlreichen Beamten der Feuerwehr und der Sanität. Die Behörden rechneten offenbar mit grossem Widerstand. Zeitweise war der Zugang zum Wald komplett abgeriegelt, nicht einmal die frühmorgendlichen Jogger wurden durchgelassen.

Der Widerstand fiel dagegen bescheiden aus, nur gerade zwei Besetzer waren auf dem Gelände anwesend. Später gesellten sich noch etwa zwei Dutzend Sympathisanten dazu. Diese machten ihrem Unmut über die Räumung verbal Luft, zu gewalttätigen Ausschreitungen kam es nicht.

Nachdem die Polizei das Gebäude geräumt hatte, fuhren umgehend die Baumaschinen auf. Der Komplex wird in diesen Minuten dem Erdboden gleich gemacht. Die Kapo hat um 11 Uhr auf dem Schiessplatz eine kurzfristige Pressekonferenz anberaumt. Gegenüber SRF hat sich Polizeisprecher Meinrad Stöcklin bereits kurz geäussert.

Konversation

  1. Die Räumung des Allschwiler Schiessstandes erfolgte aus einem einzigen Grund: Es bestand die „Gefahr“, dass die Aktivitäten der Besetzenden den Anwohnenden und der Öffentlichkeit sinnvoller und attraktiver erscheinen, als eine weitere 0815-Überbauung mit Alibi-Park. Lieber hart durchgreifen, als etwas unkonventionelles entstehen zu lassen.

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  2. Jetzt dauert es drei bis vier Jahre, bis mit dem Areal etwas passiert. Sagt TeleBasel.
    Die Immobilien Basel hätte doch die Strafanzeige zurückziehen können, denn die Nutzung war friedlich und konstruktiv. So werden Chancen vertan.

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  3. Die grösste Diktatur auf dieser Welt ist der Kapitalismus. Alles soll ihm untergeordnet sein. Er duldet nichts, was er nicht kontrollieren kann. Sogar die Regierungen dieser Demokratien erlegen ihm immer mehr auf Kosten der Menschen.
    Die Bürger reagieren unterschiedlich. Einerseits mit Unterstützung des Kapitalismus oder mit Verständnis oder gar Unterstützung was da wachsen will.

    Da stellt sich wieder einmal die Frage: „Wollen wir den Gesslerhut grüssen oder achtlos an ihm vorübergehen?“
    Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Und jeder einzelne trägt die Verantwortung für seine Entscheidung.

    Werfen wir einmal einen Blick auf die, vorläufig noch, südlichen Länder der EU. Da kann man ganz genau verfolgen zu was der Kapitalismus fähig ist.

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  4. Der Bau steht seit Jahren leer und niemand interessiert es.
    Dann wird das Haus „besetzt“ (bemerke die Anführungszeichen). Es wird belebt. Und plötzlich schreien alle auf. Ich frage mich: wieso? Warum sollte leeren Gebäuden nicht leben eingehaucht werden? (Eine Antwort würde mich freuen Herr Buschweiler!)
    Wenn jetzt wirklich etwas geschieht mit dem Grundstück, dann wurde wenigstens etwas erreicht.

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  5. Egoistisch und unverständlich. Die Zwischennutzung wäre ideal gewesen. So wird man halt noch lange auf eine Ruine schauen können, da sowieso jahrelang nichts passiert. Was für ein dummer Entscheid.

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  6. So ist es richtig – alles platt walzen. Jungen kreativen Menschen welche eine andere Auffassung von Freiraum besitzen den Ort ihres Rückzuges berauben. Haben sie jemanden gestört, gab es nächtelange Lärmbelastungen? Räumen im Morgengrauen, das kennen wir doch. Eine Anlage steht jahrelang leer, sie wird mit Leben, Lachen erfüllt. Ist doch egal, Hauptsache dem Gesetz wird Folge geleistet.

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